Erfahrung als JMP-Trainee im Technischen Vertrieb: Robert Bosch GmbH

Erfahrung als JMP-Trainee im Technischen Vertrieb: Robert Bosch GmbH

Kamen Mihaylov ist als Trainee im Technischen Vertrieb bei der Robert Bosch GmbH tätig. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER gibt er Einblicke in den Bewerbungsprozess sowie seinen Arbeitsalltag und spricht über das Trainee-Gehalt, die Work-Life-Balance sowie die Karriereperspektiven im Anschluss an das Trainee-Programm bei Bosch.

Hallo Kamen, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei der Robert Bosch GmbH ab?

Nachdem ich meine Bewerbung auf der Career-Seite von Robert Bosch hochgeladen hatte, kam nach wenigen Tagen die Einladung zu einem Telefoninterview. Das Gespräch dauerte etwas länger als eine halbe Stunde. Am darauffolgenden Tag kam die Einladung zum Assessment Center in der Zentrale von Robert Bosch in Gerlingen-Schillerhöhe. Neben den dafür üblichen Aufgaben blieb in den Pausen auch genügend Zeit für direkte Gespräche mit aktuellen Teilnehmern des JMP-Programms sowie mit Führungskräften. Hat man an dem Tag die Beobachter von sich überzeugt, wurde man zu einem Austausch mit der potenziellen Mentorin oder dem potenziellen Mentor eingeladen. Dann wurde die finale Entscheidung für oder gegen die Aufnahme in das Trainee-Programm getroffen.

Welche Tipps kannst du den Bewerbern geben, die den Auswahlprozess vor sich haben?

Natürlich muss man sich im Voraus gut auf das Assessment Center vorbereiten. Hierfür gibt es ausreichend Literatur, sowohl online also auch offline. Viele Bewerber neigen aus meiner Sicht dazu, die Wichtigkeit der „persönlichen Komponente“ bei einem Assessment Center zu unterschätzen. Mein Rat ist deshalb, sich im Vorfeld mit sich selbst intensiv zu beschäftigen und vor allem eine Antwort auf die Fragen „Was will ich? Warum will ich das? Wie würde ich es erreichen?“ zu finden. Am Tag des Auswahlprozesses rate ich, einen kühlen Kopf zu bewahren und authentisch zu bleiben. Bei der Entscheidung, ob man im JMP-Programm aufgenommen wird, ist nicht zu vernachlässigen, ob man zu der Bosch-Unternehmenskultur passt. Diese ist meiner Meinung nach vor allem durch Teamfähigkeit, Leistungsmotivation und Bodenständigkeit geprägt. 

Inwieweit finden deine Präferenzen bei der Auswahl der einzelnen Stationen und RB-Standorte Berücksichtigung?

Meine erste Station war relativ kurz – drei Monate ­– und durch fachliche Themen festgelegt. Da ich vor dem Trainee-Programm noch keine Erfahrung bei Bosch sammeln konnte, habe ich diese Zeit unter anderem auch dafür genutzt, das Unternehmen besser kennenzulernen und mein Netzwerk auszubauen. Dieses war und ist mir bei der weiteren Stationsplanung sehr behilflich. In Abstimmung mit meiner Mentorin konnte ich immer kurz vor der bevorstehenden Station die genauen Schwerpunkte und Themen meiner nächsten Aufgaben festlegen. Es fällt immer positiv auf, wenn man bei seiner Entscheidung die aktuelle Lage der Geschäftsbereiche berücksichtigt und eine Form von „unternehmerischem Denken“ zeigt. Wenn man aber gewisse Flexibilität und auch Verhandlungsgeschick mitbringt, kann man die eigenen Präferenzen an die Geschäftsdynamik anpassen.

Wie wird man bei Bosch auf die Übernahme einer Führungsrolle vorbereitet?

Die Möglichkeit, in Kontakt mit verschiedenen Führungsstilen zu kommen, stellt für mich einen der größten Vorteile des JMP-Programms dar. Bei den Job-Rotationen kann ich verschiedene Führungskräfte erleben und sie im Berufsalltag direkt beobachten: zum Beispiel, wie sie sich auf wichtige Besprechungen vorbereiten, wie sie sich auf kritische Situationen in Meetings einlassen, welche Aufgaben sie selber anpacken oder wie sie die Aufgaben an das Team delegieren. Auf diese Weise kann ich Impulse für die Gestaltung meiner eigenen Projekte oder für die Kommunikation mit verschiedenen Abteilungen sammeln. Besonders schätze ich am JMP-Programm die Möglichkeit, sich nach jeder Station persönliches Feedback von hochrangigen Führungskräften zu holen. Dieses gibt mir Anreize für Selbstreflexion und „beschleunigt“ dadurch meine Lernkurve.

Ein großer Wert wird auf Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen gelegt. Hier steht jedem Teilnehmer des JMP-Programms ein persönliches Budget zur Verfügung, welches nach eigenem Ermessen in verschiedene fachliche oder Soft-Skills-orientierte Workshops investiert werden kann. Alle diese Aspekte stellen für mich ein Panoramabild des Themas „Führung“ dar und sind gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf die Übernahme künftiger Führungsaufgaben.

Was war bisher dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Mein persönliches Highlight bisher war die Elternzeitvertretung eines Vertriebsingenieurs für einen japanischen Automobilhersteller. Diese Station war für mich eine beachtliche Herausforderung, aber auch eine unglaublich spannende und erkenntnisreiche Zeit. Im Umgang mit hochrangigen Führungskräften lernte ich, wie ein Vertriebsingenieur die interne Organisation am besten auf eine wichtige Akquise vorbereitet. Auf der anderen Seite konnte ich auch einen tiefen Einblick in die bunte Mischung aus strategischen und kommerziellen Aspekten bekommen. Dabei kam der Spaß nicht zu kurz – auf den vielen Geschäftsreisen nach Japan konnte ich mich für den geschickten Umgang mit der neuen Kultur sensibilisieren und viele faszinierende Aspekte des Landes der aufgehenden Sonne entdecken. Jetzt arbeite ich sechs Monate lang an einem spannenden Projekt in Amerika und werde die komplette Zeit vor Ort in den Staaten sein. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass dies auch eine spannende und lehrreiche Erfahrung wird.

Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du in der Woche?

Auch hier ist Flexibilität gefragt. Am Anfang einer neuen Station oder in den Endphasen eines Projekts kann es sein, dass man etwas länger als vertraglich geregelt arbeiten muss. Dieses gleicht sich in ruhigeren Zeiten wieder aus. Man kann die Überstunden dann in Form von Gleittagen abbauen. Bei Robert Bosch wird immer stärker eine leistungsorientierte Arbeitskultur gefördert – solange man produktiv ist, ist es einem selbst überlassen, ob man im Büro, zu Hause, im Auto auf dem Weg zur Arbeit oder im Flugzeug arbeitet. Diese flexible Arbeitszeiteinteilung gibt mir dann in „arbeitsintensiven Phasen“ die notwendige Freiheit, damit ich meine Arbeit effizient erledigen kann.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Bosch?

Die Arbeitskultur ist durch Offenheit und Direktheit geprägt. Im Technischen Vertrieb handelt man intern in der Organisation als eine Schnittstelle zu vielen verschieden Funktionen – unter anderem Entwicklung, Produktion, Controlling, Logistik. Man steht in täglichem Kontakt zu Kollegen mit zum Teil verschiedenen Prioritäten. Somit sind manchmal hitzige Diskussionen unvermeidbar, um eine konstruktive Lösung zu erarbeiten. Selbst in diesen Fällen bleibt der respektvolle Umgang miteinander die Richtschnur. Auf der anderen Seite habe ich unter den Arbeitskollegen Freunde gefunden, mit denen ich gerne auch meine Freizeit verbringe.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt bei Bosch?

Das Trainee-Gehalt bei der Robert Bosch GmbH empfinde ich als angemessen. Es gibt eine jährliche Gehaltsanpassung, die sich an den eigenen Leistungen orientieren.

Wie geht es für dich nach dem Programm weiter?

Das Programm neigt sich im Sommer seinem Ende zu und somit muss ich mir Gedanken über meine erste Planstelle machen. Jetzt kann ich von dem ausgebauten Netzwerk profitieren und gehe direkt auf Kollegen zu, die spannende Projekte leiten und in den nächsten Jahren Unterstützung benötigen könnten. Einer der größten Vorteile des JMP-Programms ist, dass zu Beginn des Programms nicht festgelegt ist, welche Stelle man nach Abschluss des Programms übernimmt.

>> Weitere Infos zum Einstieg als Trainee bei der Robert Bosch GmbH

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

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