Erfahrung als Trainee bei Sanofi.

Von Bettina Wilde

Edward Dunkley ist nach seinem Master in Health Systems and Public Policy an der University of Edinburgh als Trainee bei Sanofi eingestiegen und mittlerweile im Fachaußendienst Diabetes tätig. Im Interview mit Trainee-Geflüster lässt er sein Trainee-Programm Revue passieren und gibt Tipps für den Auswahlprozess.

Hallo Edward, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Sanofi ab?

Der Bewerbungsprozess wurde von Provadis begleitet – einer Personaldienstleistungsfirma, welche viel in der Branche rekrutiert. Entsprechend gut organisiert und professionell lief das Bewerbungsverfahren ab. Es begann mit einer Onlinebewerbung, gefolgt von einem Telefoninterview und anschließend einem Assessment Center. Es ging alles recht schnell, vielleicht sechs Wochen vom Start der Bewerbungsphase bis zum Angebot. Eine Zu- oder Absage nach dem AC findet innerhalb von 48 Stunden statt.

Welche Tipps kannst du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess noch vor sich haben?

Sei du selbst. Man wird im Bewerbungsprozess gefordert, aber die Kandidaten, die es zum AC schaffen, sind fachlich schon sehr gut. Wichtig sind charakterliche Eigenschaften. Im AC wird geschaut, ob jemand zur Firmenkultur passt. Wer nicht einfach authentisch ist, ist meistens zu angespannt oder zu viel mit sich selber beschäftigt, um sich auf das AC zu fokussieren und sogar Spaß zu haben.

Wie war der grobe Ablauf deines Trainee-Programms bei Sanofi?

Das Medico-Marketing-Trainee-Programm dauert zwei Jahre. Man macht zwei Rotationen, also verbringt man ein ganzes Jahr in einer Abteilung bzw. in einer Funktion. Das erweist sich als besonders vorteilhaft, weil man wirklich Zeit hat, sich eine Abteilung in der Tiefe anzuschauen. Spätestens im zweiten Halbjahr kann man das Team als Manager unterstützen. Die Rotationen beinhalten in der Regel eine Position als Medical Manager und eine als Brand Manager.

Die aktuellen Standorte sind Berlin, wo bisher ca. 60 % der Trainees auch eine Einsatzstation hatten, Neu-Isenburg mit 20 Prozent, Genf mit zehn Prozent und Wien ebenfalls mit zehn Prozent zeitlichem Anteil. Bisher waren alle Trainees mit einer Station in Berlin, dies ist aber keine Verpflichtung und kann sich von Jahr zu Jahr ändern.

Wenn man kein Naturwissenschaftler ist, muss man zusätzlich die Pharmareferentenausbildung während des Trainee-Programms absolvieren. Die Ausbildung wird vollständig bezahlt und man wird ein paar Wochen freigestellt, um vor der Prüfung zu lernen.

Es gibt noch diverse andere Schulungen, zum Teil für alle Trainees zentral organisiert und zum Teil von den Produkt-Teams organisiert. Diese finden zum Beispiel im Verkaufstraining, Projektmanagement und in der Konfliktmediation statt.

Wie sind bei Sanofi Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Sehr unterschiedlich, aber in der Regel sehr gut. Jeder Trainee bekommt einen Trainee-Paten zugewiesen. Ein Mentoren-Programm wird laut meinem Kenntnisstand gerade ausgerollt. Auch sonst sind Führungskräfte größtenteils sehr zugänglich.

„Training-off-the-job“ vs. „Training-on-the-job“ – Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Schwierig zu sagen. Ich hatte sicherlich 45 off-the-Job-Trainingstage in zwei Jahren, inklusive 20 Tage für die Pharmareferentenausbildung.

Was waren deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Zu meinen Aufgaben gehörte es, Werbematerialien zu erstellen und zu bearbeiten. Zudem habe ich Veranstaltungen organisiert und mitbetreut, Tagungen vor- und nachbereitet sowie Business-, Trainings- und Besprechungspowerpoints erstellt. An Kongressen habe ich ebenfalls teilgenommen und den Stand vor Ort betreut sowie Seminare zusammengefasst. Zu guter Letzt war ich für die Organisation und Mitbetreuung von Ad-Boards zuständig.

Ist im Trainee-Programm bei Sanofi ein Auslandsaufenthalt vorgesehen?

Für mich nicht relevant, aber man kann auf Wunsch angeben, dass man nach Genf oder Wien möchte. Andere Länder sind zurzeit eher nicht möglich. Nach dem Trainee-Programm wird es sicherlich mehrere Möglichkeiten geben, international tätig zu sein.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Die Urlaubs- und Ausgleichstage sind sehr gut. Die Stundenanzahl ist von Woche zu Woche sehr variabel, je nach Projekt und Team.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Sanofi?

Offen und sehr gut. Die Trainees werden vollständig in die Teams integriert und bekommen vom ersten Tag an verantwortungsvolle Aufgaben.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt?

Die aktuellen Zahlen kenne ich nicht, aber es ist in der Regel wirklich gut.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Ja, die Übernahmechancen sind sehr gut. Man sollte sich allerdings rechtzeitig um Möglichkeiten bemühen. Nach dem Trainee-Programm wird generell empfohlen, Außendiensterfahrung zu sammeln – dort gibt es immer einige spannende Vakanzen. Es ist allerdings auch möglich, sich sofort auf eine Position im Innendienst zu bewerben.

Was war dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Die internationalen Kongresse, zum Beispiel die EAS 2017 in Prag, und der Kontakt mit Key-Opinion-Leaders waren meine persönlichen Highlights. Sonst war die Pharmareferentenausbildung sehr spannend, jedoch sollte man den Lernaufwand nicht unterschätzen.

Wie ging es für dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Sanofi weiter?

Ich habe mich für den Diabetes Fachaußendienst beworben und eine Stelle im Süden bekommen. Jetzt betreue ich Diabetes Fachärzte und Diabetesberater in Kliniken und Praxen zwischen München und Passau.


Erhalte weitere Informationen zum Unternehmen.

Jetzt mehr erfahren

Erfahrungen von anderen Insidern.