Trainee-Arten: 4 Programme, eine Mogelpackung.

Trainee-Arten: 4 Programme, eine Mogelpackung.
Bist du eher so der zielstrebige Typ oder suchst du noch Orientierung? Willst du steil die Karriereleiter hoch oder deine Fühler erst noch in alle Richtungen ausstrecken? Die gute Nachricht: Ein Trainee-Programm kann alle deine Wünsche erfüllen. Hier erfährst du, welche Arten von Trainee-Programmen es gibt und welche Vorzüge oder Nachteile sie jeweils haben.
  1. Generalistisches Trainee-Programm.

    Das generalistische oder klassische Trainee-Programm ist am weitesten verbreitet. Unternehmen bieten es an, um gezielt Fach- und Führungskräftenachwuchs auszubilden, der vielseitig einsetzbar ist. Das Besondere ist also, dass zu Beginn des Trainee-Programms noch nicht feststehen muss, welche Stelle du am Ende genau besetzen wirst. Aufgrund deines Studiums sowie deiner Vorkenntnisse bist du zwar einem bestimmten Fachbereich zugeordnet, durchläufst aber auch fachfremde Abteilungen. Du ziehst aber nicht nur von Büro zu Büro, sondern landest auch mal in der Produktion oder sammelst Erfahrungen im Ausliefern. Einerseits sollst du durch die Job-Rotation einen Gesamtüberblick über das Unternehmen bekommen. Andererseits sollst du als Trainee lernen, abteilungsübergreifend zu denken und zu handeln, sodass du später nicht nur deinen eigenen Fachbereich im Blick hast, sondern auch die Auswirkungen deiner Entscheidungen auf andere Unternehmensbereiche miteinbeziehst.

    Das Ganze hat aber nicht den Zweck, dass du dich ein bisschen umschaust, sondern nach der Einarbeitungszeit aktiv eigene Aufgaben im Tagesgeschäft abwickelst und Projekte voranbringst. Lernen, Anpacken und Verantwortung übernehmen heißt also die Devise. Ziel des klassischen Trainee-Programms ist es, dir als Trainee sowohl den Raum zur Entfaltung deiner Talente zu geben als auch deine fachliche sowie persönliche Weiterentwicklung zu fördern. Neben regelmäßigen Netzwerk-Treffen wartet eine intensive Betreuung durch die Personalabteilung, Fachkräfte der einzelnen Abteilungen sowie einen persönlichen Mentor auf dich. Diese geben dir nach jeder Station Feedback und legen gemeinsam mit dir fest, welche Zielposition, du im Anschluss an das Trainee-Programm belegen wirst.

    Ein klassisches Trainee-Programm sollte folgendes bieten:

    • Job-Rotation
    • Einsatz im Tagesgeschäft und in Projekten
    • Betreuung durch mindestens einen Mentor und die HR-Abteilung
    • Weiterbildungsangebote
    • Einfluss auf die Zukunft im Unternehmen
  2. Fachtrainee-Programm.

    Du hast dir im Studium bereits einen Schwerpunkt gesetzt und weißt daher genau, wo es für dich beruflich hingehen soll? Dann ist das fachspezifische Trainee-Programm das Richtige für dich. Im Gegensatz zum allgemeinen Trainee-Programm steht hier von Anfang an fest, welche Position du später im Unternehmen bekleiden wirst – und darauf wirst du gezielt vorbereitet. Das heißt zwar, dass du nicht so breit durch das Unternehmen rotierst wie beim klassischen Trainee-Programm, du aber dennoch die verwandten Abteilungen deines Kernbereichs intensiv kennenlernst. Auf diese Weise verstehst du die Zusammenhänge der Abteilungen deines Fachbereichs im Detail. Der Schwerpunkt liegt also eher auf dem Tagesgeschäft sowie ersten Projekten. Natürlich kannst du dich im Fachtrainee-Programm auch auf eine umfassende Betreuung, regelmäßiges Feedback und Möglichkeiten zur Weiterbildung freuen.

    Im Fachtrainee-Programm erwartet dich:

    1. Eine klare Zielposition von Anfang an
    2. Intensive Einarbeitung in den Zielbereich
    3. Rotation in verwandte Bereiche
    4. Tagesgeschäft und kleine bis mittlere Projekte

    Beliebte Bereiche, in denen verstärkt Fachtrainee-Programme angeboten werden, sind zum Beispiel:

  3. Management Trainee-Programm.

    Im Management Trainee-Programm geht es steil bergauf für dich. Während du bei den anderen Trainee-Programm-Arten eine Fach- oder Führungslaufbahn anstrebst, ist das Management Trainee-Programm eine Mischung aus beidem mit Richtung Unternehmensführung. Unternehmen nutzen diese Art von Programm vor allem, um gezielt Führungskräfte innerhalb des Unternehmens auszubilden, anstatt auf externe Kräfte zu setzen.

    In der Regel dauert das Management Trainee-Programm länger, da dein Arbeitsalltag durch äußerst anspruchsvolle Projektaufgaben geprägt ist, die nicht ohne sind. Du wirst deshalb als Management Trainee von Mentoren aus der Führungsetage mit viel Know-how betreut. Interne und externe Schulungen und Coachings begleiten deine Ausbildung. Am Ende erhältst du also auch hier einen umfassenden Einblick in die Unternehmensabläufe sowie fundiertes Wissen über das gesamte Unternehmen, seine Prozesse und Produkte. Dein Fokus liegt dabei besonders auf den Themen Unternehmensorganisation, Business Development, Marktanalyse und Strategie.

    Das erwartet dich im Management Trainee-Programm:

    • Eine klare Zielposition im Management
    • Sehr anspruchsvolle Aufgaben
    • Umfassender Einblick in zentrale Themen des Unternehmens
    • Einsatz an zentralen Schnittstellen
    • Mentoring von Führungskräften
  4. Das Trainee-Studium.

    Das Trainee-Studium ist im Vergleich zum klassischen und fachspezifischen Trainee-Programm eher selten. Der Clou: Du verbindest Trainee-Programm und Studium miteinander. Während du an der Uni also Theorie paukst, bist du in der vorlesungsfreien Zeit im Unternehmen, wo du auch deine Pflichtpraktika ableistest. Das Unternehmen übernimmt dabei die Kosten für das Studium, zahlt dir eine monatliche Vergütung und stellt dich für die Dauer des Studiums ein. Klingt soweit alles top – aber es gibt natürlich auch ein paar Nachteile. So musst du das Unternehmen stets über deine erbrachten Studienleistungen informieren und da du in den Semesterferien ackern musst, hast du wie im normalen Berufsleben „nur“ an die 24 Urlaubstage. Du bist also stärker beansprucht als der klassische Student und brauchst für diese Doppelbelastung viel Motivation und Energie. Dafür bist du danach aber auch richtig gut in Theorie und Praxis ausgebildet. Deine Chancen, nach dem Traineeship vom Unternehmen übernommen zu werden, sind dementsprechend sehr gut, auch wenn es dazu nicht verpflichtet ist.

    Das Trainee-Studium hält für dich bereit:

    • Theoretische und praktische Ausbildung in einem
    • Übernahme von anfallenden Gebühren fürs Studium
    • Gehalt während des Studiums
    • Exzellente Jobaussichten
    • Ausbildung zur Führungskraft
    • Doppelbelastung mit wenig Freizeit/Urlaub
  5. Praktikum-Verschnitt.

    Ob klassisch, fachspezifisch, studienbegleitend oder vorbereitend für das Management: Ein optimaler Karriere-Boost erwartet dich bei allen Varianten. Leider gibt es aber auch schwarze Schafe, bei denen du und deine Entwicklung nicht auf ihre Kosten kommen. Denn der Begriff „Trainee-Programm“ ist nicht geschützt. Und so haben einige Programme kaum etwas mit der Kernidee zu tun. Stattdessen werden befristete Verhältnisse für Berufseinsteiger geschönt und Talente dabei gnadenlos ausgenutzt. Im besten Fall handelt es sich dann nur noch um ein besseres Praktikum, wo du als „Trainee“ nicht ausgebildet, sondern ins kalte Wasser des Tagesgeschäfts geschmissen wirst. Aufgaben, die keiner machen will, werden auf dich abgewälzt, und du bekommst Verantwortung übertragen, mit der du weitgehend alleingelassen wirst. Mag zwar spannend sein, aber erinnert irgendwie auch an Russisch Roulette. Dazu gibt es oftmals keine Weiterbildungen, Stationen und Perspektive – somit sind weder die Aufstiegschancen noch die Chance auf eine Übernahme hoch. Das muss aber nicht immer böse Absicht sein – gerade kleinere Unternehmen haben oftmals nicht die Kapazitäten, massenhaft Festanstellungen rauszuhauen und sich ausreichend um deine Betreuung zu kümmern.

    Um böse Überraschungen aufgrund fehlender einheitlicher Standards zu vermeiden, hilft dir unsere Trainee-Auszeichnung, Unternehmen mit karrierefördernden und fairen Trainee-Programmen zu finden. Außerdem hilft es, sich vorher mithilfe von Erfahrungsberichten zu informieren, wie andere Trainees die Ausbildung bei dem Unternehmen fanden und welche Vor- und Nachteile es gibt.

    Das sind Indikatoren für ein gutes Trainee-Programm:

    • Mehrstufiger Auswahlprozess mit Assessment Center
    • Die Einarbeitung und Ausbildung laufen strukturiert ab, plus du hast einen festen Ansprechpartner oder Mentor
    • Nach der Einarbeitungszeit erhältst du eigene Aufgaben und Projekte
    • Es finden kontinuierlich fachliche und persönliche Weiterbildungen statt
    • In der Zielposition nach deiner Traineezeit hast du einen eigenen Verantwortungsbereich und bekommst ein signifikant höheres Gehalt
  6. Fazit.

    Du merkst schon, die Grenzen bei den Trainee-Programmen sind oft fließend. Auch wenn du ein klassisches oder fachspezifisches Trainee-Programm absolvierst, hast du gute Chancen, ins Management aufzusteigen. Gerade diese beiden Arten vermischen sich auch gerne: Zum Beispiel gibt es auch klassische Trainee-Programme, bei denen von vornerein die Zielposition feststeht, oder fachspezifische Trainee-Programme, bei denen du trotzdem einen Einblick in fachfremde Bereiche bekommst. Und explizit gekennzeichnete Management Trainee-Programme sind eher selten, da sie vorrangig von großen Unternehmen angeboten. Grundsätzlich gilt: Wähle dein Trainee-Programm nach dem konkreten Angebot der Firma aus und nicht nach starren Kategorisierungen.