Was ist ein Trainee?

Du stehst kurz vor deinem Abschluss und der Berufseinstieg steht an? Seit einigen Jahren bieten immer mehr Unternehmen speziell für Absolventen Trainee-Programme an – doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Was macht ein gutes Trainee-Programm aus? Was musst du bei der Bewerbung beachten? Und was ist sonst noch wichtig, damit der Karrierestart ein Erfolg wird? Hier erfährst du alles rund um den Berufseinstieg als Trainee!

Was ist ein Trainee?

Was bedeutet Trainee und was ist ein Trainee-Programm?

Ein Trainee ist in der Regel ein Hochschulabsolvent, der in einem Unternehmen durch ein Einstiegs- bzw. Trainee-Programm zur Fach- und/oder Führungskraft ausgebildet wird. Ein Trainee-Programm dient somit deiner gezielten firmenspezifischen Ausbildung.

Im Englischen wird der Begriff „Trainee“ oft für Praktikanten, Lehrlinge und Volontäre verwendet. Der „Trainee“ im deutschen Sinne wird im angelsächsischen Sprachraum als „Graduate“ bezeichnet und meint damit soviel wie Hochschulabsolvent. Im Englischen und Deutschen liegen für den Trainee-Begriff also recht unterschiedliche Bedeutungen vor. Auch Referendare werden im Englischen als Trainee bezeichnet, zum Beispiel „trainee teacher“ (Lehramtsreferendariat). Ebenso kann ein Werkstudent entweder „working student“ oder „trainee student“ genannt werden. Bewirbst du dich also international, heißt es: Obacht bei der Lektüre von Stellenanzeigen!

Im Deutschen ist der Begriff stärker eingegrenzt. Der Duden hat das Wort offiziell aufgenommen und beschreibt den „Trainee“ als „jemand (besonders Hochschulabsolvent[in]), der innerhalb eines Unternehmens eine praktische Ausbildung in allen Abteilungen erhält und dadurch für seine spätere Tätigkeit vorbereitet wird“.

Welche Synonyme gibt es?

Für Trainee-Programme existieren diverse Synonyme, die dir in Stellenanzeigen begegnen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Traineeship
  • Graduate Program
  • Einstiegsprogramm
  • Nachwuchsprogramm
  • Nachwuchsführungskräfteprogramm
  • Global/International Graduate Program
  • Future Leaders (Management) Program
  • Management Development Program

Welche Arten von Trainee-Programmen gibt es und wie sind sie aufgebaut?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen klassischen Trainee-Programmen und Fachtrainee-Programmen. Die meisten Trainee-Programme können in diese beiden Felder eingeordnet werden.

Das klassische bzw. allgemeine oder generalistische Trainee-Programm zeichnet sich durch das Prinzip der Job-Rotation aus. Die Trainees lernen im Laufe des Programms jeweils für einige Wochen oder Monate unterschiedliche Abteilungen kennen und erhalten somit einen ganzheitlichen Einblick in das Unternehmen, die Strukturen und Prozesse. Die spätere Zielposition der zukünftigen Fach- und Führungskräfte kristallisiert sich zumeist erst im Laufe bzw. gegen Ende des Trainee-Programms heraus.

In der Regel erstreckt sich ein klassisches Trainee-Programm über sechs bis 24 Monate und führt die Trainees teilweise auch an unterschiedliche Unternehmensstandorte. Im Rahmen der verschiedenen Einsätze lernt der Trainee das Tagesgeschäft kennen und bearbeitet eigenverantwortliche (Trainee-)Projekte. In vielen Unternehmen starten die Trainees dabei mit einem Einsatz im künftigen Wunsch- bzw. Zielbereich. Im Anschluss folgen weitere Stationen, an denen der Trainee für eine bestimmte Zeit aktiv mitarbeitet. Die Anzahl der verschiedenen Einsätze variiert dabei je nach Unternehmen und Trainee-Programm. Durch dieses Prinzip der Job-Rotation lernt der Trainee, abteilungsübergreifend zu denken und zu handeln. Das hilft ihm in seiner späteren Position, Entscheidungen nicht nur im Sinne der eigenen Abteilung zu treffen, sondern auch deren Auswirkungen auf andere Unternehmensbereiche zu berücksichtigen.

Beispiele für klassische Trainee-Programme:
>> STRABAG kaufmännisches Trainee-Programm
>> EDEKA Trainee-Programm in der EDEKA-Zentrale in Hamburg
>> Dr. Oetker Internationales Trainee-Programm
>> Fraport AG Trainee-Programm
>> Lufthansa: ProTeam

Ein Fachtrainee-Programm unterscheidet sich vom klassischen Trainee-Programm durch eine thematische Begrenzung. Das heißt, die Trainees durchlaufen zwar verschiedene Stationen im Unternehmen, lernen dabei jedoch nur die für den eigenen Fachbereich relevanten Abteilungen kennen. Im Gegensatz zum klassischen Trainee-Programm steht hier die spätere Zielposition oder zumindest der Einsatzbereich von Beginn an fest.

Beispiel für Fachtrainee-Programme:
>> Beiersdorf: Trainee-Programm Beyond Borders – Human Resources
>> cbs: SAP Trainee-Programm
>> ALBA: Trainee-Programm Technik
>> KfW Bankengruppe: Trainee-Programm Rechnungswesen
>> Nestlé: Trainee-Programm Supply Chain

Fachliche Schulungen und Soft-Skill-Trainings ermöglichen es sowohl den klassischen als auch den Fach-Trainees, ihre individuellen Stärken auszubauen und Schwächen zu minimieren. Häufig erhalten sie zusätzlich die Unterstützung von einem Mentor. Diese Aufgabe wird in der Regel von einer erfahrenen Fach- bzw. Führungskraft übernommen, die dem Trainee bis zum Abschluss des Programms mit Rat und Tat zur Seite steht. Das regelmäßige Feedback ist ebenso ein fester Baustein im Trainee-Programm wie das Networking. So bieten viele Unternehmen auch Netzwerkveranstaltungen an, wie beispielsweise regelmäßige Kamingespräche mit dem Vorstand oder spezielle Trainee-Treffen. Das eröffnet den Berufseinsteigern die Möglichkeit, sich intern sehr gut zu vernetzen, was im Hinblick auf die spätere Karriere viele Vorteile bieten kann.

Vom Aufbau her gibt es in der Regel eine Orientierungsphase, in der du Einführungsveranstaltungen besuchst, die anderen Trainees kennenlernst oder in der Unternehmenszentrale einen ersten Überblick bekommst. Es folgen die Qualifizierungsphase – die Job-Rotation durch verschiedene Fachbereiche – und eine Spezialisierungsphase in deinem Kernbereich. Oft kannst du den Aufbau auch selber beeinflussen, sodass er an deine Interessen und Stärken angepasst wird. In der letzten Station kristallisiert sich dann meist anhand deiner Stationen und deiner Lernkurve deine künftige Position im Unternehmen heraus.

Das Fachtrainee-Programm ist das am häufigsten angebotene Trainee-Programm. Oft ist die Einordnung schwierig und es liegen Mischformen vor, wie zum Beispiel bei den Trainee-Programmen von PwC : Hier bekommen die Trainees innerhalb eines festen Bereichs mit eingegrenzter Zielposition im Bereich Steuerberatung oder Transaktionsberatung einen breiten Überblick und spezialisieren sich in diesem Rahmen auf eine Zielposition. Bei Axel Springer wiederum erfolgt eine Spezialisierung am Anfang, aber dennoch können fachfremde Stationen belegt werden.

TIPP

Unabhängig von der Ausrichtung des Trainee-Programms – ob generalistisch oder fachspezifisch – kann das Einstiegsprogramm einen  Auslandsaufenthalt beinhalten. Diese internationalen Trainee-Programme findet man am häufigsten in größeren bzw. international aufgestellten Unternehmen.

Erfahre hier, welche Arten von Trainee-Programmen es noch gibt!     Zum Artikel

In welchen Bereichen & Branchen gibt es Trainee-Programme?

Trainee-Programme werden mittlerweile in nahezu allen Branchen und Bereichen angeboten. Dazu gehören unter anderem:

  • Vertrieb
  • Controlling
  • Bank- und Versicherungswesen
  • Personal
  • Marketing
  • Einkauf
  • Produktion und Technik
  • Logistik
  • Forschung und Entwicklung
  • Öffentlicher Dienst
  • Tourismus
  • Medien
  • Medizin & Pflege

TIPP

Du willst herausfinden, ob es ein passendes Traineeship in deinem Fachbereich gibt? Dann lohnt sich ein Blick in unsere Rubrik Trainee-Programme: Dort kannst du gezielt nach dem passenden Programm suchen sowie die Trainee-Programme verschiedener Unternehmen vergleichen.

Aktuelle Trainee-Programme

Was ist der Unterschied zwischen Trainee-Programm, Direkteinstieg und Volontariat?

Trainee-Programm vs. Direkteinstieg

Es gibt in der Regel große Unterschiede zwischen dem Berufseinstieg als Trainee und dem Direkteinstieg. Während beim Trainee-Programm die fachliche und persönliche Weiterbildung der Berufsstarter eine sehr große Rolle spielt, steigt man beim Direkteinstieg gleich als Spezialist in eine vorgesehene Position mit einem definierten Tätigkeitsbereich ein. Auch hier gibt es in der Regel eine Einarbeitungsphase und gegebenenfalls fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Dennoch genießt man als Direkteinsteiger nicht die intensive und dauerhafte Betreuung, die einem Trainee zuteilwird. Das Trainee-Programm bietet zudem mehr Spielraum für die eigene Berufsfindung. So legt man sich hier zwar auf eine Branche oder einen Bereich fest, die genaue Zielposition aber ergibt sich aus den persönlichen Interessen und Stärken der Trainees sowie dem Bedarf des Unternehmens.

In puncto Gehalt liegen die Direkteinsteiger vorn. Sie verdienen bei gleicher Qualifikation im Schnitt rund zehn Prozent mehr als Trainees. Dabei sollte man jedoch berücksichtigen, dass die umfassende Betreuung und die zahlreichen Trainings- und Weiterbildungsangebote einen nicht unerheblichen Gegenwert darstellen – die Unternehmen investieren dadurch indirekt in ihre Nachwuchskräfte. Ebenso gibt es neben dem Gehalt oft auch sogenannte Benefits, wie zum Beispiel ein eigenes Firmenhandy, einen Fahrgeldzuschuss sowie Rabatte für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens.

Auf einen Blick: Vorteile eines Trainee-Programms

  • Ganzheitlicher Einblick ins Unternehmen durch Job-Rotation
  • Intensive Einarbeitung und Betreuung, Coaching, Mentoren-Programm
  • Blick über den Tellerrand
  • Kontinuierliche fachliche Aus- und Weiterbildung
  • Trainings zum Ausbau persönlicher und sozialer Kompetenzen
  • Bestimmung der Zielposition anhand eigener Interessen und Stärken
  • Networking mit Kollegen und Entscheidungsträgern
  • gegebenenfalls Auslandsaufenthalt
  • hohe Übernahmechancen

Finde hier heraus, ob ein Trainee-Programm oder ein Direkteinstieg das Richtige für dich ist!     Zum Artikel

Trainee-Programm vs. Volontariat

Zwischen dem – in der Regel journalistischen – Volontariat und einem Trainee-Programm gibt es einige Parallelen. So erstrecken sich beide Ausbildungsformen über circa zwölf bis 24 Monate. Ebenso stehen sowohl beim Volontariat als auch im Trainee-Programm die Weiterbildungsmaßnahmen für Berufseinsteiger im Vordergrund.

Der große Unterschied ist jedoch, dass lediglich ein Drittel der Volontäre nach der Ausbildung in eine Festanstellung übernommen wird. Trainee-Programme hingegen fokussieren sich in der Regel auf die unternehmensspezifische Qualifikation von Nachwuchskräften, um diese im Anschluss an das Trainee-Programm in eine Fach- oder Führungsposition zu übernehmen.

Auch bei der Bezahlung gibt es deutliche Unterschiede. Volontäre verdienen in der Regel zwischen 12.000 und 25.000 Euro brutto pro Jahr. Damit liegen sie weit unter dem Durchschnittsverdienst eines Trainees (ca. 38.200 Euro).

Auch die Voraussetzungen, die man für ein Volontariat mitbringen sollte, unterscheiden sich von denen für Trainee-Programme. So muss man in jedem Fall einen Hochschulabschluss besitzen, um als Trainee bzw. Graduate in ein Unternehmen einzusteigen. Für ein Volontariat reichen in manchen Fällen die Fachhochschulreife (Abitur) sowie erste berufsspezifische Praktika.

Hier findest du einen ausführlichen Vergleich zwischen Trainee-Programm und Volontariat!     Zum Artikel

Sind alle Trainee-Programme gleich?

Der Begriff „Trainee-Programm“ ist nicht rechtlich geschützt. Dadurch kann jeder Arbeitgeber seine Trainee-Ausbildung so gestalten, wie er möchte. Das kann sich positiv im Sinne von außergewöhnlichen Programmen auswirken, aber auch negativ, wenn Trainees als besser bezahlte Praktikanten gesehen werden. Dann kann es vorkommen, dass zum einen das Gehalt niedrig ist, aber vor allem auch, dass der Lerneffekt sowie die Betreuung mager ausfallen. Insofern empfiehlt es sich, genau hinzuschauen bei der Wahl des Trainee-Programms – zum Beispiel, indem du Erfahrungsberichte von Trainees liest und konkrete Fragen für das Vorstellungsgespräch vorbereitest. Achte auch darauf, dass Absprachen zum Programmablauf, zu den Inhalten, zur Betreuung und zu den Zielen des Trainee-Programms im Arbeitsvertrag festgehalten werden.

  • Die einzelnen Stationen werden spezifisch auf die Wünsche und Qualifikationen des jeweiligen Trainees angepasst, lassen sich aber noch im Verlauf des Programms flexibel gestalten. Ich arbeite unter anderem in den Bereichen Validierung, Produktion und chemische Analytik. Neben der Arbeit werden zahlreiche Schulungen und Seminare zur Weiterbildung angeboten.

    Denis Kartavyi, Trainee bei Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG

    Denis Kartavyi, Trainee bei Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Ich kann eigenständig arbeiten, mich mit vielen verschiedenen Abteilungen abstimmen und dabei wichtige Führungseigenschaften wie Proaktivität, unternehmerisches Denken und klare Kommunikation fördern. Auch mein Netzwerk innerhalb der Firma wächst und festigt sich so stetig.

    Lena Thomsen, Trainee bei British American Tobacco (Germany) GmbH

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Das Programm ist dual aufgebaut. Das heißt, Seminare und Einsätze in zentralen Einheiten wechseln sich mit Tätigkeiten am jeweiligen Bechtle Standort ab. Das hilft, sich intensiv in Aufgaben, Projekte und Kundensituationen einzuarbeiten.

    Jonas Wisserodt, Trainee bei Bechtle AG

    Jonas Wisserodt, Trainee bei Bechtle AG

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Ich habe unter anderem in den Abteilungen eBusiness, Sales and Customer Service, Strategie Europa und im International Mobile Wholesale gearbeitet. Hier habe ich die Verantwortung für verschiedene Projekte übertragen bekommen. Ich hatte dadurch viel Kontakt zu den anderen europäischen Telekom-Gesellschaften.

    Lotte Oudendijk, Trainee bei Deutsche Telekom AG

    Lotte Oudendijk, Trainee bei Deutsche Telekom AG

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Insgesamt sind die Schulungen und Exkursionen herausragend. Karriereorientierte Seminare zu Themen wie Business-Knigge, moderne Rhetorik mit Audio-Video-Training, Speed-Reading oder persönlichkeitsentwickelnde Motivationsanalysen werden kostenfrei angeboten.

    Markus Schluck, Trainee bei HORBACH Wirtschaftsberatung GmbH

    Markus Schluck, Trainee bei HORBACH Wirtschaftsberatung GmbH

     
    TRAINEE-INTERVIEW

Woran erkenne ich ein gutes Trainee-Programm?

Ein gutes Trainee-Programm hast du gefunden, wenn du an die folgenden Punkte ein Häkchen setzen kannst:

  • Das Programm bietet mir eine Perspektive nach dem Trainee-Programm
  • Ich habe die Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen
  • Ich werde intensiv betreut und habe sowohl fachliche als auch persönliche Ansprechpartner
  • Mir werden verschiedene Weiterbildungen – in Soft Skills und Methodenkompetenz genauso wie in fachlichen Themen – zur Verfügung gestellt
  • Ich habe viel Raum, um mich mit anderen Trainees und Kollegen auszutauschen
  • Mein Gehalt ist angemessen
  • Ich habe die Möglichkeit, individuelle Wünsche einzubringen
  • Ich habe Möglichkeiten, meine interkulturellen Kompetenzen aufzubauen
  • Die Kommunikation im Unternehmen verläuft auf Augenhöhe
  • Ich bekomme Verantwortung übertragen
  • Die Länge meines Trainee-Programms liegt maximal bei 24 Monate
Mehr zum Thema, woran du ein gutes Trainee-Programm erkennst, erfährst du hier!     Zum Artikel
Kein gutes Gehalt = kein gutes Trainee-Programm – stimmt das wirklich?     Zum Artikel

Was mache ich, wenn ich als Trainee unzufrieden bin?

Die oben genannten Punkte werden bei dir so gar nicht erfüllt? Wenn du mit deinem Trainee-Programm nicht zufrieden bist, ist in der Regel der persönliche Mentor erster Ansprechpartner – wenn es ihn denn gibt. Ansonsten wendest du dich an die Personalabteilung sowie deine direkten Vorgesetzten. Diese sollten ein offenes Ohr für deine Probleme haben und dir dabei helfen, die Missstände zu beheben. Hast du im Vorfeld so genau wie möglich vertraglich festlegen lassen, wie das Programm ablaufen soll, kannst du dich bei Abweichungen und Problemen auf den schriftlichen Vertrag berufen und hast damit eine gute Grundlage, deine Rechte zu verteidigen. Du hast alles versucht? Dann kannst du auch über einen Abbruch des Trainee-Programms nachdenken – kannst du das in folgenden Vorstellungsgesprächen gut mit Argumenten belegen, wird dir auch keiner einen Strick daraus drehen.

TIPP

Um genau solche negativen Erlebnisse zu vermeiden, haben wir in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Ingo Weller von der LMU München die Initiative für faire und karrierefördernde Trainee-Programme ins Leben gerufen. Unternehmen können sich dafür bewerben und unterziehen sich dann der Prüfung einer Reihe von Qualitätsmerkmalen, die direkt von den Trainees bestätigt werden müssen. Trägt ein Unternehmen also das Gütesiegel, kannst du sicher sein, dass es sich beim Trainee-Programm um eine hochqualifizierte Ausbildung für Nachwuchsführungskräfte handelt.

Hier findest du alle Unternehmen, die bereits von uns ausgezeichnet wurden!     Zur Übersicht
Trainee-Auszeichnung

Diese Unternehmen
haben ausgezeichnete
Trainee-Programme:

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Was muss ich mitbringen?

Je anspruchsvoller das Trainee-Programm und die spätere Zielposition, desto höher sind die Anforderungen an die Bewerber. So unterscheiden sich bei weitem nicht nur die fachlichen Kompetenzen, die ein Trainee mitbringen sollte. Auch die geforderten Soft Skills können je nach Fachbereich variieren. So muss beispielsweise ein Vertriebstrainee exzellente kommunikative Kompetenzen mitbringen, wohingegen bei einem Technik-Trainee eher eine visionäre Denkweise gefragt ist.

Wir haben auf Basis unserer engen Zusammenarbeit mit den Unternehmen eine Checkliste für Trainees erstellt. Anhand der folgenden Punkte kannst du überprüfen, ob eine Trainee-Stelle für dich grundsätzlich in Frage kommt. Die Liste beinhaltet die am häufigsten genannten Anforderungen an Trainee-Bewerber. Bitte beachte, dass man nicht alle Punkte zu hundert Prozent erfüllen muss, um Chancen auf eine Trainee-Stelle zu haben. Diese Checkliste stellt lediglich eine Richtlinie dar. Entscheidend im Bewerbungs- und Auswahlprozess ist zudem immer, wie motiviert der Bewerber ist und inwiefern er die individuellen Anforderungen des Unternehmens erfüllen kann.

Fachliche Kompetenzen

  • erfolgreich abgeschlossenes Studium im relevanten Fachbereich
  • erste Praxiserfahrung durch Praktika oder eine Ausbildung
  • Methodenkompetenz
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Auslandserfahrung

INFO:

91 Prozent der Unternehmen finden, dass Eigeninitiative, Einsatzbereitschaft und Selbständigkeit die wichtigsten weichen Kriterien sind, dicht gefolgt von Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit.

Soft Skills

  • Eigeninitiative
  • ausgeprägte Motivation
  • hohe Lernbereitschaft
  • Verantwortungsbewusstsein
  • analytisches Denken und Handeln
  • Ziel- und/oder Kundenorientierung
  • soziale und kommunikative Kompetenzen
  • Teamgeist
  • Offenheit
  • Neugier
  • Flexibilität
  • Belastbarkeit
  • Kreativität

Erfahre hier, warum Soft Skills ein wichtiger Karrierefaktor sind!     Zum Artikel

Was muss ich bei der Bewerbung beachten?

Bei der Trainee-Bewerbung ist es sehr wichtig, dass du deine Motivation für das Trainee-Programm deutlich machst. Dazu gehört auch, dass du Wissbegierde und Karriereambitionen zeigst – schließlich bereitet dich das Trainee-Programm in der Regel auf eine Fach- oder Führungslaufbahn vor. Des Weiteren legst du deine Kompetenzen und Erfahrungen klar dar und zeigst dadurch, warum du einen besonderen Nutzen für das Unternehmen bringen wirst. Du hast ein besonderes Hobby? Auch das kannst du erwähnen und damit deine Persönlichkeit ausdrücken – ein Punkt, der bei vielen Unternehmen ganz weit oben auf der Liste steht.

Darüber hinaus gilt es natürlich, wie bei jeder Bewerbung, formale Kriterien wie Übersichtlichkeit, umgekehrte Chronologie sowie die Vollständigkeit deiner Unterlagen zu beachten. Dein Foto sollte seriöse Freundlichkeit und Offenheit ausstrahlen – Finger weg von Selfies und Urlaubsfotos. Ob du ein Deckblatt verwendest oder nicht, ist Geschmackssache.

TIPP:

Achte darauf, dass du deine Kompetenzen nicht einfach nur aufzählst, sondern auch belegst. Beispielsweise kannst du deine Teamfähigkeit und deinen Innovationsgeist dadurch zeigen, dass du in der Vergangenheit mit anderen zusammen eine erfolgreiche Veranstaltung auf die Beine gestellt oder eine Geschäftsidee umgesetzt hast. Deine interkulturelle Kompetenz sowie Mut „beweist“ du durch ein Auslandspraktikum in Hongkong genauso wie durch ein soziales Jahr in Brasilien oder sechs Monate Radfahren durch Afrika.

Noch mehr Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung findest du hier!     Zum Artikel

Wie überzeuge ich in den nächsten Bewerbungsrunden?

Kommt deine Bewerbung gut an, erwarten dich meist mehrere Schritte im Auswahlverfahren:

  • In der Regel folgt zuerst ein Telefoninterview. Einige Unternehmen führen dieses erste Interview auch per Video – zum Beispiel via Skype. Hast du hier überzeugt, folgt entweder die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch oder zu einem sogenannten Assessment Center

  • Beim Assessment Center(AC) werden die Trainee-Kandidaten mit dem (mutmaßlich) größten Potential eingeladen, um sich verschiedenen AC-Aufgaben zu stellen. Dabei werden sie vom Personaler sowie ein- oder mehreren Fach- bzw. Führungskräften betreut und beobachtet. Zumeist erstreckt sich ein solches Assessment Center über ein bis zwei Tage. Bestandteile eines AC sind zum Beispiel Gruppen- und Einzelaufgaben, Fallstudien, Diskussionen, die Selbstpräsentation sowie das Vorstellungsgespräch. In der Regel erhalten die Kandidaten dann direkt vor Ort eine Zu- oder Absage sowie ein ausführliches Feedback zu ihren Leistungen. Das AC kann auch online stattfinden. Hierbei beschränken sich die Aufgaben zumeist auf verschiedene Tests zur Fachkompetenz, zur Allgemeinbildung oder auch zum logischen Denken etc. Wurde das Online Assessment Center erfolgreich gemeistert, folgt zumeist eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Übrigens: Ein Klassiker unter den Aufgaben im AC ist die Postkorbübung, bei der unter anderem dein Organisationsgeschick und deine Stressresistenz getestet werden.

  • Einige Unternehmen bieten ihren Trainee-Kandidaten auch sogenannte Praxistage an. Diese sind Teil des Bewerbungsprozesses und geben den Bewerbern einen Tag lang Einblick in das Unternehmen und den potentiellen Einsatzbereich. Das hat den Vorteil, dass sich Unternehmen und Bewerber intensiv “beschnuppern” können. Schließlich ist das Schlüssel-Schloss-Prinzip für eine Trainee-Bewerbung essentiell: Trainee und Unternehmen müssen zueinander passen, damit die zukünftige, intensive und auf Langfristigkeit angelegte Zusammenarbeit auch in ein zufriedenstellendes Arbeitsverhältnis mündet.

  • Beim Job-Interview waren Leute aus der Personalabteilung und von der Fachabteilung dabei. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie mich als Person kennen lernen und in Erfahrung bringen wollten, ob ich zur Deutschen Telekom passe und die Deutsche Telekom zu mir.

    Lotte Oudendijk, Trainee bei Deutsche Telekom AG

    Lotte Oudendijk, Trainee bei Deutsche Telekom AG

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Das Auswahlverfahren bei der Lufthansa Technik ist dreistufig: Online-Test, Telefoninterview und Assessment Center. Das AC umfasst zwei Tage und besteht aus typischen Elementen, wie beispielsweise Präsentationen oder Gruppenaufgaben.

    Jonas Fornacon, Trainee bei Lufthansa Technik AG

    Jonas Fornacon, Trainee bei Lufthansa Technik AG

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Am Bewerbertag habe ich die Geschäftsführung und den Hauptsitz in Köln kennengelernt. Die Aufgaben dort waren eine kurze Selbstpräsentation, eine Gruppenarbeit sowie persönliche Karriere-Gespräche mit Führungspersönlichkeiten von HORBACH.

    Markus Schluck, Trainee bei HORBACH Wirtschaftsberatung GmbH

    Markus Schluck, Trainee bei HORBACH Wirtschaftsberatung GmbH

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Nachdem ich meine Bewerbung an die Personalabteilung versendet hatte, wurde ich zum Bewerbungsgespräch und zu einem Probearbeitstag eingeladen. Die Zusage habe ich kur nach dem Probetag erhalten.

    Corinna Nothdurft, Trainee bei Würth (Adolf Würth GmbH & Co.KG)

    Corinna Nothdurft, Trainee bei Würth (Adolf Würth GmbH & Co.KG)

     
    TRAINEE-INTERVIEW
  • Im Vorstellungsgespräch habe ich den Eindruck gewonnen, dass es neben der fachlichen Eignung besonderer Wert auf die Persönlichkeit und die Passung zur Nestlé-Kultur ankommt. Ein authentisches, reflektiertes Auftreten ist meines Erachtens das ausschlaggebende Kriterium.

    Stephanie Niesen, Trainee bei Nestlé Deutschland AG

    Stephanie Niesen, Trainee bei Nestlé Deutschland AG

     
    TRAINEE-INTERVIEW

Hier eine Auswahl an Trainee-Stellen mit offener Bewerbungsphase:

Aktuelle Trainee-Stellen

zu allen Trainee-Stellen

Was für einen Vertrag bekomme ich?

Das Verhältnis zwischen befristeten und unbefristeten Verträgen für Trainees ist ungefähr ausgewogen. Seit 2000 gibt es das Gesetz zur Teilzeitarbeit und Befristung (TZBfG), das bestimmte Richtlinien für die Zulässigkeit von befristeten Verträgen aufstellt. Für Trainees bedeutet das, dass die Befristung kalendermäßig geregelt ist und maximal zwei Jahre dauern kann.

Habe ich Urlaubsanspruch?

Als Trainee gelten die gleichen Urlaubsregelungen wie für alle Arbeitnehmer. Der gesetzliche Mindestanspruch beläuft sich dabei auf 24 Werktage bezahlten Erholungsurlaub pro Jahr. Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind. Das heißt, diese Zahl ist nur gültig für Arbeitnehmer, die sechs Tage die Woche (also auch samstags) arbeiten. Für Trainees mit einer 5-Tage-Woche beträgt der (Mindest-)Urlaubsanspruch 20 Arbeitstage pro Jahr. Ein großer Teil der Arbeitgeber ist jedoch großzügiger und gewährt den Mitarbeitern 25 bis 30 Urlaubstage jährlich.

Der Anspruch auf Urlaub gilt jedoch nur für die Monate, in denen der Trainee voll gearbeitet hat. Beginnt ein Trainee-Programm beispielsweise zum 15. in einem Monat, verfällt der Urlaubsanspruch für diesen angefangenen Monat. Ansonsten gilt: für jeden Monat in Vollbeschäftigung steht dem Trainee 1/12 des Jahresurlaubsanspruchs zu. Beispiel: Bei 24 Urlaubstagen im Jahr hat der Trainee das Recht auf zwei Tage Urlaub je Monat – die in der Regel aber natürlich gebündelt genommen werden können.

Kann ich im Trainee-Programm gekündigt werden?

Ja, kannst du. Dabei beträgt bei einem unbefristeten Vertrag die gesetzliche Kündigungsfrist automatisch vier Wochen, bei einem befristeten muss diese extra im Vertrag festgehalten werden. Willst du bei einem befristeten Vertrag kündigen, musst du ebenfalls die gesetzlichen Fristen einhalten.

Gibt es eine Probezeit?

Die Probezeit bei einem Trainee-Programm kann zwischen einem Tag und sechs Monaten liegen. Wirst du in der Probezeit gekündigt oder willst du kündigen, gilt in der Regel eine verkürzte Kündigungsfrist.

Wie sieht es in Sachen Arbeitszeit und Überstunden aus?

Es gilt eine Höchstarbeitszeit von acht Stunden pro Tag. Oft findet man in Verträgen die Klausel, dass bis zu 20 Prozent Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind – das heißt also, dass du keinen Anspruch auf eine Vergütung oder einen Ausgleich deiner Überstunden hast. In manchen Unternehmen wird die Zeit erfasst, in manchen gilt die sogenannte „Vertrauensarbeitszeit“. Viele Unternehmen bieten flexible Arbeitszeiten an, das kann zum Beispiel heißen, dass du entscheiden kannst, ob du morgens um acht anfängst und früher gehst oder erst später startest und dafür länger bleibst.

Erfahre hier alles, was du zum befristeten Vertrag wissen musst!     Zum Artikel

Was für ein Gehalt bekomme ich?

Das Trainee-Gehalt beträgt im Durchschnitt rund 38.200 Euro brutto pro Jahr. Damit liegen die Trainees mit ihrem Verdienst rund 10 Prozent unter dem Gehalt der Direkteinsteiger gleicher Qualifikation. Die Spanne der Trainee-Gehälter ist jedoch riesig. So fand eine Studie ein mit lediglich 6.000 Euro Jahresbruttogehalt vergütetes Trainee-Programm. Auf der anderen Seite gibt es Programme, die mit deutlich über 50.000 Euro im Jahr vergütet werden.

Maßgeblich für die Höhe des Gehalts ist vor allem die Branche des Arbeitgebers. Trainees in der Tourismusbranche verdienen beispielsweise im Schnitt knapp 24.000 Euro, während ihre Pendants in der Bankenbranche auf circa 52.600 Euro kommen. Auch ob du einen Bachelor- oder Masterabschluss sowie welches Studienfach du gewählt hast, kann Einfluss auf deinen Verdienst haben. Zudem gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Unternehmensgröße. Generell gilt: je höher die Anzahl der Mitarbeiter, desto höher der Trainee-Lohn. Und zumeist sind es auch die größeren Firmen, die zusätzlich zum Gehalt weitere Benefits anbieten. Solche Zusatzleistungen sind unter anderem:

  • Weiterbildungsbudget (z.B. Business Englisch Kurs, Fachkonferenz, Coaching)
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Dienstwagen
  • Firmenhandy/-Laptop
  • Kantine/Vergünstigungen für Restaurants
  • Fahrgeldzuschuss
  • Mitarbeiterrabatte

Zusätzlich sollte man bedenken, dass man in einem guten Trainee-Programm eine intensive Aus- und Weiterbildung erfährt, sodass nicht allein das Gehalt, sondern auch die zukünftigen Karriereperspektiven in die Entscheidung für einen Arbeitgeber mit einfließen sollten. Zudem ist es üblich, dass nach erfolgreichem Abschluss des Trainee-Programms das Gehalt neu verhandelt wird. Hier sind – abhängig von Branche, Qualifikation und Zielposition – zwischen sieben und 15 Prozent mehr drin.

TIPP:

Dein Trainee-Gehalt ist verhandelbar? Dann solltest du ein paar Dinge beachten:

  1. Staple nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief: Verlangst du zu wenig, verkaufst du dich unter Wert, verlangst du zu viel, kann dich das das Angebot kosten, wenn dein Arbeitgeber das Gefühl hat, dass du unzufrieden sein wirst.
  2. Lege eine Untergrenze fest, unter die du auf gar keinen Fall gehen möchtest. Das ist wichtig, um nicht mit Frust in den neuen Job zu starten.
  3. Nenne einen Betrag, der einen Tick höher ist als das Gehalt, womit du zufrieden wärst.

Auf diese Art und Weise bekommst du einen guten Mittelwert, mit dem du in jedem Fall nicht unglücklich wirst und der zugleich nicht maßlos erscheint.

Detaillierte Informationen zum Trainee-Gehalt findest du hier!     Zum Artikel

Und das bleibt übrig vom Trainee-Gehalt

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Expertencheck

Was muss ich als Trainee mitbringen? Woran erkenne ich ein faires Trainee-Programm? Lösen Trainee-Programme den Direkteinstieg ab? Wir haben Lukas große Klönne – Autor "Trainee-Knigge" und Trainee-Experte – zum Interview getroffen. Hier gibt er Antwort auf drei wichtige Fragen rund um den Einstieg als Trainee:

Im Jahr 2012 fand zum ersten Mal der Think Tank Trainee-Programme statt. Hier kommen Arbeitgeber und Trainees zusammen, um aktuelle Fragen rund um Trainee-Programme zu diskutieren und gemeinsam Lösungen für eine qualitativ hochwertige Nachwuchsförderung zu erarbeiten. In diesem Rahmen haben wir Arbeitgeber zum Thema Trainee-Programme befragt:

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