Vier tolle Typen und eine Mogelpackung: Karrierestart mit dem richtigen Trainee-Programm

Bist du eher so der zielstrebige Typ oder suchst du noch Orientierung? Willst du steil die Karriereleiter hoch oder deine Fühler erst noch in alle Richtungen ausstrecken? Die gute Nachricht: Ein Trainee-Programm kann alle deine Wünsche erfüllen. Hier erfährst du, welche Arten von Trainee-Programmen es gibt und welche Vorzüge oder Nachteile sie jeweils haben.

Inhalt

  1. Generalistisches/Klassisches Trainee-Programm
  2. Fachtrainee-Programm
  3. Management Trainee-Programm
  4. Trainee-Studium
  5. Praktikum-Verschnitt
  6. Fazit

 

Generalistisches Trainee-Programm: Der Klassiker für Allrounder

Das generalistische oder klassische Trainee-Programm ist weit verbreitet. Viele Unternehmen bieten es an, um gezielt Nachwuchs für eine Festanstellung auszubilden. Das Besondere: Zu Beginn des Programms muss noch nicht klar sein, welche Stelle das genau sein wird. Natürlich bist du aufgrund deines Studiums und deiner Vorkenntnisse einem bestimmten Fachbereich zugeordnet, aber du durchläufst in einer Job-Rotation verschiedene auch fachfremde Abteilungen. So bekommst du einen Gesamtüberblick und steigst nach und nach durch, wie die Rädchen im Unternehmen ineinandergreifen. Meist startest du in deinem Ziel-Bereich und gehst dann weiter in andere Teams. Du ziehst von Büro zu Büro? Nicht unbedingt – für einen wirklichen Rundumblick landest du auch mal in der Produktion oder sammelst im Ausliefern Erfahrungen.

Das Ganze hat natürlich nicht nur den Zweck, dass du dich in Ruhe umschauen kannst, sondern du arbeitest aktiv sowohl im Tagesgeschäft als auch in verschiedenen Projekten mit. Lernen, Anpacken, Verantwortung übernehmen, heißt die Devise! Ziel des klassischen Trainee-Programms ist es, den Trainees Raum zur Entfaltung ihrer Talente zu geben und die persönliche sowie fachliche Weiterentwicklung zu fördern. Deswegen wirst du auch während des Programms intensiv betreut, meist von der Personalabteilung, Fachkräften in den einzelnen Abteilungen sowie einem persönlichen Mentor. Nach jeder Station solltest du Feedback bekommen. Außerdem ist es wichtig, über deine Weiterentwicklung zu sprechen – schließlich soll im Laufe der Zeit festgelegt werden, welche Zielposition du im Anschluss an das Trainee-Programm belegst.

Ein klassisches Trainee-Programm sollte folgendes bieten:

  • Job-Rotation
  • Einsatz im Tagesgeschäft und in Projekten
  • Betreuung durch mindestens einen Mentor und die HR-Abteilung
  • Weiterbildungsangebote
  • Individueller Einfluss auf die Zukunft im Unternehmen

Fachtrainee-Programm: Für Zielstrebige

Du weißt genau, wo es hingehen soll? Dann ist das fachspezifische Trainee-Programm das Richtige für dich. Hier steht von Anfang an fest, welche Position du später im Unternehmen bekleiden wirst – und darauf wirst du gezielt vorbereitet. Das heißt nicht, dass du das ganze Trainee-Programm nur an einem Schreibtisch sitzt und nicht über den Tellerrand schauen darfst. Aber du bewegst dich nicht so breit durchs Unternehmen wie bei einem klassischen Trainee-Programm, sondern lernst die verwandten Abteilungen deines Kernbereichs intensiv kennen. Außerdem liegt der Schwerpunkt eher auf dem Tagesgeschäft, das du bis ins Details kennenlernst, aber auch in kleinen Projekten wirst du mitwirken. Natürlich wirst du auch beim Fachtrainee-Progrogramm umfassend betreut und bekommst regelmäßig Feedback und Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Im Fachtrainee-Programm erwartet dich:

  • Eine klare Zielposition von Anfang an
  • Intensive Einarbeitung in den Zielbereich
  • Rotation in verwandten Bereichen
  • Tagesgeschäft und kleine bis mittlere Projekte

Management Trainee-Programm: From zero to hero

Bei null startest du natürlich nicht – aber dennoch geht es extrem steil bergauf im Management Trainee-Programm. Während bei den anderen Trainee-Programm-Arten eine Fach- oder Führungslaufbahn angestrebt wird, ist hier klar, wohin die Reise geht. Somit hat das Management Trainee-Programm sowohl Züge vom klassischen als auch vom fachspezifischen Trainee-Programm. Unternehmen nutzen diese Art von Trainee-Programm, um ihren Führungskräftenachwuchs gezielt im Unternehmen auszubilden, anstatt auf externe Kräfte zu setzen.

Das Management Trainee-Programm dauert in der Regel länger als das durchschnittliche und dein Arbeitsalltag ist geprägt durch äußerst anspruchsvolle Projektaufgaben. Dabei erhältst du einen umfassenden Einblick in die Unternehmensabläufe und fundiertes Wissen über das gesamte Unternehmen, seine Prozesse und seine Produkte. Du gehst fachlich dabei klar in Richtung Unternehmensführung, das heißt, dass dein Fokus auf Themen wie Unternehmensorganisation, Business Development, Marktanalyse und Strategie liegt.

Deine Aufgaben sind natürlich nicht ohne, aber dafür wirst du auch von ganz oben betreut und kannst von deinen Mentoren aus der Führungsetage viel Know-how mitnehmen. Begleitet wirst du von internen und externen Schulungen und Coachings.

Das erwartet dich im Management Trainee-Programm:

  • Eine klare Zielposition im Management
  • Sehr anspruchsvolle Aufgaben
  • Umfassender Einblick in zentrale Themen des Unternehmens
  • Einsatz an zentralen Schnittstellen
  • Mentoring von Führungskräften

Das Trainee-Studium: Lernen, lernen, lernen

Das Trainee-Studium ist im Vergleich zum klassischen und fachspezifischen Trainee-Programm eher selten. Es verbindet Trainee-Programm und Studium miteinander. Du machst also beides gleichzeitig, bist an der Uni und in der vorlesungsfreien Zeit im Unternehmen, wo du im Rahmen des Trainee-Programms auch deine Pflichtpraktika machst. Das Unternehmen übernimmt dabei die Kosten für das Studium und stellt dich für die Dauer des Studiums ein. Klingt soweit alles top – wenn da nur nicht der kleine Schönheitsfehler wäre, dass du natürlich stärker beansprucht bist als der klassische Student. Da du in den Semesterferien ackern musst, hast du wie im normalen Berufsleben nur an die 24 Urlaubstage. Für diese Doppelbelastung brauchst du viel Motivation und Energie, aber dafür bist du danach auch richtig gut in Theorie und Praxis ausgebildet. Deine Chancen, vom Unternehmen übernommen zu werden, sind dementsprechend sehr gut, aber es ist nicht dazu verpflichtet.

Das Trainee-Studium hält für dich bereit:

  • Theoretische und praktische Ausbildung in einem
  • Übernahme von anfallenden Gebühren fürs Studium
  • Gehalt während dem Studium
  • Exzellente Jobaussichten
  • Ausbildung zur Führungskraft
  • Doppelbelastung mit wenig Freizeit/Urlaub

Praktikum-Verschnitt: Die Spreu vom Weizen trennen

Ob klassisch, fachspezifisch, studienbegleitend oder vorbereitend fürs Management: Ein optimal begleiteter Karriere-Boost erwartet dich bei allen Varianten. Leider gibt es auch Negativbeispiele, bei denen du und deine Entwicklung nicht ganz auf ihre Kosten kommen. Da der Begriff Trainee-Programm nicht geschützt ist, kann jeder ein befristetes Arbeitsverhältnis für Berufseinsteiger so nennen und dabei Talente gnadenlos ausnutzen. Das ist oftmals nicht mal böse Absicht, sondern einfach nur wirtschaftlich gedacht – gerade kleinere Unternehmen haben keine Kapazitäten, um massenhaft Festanstellungen rauszuhauen. Also muss ein „Trainee“ ran, der nicht ausgebildet, sondern direkt ins kalte Wasser des Tagesgeschäfts geschmissen wird und sich nach dem learning-by-doing-Prinzip durchwurstelt. Viele Aufgaben, die kein anderer machen will, werden auf dich abgewälzt. Gleichzeitig bekommst du zu viel Verantwortung übertragen, wirst damit aber weitgehend allein gelassen. Auch mal spannend, aber irgendwie auch Russisch Roulette. Dazu keine Weiterbildungen, keine Stationen, keine Perspektive – oft zumindest, denn ähnlich wie bei einem Langzeitpraktikum ist die Chance auf eine Übernahme nicht gerade hoch.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, kann dir unsere Traionee-Auszeichnung helfen, die Unternehmen mit karrierefördernden und fairen Trainee-Programme auszeichnet. Außerdem hilft es, dich vorher in Erfahrungsberichten zu informieren, wie andere Trainees ihre Ausbildung empfunden haben.

Da sollten bei dir die Alarmglocken angehen:

  • Die Betreuung beschränkt sich darauf, dass der Chef einmal die Woche wissen will, was du so gemacht hast
  • Dir wird keine Festanstellung nach dem Programm in Aussicht gestellt, sondern es heißt eher so „Naja ääähm...schaun wir mal. Aber du machst deine Arbeit sehr gut.“
  • Du übernimmst Hilfsaufgaben, auf die keiner Lust hat
  • Chef im Urlaub, du allein mit einer Aufgabe und einem großen Geldbetrag: Du wirst mit zu hoher Verantwortung allein gelassen

Fazit

Die Grenzen bei den Trainee-Programmen sind oft fließend. Auch wenn du ein klassisches oder fachspezifisches Trainee-Programm absolvierst, hast du eine gute Chance, ins Management aufzusteigen. Gerade diese beiden Arten vermischen sich auch gerne, zum Beispiel gibt es auch klassische Trainee-Programme, bei denen von vornerein die Zielposition feststeht und du trotzdem einen Einblick in fachfremde Bereiche bekommst. Und ein als solches gekennzeichnetes Manegement Trainee-Programm wird eher selten und nur von großen Firmen angeboten. Grundsätzlich gilt: Wähle dein Trainee-Programm danach aus, was das Unternehmen dir konkret bietet, und nicht nach starren Kategorisierungen. 

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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