Work-Life-Balance: Arbeitsalltag integrieren.

Work-Life-Balance: Arbeitsalltag integrieren.
Wenn Arbeit und Privatleben sich vertragen, kann sich ein Unternehmen mit guter Work-Life Balance brüsten. So die Theorie. Was sich genau hinter dem Begriff verbirgt und welche Bedeutung das Thema im Bewerbungsprozess und im Arbeitsalltag hat, erklären wir dir hier. Außerdem bekommst du Tipps, wie du deine eigene Balance im Arbeitsalltag findest.

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  1. Definition & Bedeutung von Work-Life-Balance.

    Telearbeitsplätze, betriebseigene Kita und Powernap-Areas stehen für die neue Work-Life-Balance. Das Ziel: Eine angenehme und flexible Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter zu schaffen und damit für einen besseren Ausgleich während der Arbeitszeit sowie eine Vereinbarkeit mit dem Privatleben zu sorgen. Welchen Stellenwert die Work-Life-Balance einnimmt, zeigt eine Studie unter Akademikern: 85 Prozent der Befragten gaben an, dass eine gesunde Work-Life-Balance bei der Wahl des Arbeitgebers ein wichtiges Kriterium ist. 79 Prozent hoben dabei flexible Arbeitszeitmodelle hervor.

    Darauf reagieren die Unternehmen: Ein Großteil hat auf der Karriereseite eine eigene Rubrik angelegt, in der es ausschließlich darum geht, inwiefern für das persönliche Wohlbefinden der Mitarbeiter gesorgt ist. Beliebte Maßnahmen sind zum Beispiel:

    • Flexible Arbeitszeiten und Home Office

    • Betreuung für Kinder und Angehörige sowie Elternzeitregelungen für junge Familien

    • Sport- und Gesundheitsangebote

    • Teamevents

    • Medizinische Betreuung

    • Sabbaticals

    • Angebote zur Stressbewältigung

  2. Arbeit vs. Freizeit: Eine Hassliebe?

    Die Wortverbindung „Work-Life-Balance“ suggeriert die Annahme, bei der Arbeit handele es sich um einen Gegensatz zum Leben. Dabei gehört Arbeiten in der Regel zum Leben dazu und ist per se keineswegs lebensfeindlich. Und ein Unternehmen muss seine Mitarbeiter nicht zwangsläufig durch eine Sauna auf dem Firmengelände dafür entschädigen, dass sie Geld für ihre Arbeit bekommen. Oder vielleicht doch? Wie wichtig ist eine ausgewogene Work-Life-Balance wirklich für die Generation Y?

    Im Prinzip entsteht eine ausgewogene Work-Life-Balance aus dem, was nach der Arbeit möglich ist, und dem, was während der Arbeitszeit geschieht. Entscheidend für eine motivierte Belegschaft sind also nicht nur die Freizeit-Komponenten, sondern auch die Arbeit und damit die Arbeitsbedingungen. Dazu gehört aber nicht nur so etwas wie Yoga in der Mittagspause oder Vorträge zum Thema Stressreduzierung, sondern vielmehr auch der Umgang unter den Kollegen. Niemand will auf Grund eines monotonen und streng regulierten Jobs in seiner Persönlichkeit verkümmern, denn dann ist er in seiner Freizeit auch nicht glücklich. Gleichzeitig sollte unverhältnismäßiger Stress nicht dauerhaft das letzte Wort haben. Denn wie die Bildungsberaterin Dagmar Friebel betont,

    kann stressvolle Arbeit zwar zur Spitzenleistung führen – in Überdosierung jedoch lebensbedrohlich sein

    – Stichwort Burnout. Daher sind Unternehmen gut damit beraten, Arbeitsstellen auf eine ganzheitliche, sinnvolle und realisierbare Tätigkeit auszuweiten. Es bieten sich beispielsweise ganzheitliche Projekte an, bei denen ein eigenständiges Team ein Produkt plant, herstellt und die Qualität sichert. Die Angestellten haben so genügend Raum, sich selbst in das Projekt einzubringen. Sie leisten mehr, weil sie Freude an ihrer Arbeit haben. Statt Arbeit und Leben gegeneinander zu verhandeln, geht es also darum, die Arbeit grundsätzlich mit Leben zu füllen und so die beiden Komponenten in Einklang zu bringen.

  3. Employer Branding: Außenwirkung und Fokus.

    Nicht nur im Arbeitsalltag spielt die Vereinbarung von Job und Privatleben eine Rolle, sondern bereits im Bewerbungsprozess. Liegt bei einer Firma der Fokus zu sehr auf der Work-Life-Balance, könnte ein Bewerber den Eindruck gewinnen, im Unternehmen würde kaum noch gearbeitet werden. Ist das wohl ein vielversprechendes Verkaufsargument für zukünftige Top-Kräfte? Auch hier gilt es, die Balance zu halten!

    Bei der Debatte um Leistung und Work-Life-Balance müssen Unternehmen auch die Außenwirkung beachten. Für junge und tatkräftige Bewerber ist es wichtig, etwas leisten zu können. Ein Unternehmen wird die wirklich guten Kandidaten kaum für sich gewinnen können, wenn es ausschließlich mit harmonischer Work-Life-Balance überzeugen will. Um die guten und ambitionierten Nachwuchskräfte zu rekrutieren, sollten die Erfolgsaussichten und Aufstiegschancen im Vordergrund stehen.

    Für Bewerber gilt im Umkehrschluss: Es ist legitim, neben dem Gehalt auch nach flexiblen Arbeitszeiten und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei einem Bewerbungsgespräch zu fragen. Es gilt aber gleichermaßen, dem Personaler zu vermitteln, was man leisten kann und will. Wer hat wohl die größeren Chancen auf einen Job: Wer das komplette Work-Life Programm lediglich zu schätzen weiß oder wer mit guter Leistung das Programm rechtfertigt? Eben.

    Tipp

    Unternehmen sollten sich nicht als Sozialverein darstellen – denn auf den Punkt gebracht: Die Mitglieder eines Betriebes haben sich zusammengefunden, um Profit zu erwirtschaften und für den Erfolg des Betriebs zu sorgen. Deswegen sind hier junge Menschen richtig, die etwas in ihrem Beruf erreichen wollen, und der Arbeitgeber sollte ihnen primär die Möglichkeit dazu geben. Aber dabei sollte auch dafür gesorgt werden, dass die Mitarbeiter Anreize bekommen, um auch gerne ihr Bestes zu geben. Im Klartext heißt das: Der Mitarbeiter kann bei Erfolg auch eine entsprechende Gegenleistung erwarten, wie zum Beispiel ein gutes [Gehalt](/tipps/gehalt] oder eben umfangreiche Work-Life-Maßnahmen.

  4. Work Life Balance als eigenes Projekt.

    Bietet das Unternehmen einen ganzen Katalog an Work-Life-Balance-Maßnahmen an und achtet dazu auf Entwicklungsmöglichkeiten sowie eine angenehme Arbeitsatmosphäre, hast du das große Los gezogen. Doch hapert es an den Angeboten für einen ausgewogenen Arbeitsalltag, ist es an der Zeit, die Dinge selber in die Hand zu nehmen. Schließlich geht es hier um deine Gesundheit, und sich um die zu kümmern, kann nicht nur Aufgabe deines Arbeitgebers sein.

    Dazu kommt, dass jeder eigene Mechanismen hat, um Ausgeglichenheit zu finden: Den einen mag es stressen, nach der Arbeit noch mit den Kollegen im betriebseigenen Fitnessstudio Zeit zu verbringen, während für den anderen eine freundschaftliche und über Arbeitszeiten hinaus gehende Beziehung im Job das A und O einer guten Work-Life-Balance ist. Deutlich ist auch das Beispiel Home Office: Die einen sind hier sehr produktiv und finden ihren eigenen Rhythmus, die anderen brauchen die Büroatmosphäre zum effektiven Arbeiten. Zeit also, die individuelle Balance zu finden!

  5. 7 Tipps für die innere Balance.

    Wie bringt man Arbeit und Privatleben in stressigen Zeiten in Einklang und schafft den vermeintlichen Gap in seinem Alltag ab, ohne sich von den Maßnahmen im Unternehmen abhängig zu machen? Hier findest du Tipps für deine Work-Life-Balance:

    1. Termine hoch 2: Trage auch private Termine in den Kalender ein – zum Beispiel, wenn du zum Sport, ein Buch lesen oder einfach nur aufwändig kochen willst. Das sorgt dafür, dass du die Verabredungen mit dir selbst auch einhältst.
    2. Step by Step: Legst du zum Beispiel Teilerfolge fest, statt das ganze große Ding zu planen, kannst du diese in kleinen Schritten abarbeiten und am Ende des Tages mit gutem Gewissen und vielen Häkchen auf der To-Do-Liste Feierabend machen.
    3. Internet aus: Auch Facebook und Co. sollten mal Pause haben. Vor allem, wenn du auch beruflich in Social Networks unterwegs bist, solltest du abends vor dem Einschlafen oder beim Essen mit Freunden das Smartphone bewusst ausschalten.
    4. In Bewegung bleiben: Statt ab auf die Couch heißt es: Aufraffen und noch eine Runde laufen oder zum Zumba gehen. So sagst du Verspannungen genauso adé wie hartnäckigen Gedanken und setzt nebenbei Glückshormone frei.
    5. Bewusst atmen: Einfach mal die Nase zum Fenster rauszustrecken und fünf Minuten einfach nur durchatmen, wirkt sehr erfrischend. Ebenso wichtig: Pausen mit Bewegung und Plaudereien mit Kollegen füllen, statt vor dem Rechner zu essen!
    6. Gedanken bewusst lenken: Nimm dir morgens kurz Zeit und notiere drei Dinge, für die du dankbar bist. So lenkst du deine Gedanken auf die schönen Dinge und gehst mit einem positiven Gefühl in den Tag, auch wenn dieser Stress verspricht.
    7. Leistungen belohnen: Du hast ein Projekt abgeschlossen? Dann gönn dir dafür erstmal was Schönes, statt gleich an das nächste zu denken! Durch den persönlichen Abschluss des Projekts startest du danach erfrischt in die nächste Herausforderung.
  6. Work-Life-Unity als Ziel.

    Ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben ist schön und gut, aber ist es nicht besser, die Arbeit ins Leben zu integrieren? Die Arbeitspsychologie hat gezeigt, dass der Job bei einer fordernden Tätigkeit, die Angestellte in ihrer Entwicklung fördert, zu einem festen Bestandteil des Lebens wird: Arbeit und Privatleben formen dann eine Einheit, eine Work-Life-Unity. Work-Life-Balance ist ein Teilschritt auf dem Weg, die Vorstellung von der mühseligen und langweiligen Arbeit zu überwinden. Sie ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Deshalb ist es wichtig, sich einen Job zu suchen, der einem Spaß bereitet. Dabei muss zwar jeder einige Kompromisse eingehen, schließlich können wir nicht alle Astronauten werden, aber schlussendlich hat man immer die Wahl. Und manchmal ist das Gehalt nicht die Hauptsache.

  7. Entspannungsübungen gegen Stress.

    Auch der beste Job der Welt wird mal stressig – hier findest du 11 einfache Übungen des progressiven Muskeltrainings!

    Ausgangsposition.

    In einer bequemen Sitzposition lässt du die Arme sinken, die Beine sind locker nebeneinander. Mit den Augen fixierst du nun einen beliebigen Punkt im Raum und atmest bewusst in den Bauch. Eine persönliche Entspannungsformel wiederholst du langsam einige Male. Die Formel kann ein simples „Läuft“ sein oder „Alles ist wunderbar“. Hauptsache es ist positiv. Wer möchte, führt diese Übung mit geschlossenen Augen oder im Liegen durch. Bei allen folgenden Übungen einfach in dieser Position bleiben.

    Und los geht’s.

    "Bud Spencer" – Balle die Hand zur Faust und spanne möglichst fest an. Nach fünf Sekunden wieder entspannen. Fünf Wiederholungen.

    "U-Bahn fahren" – Oberarm gegen eine feste Unterlage (Boden, Stuhllehne) drücken und für fünf Sekunden fest anspannen. Danach zum linken Arm wechseln.

    "Die Gehaltsverhandlung" – Die Stirn runzeln und Augenbrauen heben. Wieder für fünf Sekunden anhalten und danach entspannen. Fünf Wiederholungen.

    "Nach der Gehaltsverhandlung" – Augenbrauen hoch und Nase rümpfen. Das Ganze für fünf Sekunden anhalten und fünfmal wiederholen. Danach die Augen für zehn Sekunden zusammenkneifen und mit den Augen rollen.

    "Das Kundengespräch" – Unterkiefer nach vorne schieben und für zehn Sekunden halten.

    "Projekt beendet" – Hände hinter dem Kopf verschränken und den Kopf dagegen drücken. Position fünf Sekunden halten. Übung fünfmal wiederholen.

    "Die Antwort" – Schultern für fünf Sekunden nach oben ziehen. Fünf Wiederholungen.

    "Die Überstunde" – Kaumuskulatur anspannen und Zähne zusammenbeißen. Wieder für fünf Sekunden halten und fünfmal wiederholen.

    "Am Strand" – Brust raus, Bauch rein. Spannung fünf Sekunden halten. Entspannen. Fünfmal die Prozedur.

    "Stepptanz" – Die rechte Ferse gegen den Boden pressen. Spannung fünf Sekunden lang halten. Nach fünf Wiederholungen ist die linke Ferse dran.

    "Michael Ballack" – Jetzt sind die Waden an der Reihe. Wie in der vorherigen Übung fest gegen den Boden drücken. Nach fünf Sekunden entspannen. Fünf Wiederholungen und danach zur anderen Wade wechseln.