Work-Life-Balance oder Work-Life-Unity

Work-Life-Balance

Leistung zählt nicht nur für Unternehmen

Flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung und Wellness-Oase stehen für die neue Work-Life-Balance. Und das ist auch gut so. Dadurch kann ein Mitarbeiter ein gutes Verhältnis zwischen Job und Privatleben finden. Zugleich könnte der Bewerber jedoch den Eindruck gewinnen, im Unternehmen würde kaum noch gearbeitet werden. Gerade ambitionierte und hervorragend ausgebildete Studenten und Absolventen möchten aber kräftig anpacken und nach dem Studium endlich in die berufliche Praxis einsteigen, um in ihrer Karriere voran zu kommen. Ist Work-Life-Balance dann das richtige Verkaufsargument für zukünftige Top-Kräfte? Wohl kaum.

Arbeit sinnvoll und ganzheitlich gestalten

Hinter dem Work-Life Phänomen steckt die Annahme, bei Arbeit handele es sich um einen Gegensatz zum Leben, zumindest suggeriert dies die Schreibweise. Ein Gleichgewicht kann nur zwischen zwei unterschiedlichen Dingen hergestellt werden. Vielleicht meinen die meisten Work-Life-Balance Befürworter ja eher eine Work-Life-Unity, einen Einklang zwischen dem Job und dem alltäglichen Leben. Schließlich ist Arbeit Leben, das steht schon in der Bibel. Sie ist alles andere als per se lebensfeindlich und ein Unternehmen muss seine Mitarbeiter nicht zwangsläufig durch eine Sauna auf dem Firmengelände dafür entschädigen, dass sie Geld für ihre Arbeit bekommen. Entscheidender für eine motivierte Belegschaft bleiben die Arbeit und die Arbeitsbedingungen, z. B. der Umgang unter den Kollegen. Niemand will auf Grund eines monotonen und streng regulierten Jobs in seiner Persönlichkeit verkümmern. Daher sind Unternehmen gut daran beraten, Arbeitsstellen auf eine ganzheitliche und sinnvolle Tätigkeit auszuweiten. Anstatt einzelner Arbeitsschritte bieten sich komplette Projekte an, bei der ein eigenständiges Team ein Produkt plant, herstellt und die Qualität sichert. Die Angestellten nehmen so ihren Job als sinnvoll wahr und haben genügend Raum, sich selbst in das Projekt einzubringen. Die Mitarbeiter leisten nun mehr, weil sie Freude an ihrer Arbeit haben.

Unternehmen sind keine gemeinnützigen Einrichtungen

Unternehmen sollten sich nicht als Sozialverein darstellen, denn das sind sie nicht und ein Bewerber darf dies auch nicht erwarten. Die Mitglieder eines Betriebes haben sich zusammengefunden, um Profit zu erwirtschaften. Dies ist nicht ihr einziges Ziel, schließlich sind manche Unternehmen wahre Herzensangelegenheiten, aber die Wirtschaftlichkeit ist das primäre Kriterium für den Erfolg einer Firma. Junge Menschen möchten in ihrem Beruf etwas erreichen, und ein Unternehmen sollte ihnen die Möglichkeiten dazu geben. Der Mitarbeiter kann bei Erfolg auch eine entsprechende Gegenleistung erwarten, wie zum Beispiel ein gutes Gehalt oder umfangreiche Work-Life Maßnahmen. Nach Leistung zu streben ist aber trotz aller neuen Erkenntnisse kein Negativkriterium. Ausschließlich danach zu streben ist nicht der richtige Weg. Nicht weniger ist es jedoch illusorisch, Leistung komplett aus der Arbeitswelt zu streichen.

Welches Bild soll vermittelt werden?

Bei der Debatte um Leistung und Work-Life-Balance müssen Unternehmen wie Jobsuchende auch die Außenwirkung beachten. Es ist legitim, neben dem Gehalt auch nach flexiblen Arbeitszeiten und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei einem Bewerbungsgespräch zu fragen. Jeder sollte sich vor der Vertragsunterschft darüber informieren, um nachher nicht negativ überrascht zu sein. Es ist aber weitaus besser, dem Personaler ebenso zu vermitteln, was man leisten kann und was man leisten will. Wer hat wohl die größeren Chancen auf einen Job: Wer das komplette Work-Life Programm lediglich zu schätzen weiß oder wer mit guter Leistung das Programm rechtfertigt? Eben. Umgekehrt verhält es sich ähnlich. Personaler sollten sich fragen, welche Kandidaten sie mit ihren Versprechen in die Firma holen. Laut einer Studie zu den Kriterien für einen guten Job landete Work-Life-Balance in einer direkten Befragung auf eine der vorderen Plätze. Bei der Wahl des Arbeitgebers landete dieses Kriterium allerdings auf dem letzten Platz. Für junge und tatkräftige Bewerber ist es wichtig, etwas leisten zu können und dies auch zeigen zu dürfen. Wichtiger als Work-Life Maßnahmen. Ein Unternehmen wird die wirklich guten Kandidaten kaum für sich gewinnen können, wenn es ausschließlich mit Work-Life Maßnahmen überzeugen will. Um die guten und ambitionierten Nachwuchskräfte zu rekrutieren, sollten die Erfolgsaussichten und Aufstiegschancen im Vordergrund stehen.

Work-Life-Balance oder Work-Life-Unity

Ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben ist schön und gut, aber ist es nicht besser die Arbeit ins Leben zu integrieren? Für die Arbeitspsychologie ist eine gute Work-Life-Balance durchaus von Belang. Mitarbeiter, die ihre Zeit innerhalb eines gewissen Rahmens frei einteilen können und ein gesundes Arbeitsklima vorfinden, sind motivierter und produktiver. Die Arbeitspsychologie hat aber auch gezeigt, dass der Job bei einer fordernden Tätigkeit, die Angestellte in ihrer Entwicklung fördert, zu einem festen Bestandteil des Lebens wird: Arbeit und Privatleben formen dann eine Einheit, eine Work-Life-Unity. Work-Life-Balance ist ein Teilschritt auf dem Weg, die Vorstellung von der mühseligen und langweiligen Arbeit zu überwinden. Sie ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Deshalb ist es wichtig, sich einen Job zu suchen, der einen auch Spaß macht. Dabei muss zwar jeder einige Kompromisse eingehen, schließlich können wir nicht alle Astronauten werden, aber schlussendlich hat man immer die Wahl. Und manchmal ist Gehalt nicht die Hauptsache.

 

Du willst wissen, welcher Job zu Dir passt? Schau Dir die Potentialanalyse GPoP an!

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie