Einstiegsgehalt für Absolventen 2017.

Einstiegsgehalt für Absolventen 2017.
Gehalt ist nicht alles – aber dennoch ein wichtiger Faktor, wenn es um die Entscheidung für ein Studienfach oder den ersten Vollzeit-Job geht. Hier findest du eine Übersicht zu Einstiegsgehältern in verschiedenen Branchen und erfährst, welche weiteren Faktoren einen großen Einfluss auf dein Gehalt als Absolvent haben.

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Bewirbst du dich eher bei einem Arbeitgeber, der mit Qualitätssiegeln ausgezeichnet ist?


  1. Davon hängt dein Einstiegsgehalt ab.

    Letztendlich ist das Einstiegsgehalt nach dem Studium immer Verhandlungssache – du nennst eine Zahl, dein künftiger Arbeitgeber nennt eine Zahl, und im Idealfall nähert ihr euch deiner Gehaltsvorstellung an. Ganz willkürlich wird dein Verdienst aber nicht festgelegt, sondern richtet sich nach verschiedenen Faktoren, sodass eine gewisse Vergleichbarkeit herrscht:

    • Steigst du als Direkteinsteiger oder Trainee ein?
    • Hast du einen Bachelor- oder Master-Abschluss?
    • Was hast du studiert?
    • Hast du deinen Abschluss an der FH oder an der Uni gemacht?
    • In welcher Branche steigst du ein?
    • Steigst du in einen Konzern, ein KMU oder ein Start-up ein?
    • In welchem Bundesland wirst du arbeiten?

    Inwiefern diese Faktoren dein Einstiegsgehalt bestimmen und wie viel du konkret verdienen kannst, erfährst du im Folgenden.

  2. Einstiegsgehalt: Trainee vs. Direkteinsteiger.

    Als Trainee wird man noch ausgebildet, sodass das Unternehmen zusätzlich zu deinem Gehalt viel für Betreuung und Weiterbildung in dich investiert. Dennoch sollte der Unterschied beim Einstiegsgehalt zwischen Trainee und Direkteinsteiger maximal fünf bis zehn Prozent betragen. Durchschnittlich verdienst du

    • als Trainee 39.600 Euro und

    • als Direkteinsteiger 43.000 Euro jährlich.

    Da ein Trainee-Programm gezielt auf eine Fach- oder Führungsposition vorbereitet, kannst du dich im Anschluss in der Regel auf schnelle Gehaltssprünge freuen.  

    Eine dritte Option ist der Einstieg als Volontär. Volontariate werden verstärkt im Journalismus, aber auch im PR-Bereich oder im Öffentlichen Dienst angeboten, und sind leider nicht besonders gut bezahlt – wenn auch teilweise nach Tarif. Durchschnittlich verdienen Volontäre gerade mal 1.426 Euro brutto im Monat. Wenn du bei einem großen Medienhaus ein Volontariat absolvieren möchtest, informiere dich in jedem Fall, ob auch Trainee-Programme angeboten werden. Denn diese sind meist lukrativer: Das Trainee-Gehalt bei Axel Springer beispielsweise liegt bei circa 40.000 Euro.  

    Die Branche spielt auch bei Trainee-Programmen eine entscheidende Rolle. Als Trainee im Controlling oder im ingenieurwissenschaftlichen Bereich erwartet dich ein Einstiegsgehalt bis 45.000 Euro, während du dich als Trainee im Tourismus oder in der Medienbranche bei 23.000 Euro jährlich bewegst. In anderen Fachrichtungen kann das Trainee-Gehalt stark schwanken – im Bereich Innenarchitektur beispielsweise pendelt das Einstiegsgehalt zwischen 30.000 Euro und knapp 50.000 Euro.

  3. Einstiegsgehalt nach Abschluss.

    Hast du dein Studium mit einem Bachelor abgeschlossen, liegt dein Einstiegsgehalt durchschnittlich 9 Prozent unter dem Einstiegsgehalt mit Master; bei einer Promotion ist sogar noch mehr drin. Grundsätzlich kann der Unterschied mehrere Tausend Euro betragen. In konkreten Zahlen ausgedrückt liegt das durchschnittliche Master-Gehalt bei 45.000 Euro, während das Einstiegsgehalt nach dem Bachelor mit 39.840 Euro zu Buche schlägt. Besonders für Ingenieure, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Naturwissenschaftler lohnt es sich für ein gutes Einstiegsgehalt, den Master an das Bachelor-Studium dranzuhängen, während in Geisteswissenschaften die praktische Erfahrung mehr wiegt als der Abschluss. Und auch Informatiker können durch viel Praxiswissen in der Gehaltsverhandlung ums Einstiegsgehalt punkten.

    Hier drei Beispiele, wie viel bzw. wie wenig der Unterschied beim Gehalt für Berufseinsteiger betragen kann:  

    • Einstiegsgehalt Marketing, Beispiel Produktmanagement: Mit Bachelor 40.419 Euro, mit Master 45.808 Euro

    • Einstiegsgehalt Informatik, Beispiel Webentwicklung: Mit Bachelor 35.429 Euro, mit Master 35.735 Euro

    • Einstiegsgehalt Ingenieurwesen, Beispiel Maschinenbau: Mit Bachelor 45.141 Euro, mit Master 47.084 Euro    

    Grundsätzlich lohnt es sich also, aktuelle Gehaltsentwicklungen zu verfolgen, bevor man die Entscheidung für Master oder Job nach dem Bachelor trifft. Interessieren dich bestimmte Arbeitgeber, solltest du frühzeitig checken, welcher Abschluss für den Einstieg bei ihnen vonnöten ist: Manche Unternehmen verlangen von Berufseinsteigern den Master oder – vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich – sogar eine Promotion.

    Bei der Entscheidung solltest du bedenken, dass du als Master zwar mehr verdienst, aber auch noch zwei Jahre länger studierst und dich finanzieren musst, während du als Bachelor-Absolvent schon früher ein festes Gehalt verdienst.

  4. Einstiegsgehalt nach Studiengängen.

    Bereits im Studium legst du den Grundstein für dein künftiges Einstiegsgehalt – mit einem Bachelor of Science, zum Beispiel in Informatik oder Wirtschaftsinformatik, oder einem Bachelor of Engineering in Ingenieurwissenschaften stehst du in der Regel besser da als mit einem Bachelor of Arts in Kommunikationswissenschaften oder Pädagogik. Bei breit gefächerten Studiengängen wie BWL stehen dir nach dem Bachelor in Sachen Einstiegsgehalt erstmal alle Möglichkeiten offen, da du – je nach Spezialisierung – verschiedenste Positionen in unterschiedlichen Unternehmen besetzen kannst.  

    Konkret sieht die Verteilung des Bruttoeinstiegsgehalts nach Studienrichtung in Deutschland 2017 so aus:

    STUDIENRICHTUNG EINSTIEGSGEHALT
    Rechtswissenschaften 59.000
    Informatik (mit Promotion) 54.000
    Ingenieurwissenschaften 52.000
    Wirtschaftsingenieurwesen 52.000
    Medizin 50.000
    Rechtswissenschaften 49.500
    Informatik 49.500
    Wirtschaftswissenschaften 46.000
    Pharmazie, Lebensmittelchemie 42.000
    Sprach- und Kulturwissenschaften 41.000
    Grafik / Design 41.000

    Quelle: statista.de (2017): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183075/umfrage/einstiegsgehaelter-fuer-hochschulabsolventen-nach-studienrichtung/.

  5. Einstiegsgehalt nach Hochschule.

    Du überlegst, ob eine Uni, eine Fachhochschule oder eine private Hochschule das Richtige für dich ist? Abgesehen davon, dass die Struktur unterschiedlich ist – an der FH studierst du in kleineren Gruppen und anwendungsorientierter als an der Uni, wo du dich dafür mehr der Forschung zuwenden und promovieren kannst – kann sich deine Wahl auf dein erstes Gehalt auswirken. Als Uni-Absolvent verdienst du durchschnittlich mit knapp 44.000 Euro im Vergleich zu einer privaten Hochschule sieben Prozent mehr, die FH liegt dazwischen knapp unter der Uni mit circa 42.400. 

    Im konkreten Fall kann der Unterschied wesentlich höher sein: Ein Wirtschaftsingenieur beispielsweise bekommt als Uni-Absolvent 48.052 Euro Einstiegsgehalt, nach der FH hingegen „nur“ 43.278 Euro.

  6. Einstiegsgehalt nach Branche.

    Vor allem die Branche, in der du einsteigst, hat einen entscheidenden Einfluss auf dein Einstiegsgehalt – denn selbst wenn du Sprachwissenschaften studiert hast, kann es sein, dass du als Quereinsteiger zum Beispiel im Consulting landest.

    So wie bei den Trainee-Gehältern spiegelt sich auch hier die Tendenz wider, dass Branchen wie Automotive oder Finanzen ganz oben auf dem Gehaltsmarkt mitspielen, während Tourismus, Medien und Marktforschung das Schlusslicht bilden.  

    Das sind die Top 25 Branchen mit den jeweiligen Einstiegsgehältern:

    BRANCHE UNTERES QUARTIL MEDIAN OBERES QUARTIL
    Banken 43.000 50.000 58.000
    Automobilindustrie 43.000 48.000 53.000
    Pharma / Healthcare 43.000 48.000 53.000
    Consulting / Unternehmensberatung 42.000 48.000 51.000
    Luft- und Raumfahrtindustrie 41.000 48.000 53.000
    Finanzdienstleistung 39.000 48.000 53.000
    Chemie / Verfahrenstechnik 40.000 48.000 53.000
    E-Technik 39.000 47.000 52.000
    Versicherung 39.000 46.000 49.000
    Anlagenbau 39.000 46.000 49.000
    Maschinenbau 39.000 45.000 49.000
    Energiewirtschaft 38.000 45.000 50.000
    Stahlindustrie 39.000 45.000 50.000
    Konsumgüterindustrie 39.000 44.000 50.000
    Telekommunikation 38.000 44.000 48.000
    Informationstechnik 37.000 43.000 46.000
    Steuerberatung / Wirtschaftsprüfung 37.000 42.000 47.000
    Forschung 36.000 41.000 44.000
    Transport / Logistik / Verkehr 36.000 41.000 44.000
    Handel 33.000 39.000 43.000
    Bauindustrie 33.000 38.000 42.000
    Medien 30.000 37.000 42.000
    Tourismus 27.000 33.000 38.000
    Marktforschung / Werbung 27.000 33.000 36.000

    Quelle: statista.de (2017): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183080/umfrage/einstiegsgehaelter-von-hochschulabsolventen-nach-branchen/. Anmerkung: Quartil bedeutet, dass 25 Prozent mehr bzw. weniger verdienen. Median ist der Mittelwert, das heißt, 50 Prozent verdienen mehr und 50 Prozent verdienen weniger.

  7. Einstiegsgehalt nach Firmengröße.

    Ob du in einem international agierenden Konzern oder in einem Start-up deine Karriere startest, hat natürlich ebenfalls einen Einfluss auf dein Einstiegsgehalt. Große Unternehmen wie Daimler oder Siemens mit Tausenden von Mitarbeitern verfügen über eine höhere Wirtschaftskraft als kleine und mittelständische Unternehmen und können so Absolventen höhere Gehälter zahlen. Oftmals sind sie außerdem an einen Tarifvertrag gebunden.  

    Grob kann man folgende Einteilung in Bezug auf das durchschnittliche Gehalt vornehmen:

    • Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern: Einstiegsgehalt 34.075 Euro im Jahr

    • Firmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern: Einstiegsgehalt 38.40 Euro im Jahr

    • Firmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern: Einstiegsgehalt 44.134 Euro im Jahr

    • Firmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern: Einstiegsgehalt 47.000 Euro im Jahr

  8. Einstiegsgehalt nach Bundesland.

    Nicht zuletzt hat es einen Einfluss auf dein Einstiegsgehalt, wo du dich bewirbst. Dass im Süden Deutschlands die Gehälter höher sind als im restlichen Land, ist kein Geheimnis mehr. In Bayern und Baden-Württemberg können sich Berufseinsteiger, die beispielsweise als Ingenieure im stark vertretenen Automotive-Bereich einsteigen, auf ein Gehalt um die 49.000 Euro freuen. In Hessen sieht der durchschnittliche Verdienst für Berufseinsteiger ähnlich erfreulich aus. Das Schlusslicht im Gehalts-Ranking bilden die neuen Bundesländer Thüringen, Sachsen und Mecklenburg Vorpommern – im Ost-West-Vergleich ergibt sich ein Gehalts-Gefälle von 25 Prozent.

  9. Fazit und Prognose.

    Grundsätzlich gab es 2016 eine Gehaltssteigerung von 2,5 Prozent – Tendenz weiter steigend. Gewinner waren dabei besonders Beschäftigte in der Chemie- und Pharmabranche, die laut einer Studie 19 bzw. 20 Prozent mehr als der Durchschnitt verdienen. Wie aussagekräftig Statistiken zum Gehalt wirklich sind, sei dahingestellt – letztendlich nützt es dem Durchschnitts-Angestellten wenig, wenn die Steigerung nur die Chefetage betrifft. Dennoch ist hier eine positive Entwicklung zu erkennen. Und selbst wenn der Blick auf den Gehaltszettel keinen unmittelbaren Jubel auslöst, so gibt es noch viel mehr, was einen guten Job jenseits vom Gehalt ausmacht.