Erfahrung als Trainee: Oiltanking

Erfahrung als Trainee: Oiltanking

Koen van Delft (26) hat Supply Chain Management an der Maastricht Universität sowie Energy Politics an der European University in St. Petersburg studiert. Nach seinen Masterabschlüssen ist er als Trainee bei Oiltanking eingestiegen. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER verrät er Tipps für ein erfolgreiches Auswahlverfahren, spricht über den Ablauf des Trainee-Programms und gibt Einblicke in seine Tätigkeitsfelder beim größten, sich in Familienbesitz befindenden Tanklager-Unternehmen.

Hallo Koen, was für ein Trainee-Programm absolvierst Du bei Oiltanking?

Das Trainee-Programm nennt sich FUEL (My Future in Energy & Logistics). Es ist ein zweijähriges Programm, das auf verschiedenen Modulen basiert. Mit dem Programm hat man die Möglichkeit, in einem Tanklager zu arbeiten, Wissen über Tankläger und über betriebliche Aspekte aufzubauen. Dem ersten Modul, in dem man die Grundlagen des Geschäfts kennenlernt, folgt eine Vertiefungsphase auf dem eigenen Spezialgebiet, bevor dann ein internationaler Einsatz ansteht.

Das Trainee-Programm bei Oiltanking bietet mehrere interessante Aspekte. Zunächst einmal sind die Aufgaben an den verschiedenen Standorten sehr spannend. Es ist toll zu sehen, wie unterschiedlich jeder Standort ist und inwieweit jeder auf seine eigene Weise das Geschäft angeht. Zudem gibt es bei Oiltanking eine besondere Kultur, in der das Lernen und die Menschen eine zentrale Rolle spielen.

Wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Oiltanking ab?

Der erste Kontakt erfolgte per E-Mail; danach übersandte ich meine offizielle Bewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben. Daraufhin lud mich Oiltanking zu einem persönlichen Gespräch ein. Insgesamt wurde ich dreimal interviewt, bevor ich bei dem Tanklagerlogistik-Unternehmen starten durfte. Die Interviews waren sehr unterschiedlich und dauerten jeweils etwa anderthalb Stunden. In manchen Momenten wurde ich sehr intensiv befragt, dann wieder entwickelten sich völlig überraschende Diskussionen, etwa über die Zukunft des russischen Gasmarktes. In allen Interviews traf ich zwei bis drei Leute, vom Geschäftsführer Oiltanking Europe bis hin zum Tanklagerleiter, mit dem ich bei meinem ersten praktischen Einsatz arbeiten würde. Es waren interessante und herausfordernde Termine. Nach den Gesprächen absolvierte ich einen Test zu meinen intellektuellen Fähigkeiten und zu meinem Charakter.

Welche Tipps kannst Du zukünftigen Bewerbern für die Trainee-Stelle geben?

Ganz allgemein würde ich sagen, dass Ehrlichkeit sehr wichtig ist, nicht nur im Hinblick auf sich selbst als Person, sondern auch in Hinblick auf die Art von Unternehmen, in dem man gerne arbeiten möchte. Dass die „Chemie“ mit den Gesprächspartnern stimmt, ist mindestens genauso wichtig wie die Qualifikation, die man mitbringt. Oiltanking ist ein multinationales Unternehmen, das anders funktioniert als andere große Unternehmen, die sich nicht im Familienbesitz befinden. Daher ist es wichtig zu verstehen, was es bedeutet, in einem familiengeführten Haus zu arbeiten: Die Wege zwischen den Abteilungen und Ebenen innerhalb der Organisation sind direkt und kurz.

Wie ist der grobe Ablauf Deines Trainee-Programms bei Oiltanking?

Insgesamt dauert das Trainee-Programm zwei Jahre. Im ersten Abschnitt wurde ich bei Oiltanking Terneuzen eingesetzt. Ich verbrachte zwei Monate im Schichtbetrieb – früh-spät-Nacht – und konnte so jenen Bereich des Unternehmens erleben, in dem die „echte“ Arbeit getan wird. Außerdem lernte ich hier, wie ein Tanklager funktioniert und was nötig ist, damit der Betrieb wie geplant laufen kann. Anschließend kam ich in die Abteilung Operations, wo ich mich in den ersten zwei Monaten mit den grundlegenden Aspekten des Tanklagerbetriebs vertraut machte. Nach dieser ersten Lernphase begann der aufregende Teil: Es ging darum, ein System zu entwickeln und zu implementieren, mit dem man Kundenaktivitäten planen, verfolgen und nachhalten kann. Das System läuft inzwischen seit einigen Monaten und funktioniert sehr gut.

Anschließend kam ich zu Oiltanking Europe, wo ich bei der Vorbereitung der Strategiepräsentationen unterstützen durfte. Dafür zog ich nach Amsterdam – eine aufregende Zeit in einer faszinierenden Stadt, mit neuen Menschen und neuen Aufgaben.

Zurzeit arbeite ich in einem dualen Einsatz auf unserem Tanklager in Amsterdam: Customer Service & Sales sowie HSSE (Health, Safety, Security & Environment). Hier konzentriere ich mich in den ersten Monaten auf Customer Service & Sales, um dann meinen Fokus auf HSSE zu verlagern. Meine tägliche Arbeit bezieht sich auf eine Reihe von Projekten, wie zum Beispiel die Lagerung neuer Produkte. In diesem speziellen Fall habe ich mit allen relevanten Abteilungen zusammengearbeitet, um verschiedene Aspekte wie Sicherheit und technische Anforderungen unter die Lupe zu nehmen. Außerdem habe ich die vertraglichen Aspekte und Veränderungen vorbereitet, die in den bestehenden Vertrag integriert werden mussten.

Ein weiteres Projekt, an dem ich arbeite, betrifft den Ausbau eines Jettys – das ist der Bereich, in dem die Lastkähne und Schiffe anlegen. Diese Optimierungsprozesse beinhalten beispielsweise Hintergrundrecherchen, die dazu dienen, zu überprüfen, ob ein Investment gerechtfertigt ist, sowie das Ansetzen von Meetings und Diskussionen mit der Entwicklungsabteilung, um einen Baufahrplan aufzustellen.

Ist im Trainee-Programm ein Auslandsaufenthalt vorgesehen?

Im Trainee-Programm von Oiltanking ist ein internationaler Einsatz integriert, der als letztes Modul vorgesehen ist. Darauf freue ich mich riesig!

Wie sind bei Oiltanking Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Bislang habe ich nach den jeweiligen Modulen einen kurzen Bericht über meine Erkenntnisse geschrieben und zwar sowohl positiv als auch kritisch gegenüber mir selbst und der Organisation. Den Bericht habe ich dann mit meinem Vorgesetzten diskutiert und Feedback dazu erhalten.

„Training-on-the-job” versus „Training-off-the-job”: Wie ist das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis?

Im Allgemeinen gibt es einen guten Mix aus Trainings „on-the-job” und „off–the- job”. Meiner Ansicht nach halten sie sich die Waage.

Was sind Deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Im Wesentlichen kümmere ich mich um die Projekte, an denen ich arbeite. Da diese jeden Tag neue Themen hervorbringen, ist es schwer, eine genaue Aufgabenbeschreibung vorzunehmen.

Im Allgemeinen recherchiere ich für Business Cases, bereite sie vor und stelle sie zusammen. Sie dienen als Grundlage für meinen Vorgesetzten, um zum Beispiel Investitionsanträge vorzubereiten. Ein weiterer Teil meiner Tagesarbeit besteht aus dem Kontakt mit Kunden bezüglich ihrer Wünsche. Wenn sie beispielsweise ein neues Produkt lagern möchten, bin ich dafür verantwortlich, sie über den Fortgang zu informieren. Meine täglichen Aufgaben sind sehr verschieden und nur einen einzigen Tag zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Interviews sprengen.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst Du pro Woche?

Meine Erfahrung zeigt, dass Oiltanking sehr flexibel hinsichtlich der Arbeitszeiten ist, solange die Arbeit gut und pünktlich gemacht wird. Normalerweise beginne ich etwa um 8:00 Uhr und arbeite bis 18:00 oder 18:30 Uhr. Die Standardwochenarbeitszeit beträgt in den Niederlanden 40 Stunden. Da ich sehr gern an meinen Projekten zu arbeite, komme ich normalerweise auf mehr Stunden. In den Niederlanden haben wir bei Oiltanking 25 bezahlte Urlaubstage, was gemessen an niederländischen Standards ziemlich gut ist.

Wie empfindest Du die Arbeitsatmosphäre bei Oiltanking?

Die Arbeitsatmosphäre ist sehr gut. Alle sind freundlich, hilfsbereit und sehr direkt, wenn nötig. Fehler werden diskutiert und niemand hat Angst, Dinge anzusprechen, die ihrer Meinung nach verbessert werden könnten. Passend zu dieser Ehrlichkeit habe ich das Gefühl, dass genügend Leute da wären, um mir zu helfen, sollte ich Hilfe benötigen.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Der Arbeitsvertrag läuft entsprechend der Dauer des Traineeprogramms zwei Jahre. Ich denke, dass die Chancen auf einen Anschlussjob gut sind. Es hängt von der Qualität der in dieser Zeit abgelieferten Arbeit ab und davon, ob man zu den Menschen und dem Unternehmen passt.

Was war (bisher) Dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Meine bisherigen Highlights waren die Vorbereitung und Teilnahme an Meetings mit einem der wichtigsten Kunden. Während dieser Meetings habe ich unser Planungs- und Überwachungssystem erläutert, das helfen soll, unsere Leistung zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Wie geht es für Dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Oiltanking weiter?

Nach Abschluss des Trainee-Programm werde ich versuchen, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln, im eigenen Interesse, aber auch um zum Erfolg unseres Unternehmens beizutragen. Außerdem habe ich vor, mich auf eine Managementposition in Europa oder anderswo vorzubereiten. Dies wird allerdings einige Jahre in Anspruch nehmen.

>> Mehr erfahren zum Trainee-Programm bei Oiltanking

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Über die Trainee-Programme von Oiltanking GmbH

Weitere Artikel aus dieser Kategorie