Erfahrung als Trainee: Hilti

Erfahrung als Trainee: Hilti

Nach seinem Masterstudium „Leadership & Management Studies“ an der Copenhagen Business School absolvierte Axel (31) das OUTPERFORMER Trainee Program (Commercial Track) bei Hilti. Im Gespräch mit TRAINEE-GEFLÜSTER gibt er einen Einblick in den Bewerbungsprozess für das Trainee-Programm bei Hilti. Außerdem beschreibt Axel einzelne Schritte seiner Trainee-Zeit und gibt wichtige Tipps für ein Traineeship bei Hilti.

Hallo Axel, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Hilti ab?

Das Auswahlverfahren beinhaltet drei Schritte. Zuerst fand ein Telefoninterview statt. In dem Gespräch ging es überwiegend um meinen Werdegang, meine beruflichen Ziele und meine Erwartungen an Hilti, speziell an das Trainee-Programm. Anschließend wurde ich zu einem persönlichen Interview eingeladen. Inhaltlich wurden meine eigene Motivation, analytische Fähigkeiten und mein Umgang mit Misserfolgen thematisiert. Als dritter und letzter Schritt folgte das Assessment Center.

Wie gestaltete sich das Assessment Center?

Das Hilti Assessment Center erstreckt sich über drei Tage. Am Tag der Anreise erfolgen eine Unternehmenspräsentation, eine Vorstellrunde aller Beteiligten sowie eine offene Fragerunde mit derzeitigen Trainees und ein gemeinsames Abendessen mit den Assessoren und dem HR Programm Manager. Hier hat man die Gelegenheit die Assessoren, die alle Führungskräfte aus dem Senior Management sind, kennen zu lernen. Der zweite Tag beinhaltet die eigentlichen Übungen. Bereits am Abend des Assessment Center-Tages erhält jeder Teilnehmer die Information, ob er bestanden hat oder nicht. Unabhängig vom Ausgang bekommt jeder Teilnehmer ein sehr ausführliches Feedback, um zu erkennen, woran er noch an sich arbeiten kann. Am dritten und letzten Tag bekommt jeder, der das Assessment Center erfolgreich bestanden hat, die Chance, dem geschäftsführenden Direktor der Hilti Deutschland AG in einem Einzelgespräch zu begegnen.

Wie beurteilst Du das Bewerbungsverfahren?

Insgesamt hat mich die Organisation des Bewerbungsverfahrens beeindruckt. Jeder Schritt war gut organisiert. Darüber hinaus sprachen alle Beteiligten sehr offen über Hilti. So habe ich durch die Gespräche einen guten Eindruck bekommen, ob ich menschlich zu Hilti passe. Nicht zuletzt zeigt die Beteiligung des Top Managements den hohen Stellenwert dieses Programms innerhalb der Firma.

Welche Tipps kannst Du zukünftigen Bewerbern für die Trainee-Stelle geben?

Jeder Bewerber sollte für sich selbst entscheiden, ob er sich in der Baubranche und in einem vertriebsorientierten Unternehmen wohl fühlen kann. Eine Affinität zur Technik bzw. zu technischen Produkten und zum Vertrieb sollten neben einem guten Studienabschluss, internationaler Erfahrung, Motivation und Eigeninitiative, hoher Teamorientierung sowie Bodenständigkeit vorhanden sein.

Wie ist der grobe Ablauf Deines Trainee-Programms bei Hilti?

Das OUTPERFORMER Trainee Programm ist auf zwei Jahre ausgelegt. Jeder Teilnehmer verbringt das erste Jahr im Vertrieb und kann so das Hilti Kerngeschäft erleben. Dazu gehört der Aufbau von Branchenwissen, das Kennenlernen von Kunden und Produkten sowie von internen Prozessen. Vom ersten Tag an übernimmt man ein real bestehendes Vetriebsgebiet inklusive voller Umsatz- und Gebietsentwicklungsverantwortung und kann so sein unternehmerisches Können beweisen.

Das zweite Jahr ist deutlich individueller. Auf dem Plan stehen drei Projekte in unterschiedlichen Abteilungen. Je nach individuellem Entwicklungsplan des Trainees stehen Projekte im Marketing, im Bereich Finanzen, in der Logistik oder im Bereich Human Resources zur Verfügung, mit nationalem und überregionalen Kontext. Das letzte Projekt findet sogar immer im Ausland statt und man verlässt den zentraleuropäischen Kernmarkt.

Darüber hinaus nimmt jeder Trainee an internen und externen Trainings teil. Seit 2013 gibt es zudem ein globales Summit mit allen Trainees inklusive eines Treffens des Vorstands und der Teilnahme an einem Corporate Project Workshop.

Ist ein Auslandsaufenthalt vorgesehen?

Ein Projekt im Ausland ist fester Bestandteil des Programms. Im Regelfall ist es das letzte Projekt. Schon früh haben der HR Program Manager und mein Mentor mit mir abgestimmt, in welchen Bereich – geographisch sowie auch inhaltlich – ich gerne möchte. Basierend auf meinen Vorstellungen wurde dann nach einem geeigneten Projekt in einem der von mir favorisierten Länder gesucht. So ging es dann für mich für vier Monate nach Istanbul, in die Marktorganisation Türkei.

Welche Erfahrungen konntest Du bei dem Auslandsaufenthalt sammeln?

Das Leben in einer so pulsierenden und vielseitigen Stadt hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern ich habe mich auch fachlich und persönlich weiterentwickelt. Stark strukturiertes Arbeiten sowie klare und leicht verständliche Kommunikation waren besonders wichtig zur Erreichung der gesteckten Ziele. Darüber hinaus ist man in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht, auf gutes Teamwork mit den lokalen Kollegen angewiesen. Mein Aufenthalt in Istanbul war definitiv eines der Highlights während meiner Trainee-Zeit.

Wie sind Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Zu Beginn des Programms nimmt jeder Trainee an einem fünfwöchigen Vertriebstraining teil. Hier erlernt man die Grundlagen des Vertriebs, lernt die Produkte und Anwendungen unserer Kunden kennen sowie die Hilti Geschäftsstrategie und die relevanten Prozesse. Nach dieser intensiven Einarbeitung ist man für den Schritt in den Vertrieb gerüstet. Allerdings steht man zu keiner Zeit alleine da. Vorgesetzte und Kollegen haben immer ein offenes Ohr und unterstützen bei Fragen gerne.

Dies gilt auch für die Kollegen in den Fachabteilungen, in denen man seine Projekte absolviert. Hier steht neben dem Projektleiter mindestens ein weiterer Ansprechpartner unterstützend im Projekt zur Seite.

Des Weiteren gibt es ein etabliertes Mentoren-Programm. Jeder Trainee hat einen eigenen Mentor aus dem Senior Management, der ihn über die vollen zwei Jahre im Programm begleitet. Der Mentor unterstützt bei der Gestaltung des eigenen Entwicklungsplans, bei der Auswahl der Projekte und bei der Diskussion der Folgeposition zum Ende des Programms. Zudem ist er als Konstante in den beiden Jahren einer der wichtigsten Sparringpartner in Sachen Feedback und persönlicher Weiterentwicklung.

„Training-on-the-job“ vs. „Training-off-the-job“ – Wie ist das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis?

Als Trainee bei Hilti übernimmt man vom ersten Tag an Verantwortung – sei es Umsatzverantwortung oder die eigenständige Verantwortung für ein Projekt zur Erreichung der vereinbarten Ziele. Dabei wird man von den Projektleitern gefordert und gefördert. In regelmäßigen Abständen finden Feedback-Gespräche statt, bei denen die Leistungen, Stärken und potentielle Entwicklungsfelder jedes Einzelnen thematisiert werden. So wusste ich immer, wo ich stehe und im Hinblick auf welche Fähigkeiten ich an mir selbst arbeiten muss.

Zudem nimmt jeder Trainee an internen und externen Trainings teil, bei denen Führungsqualitäten weiterentwickelt werden. Ein Highlight für mich war das externe Training an der renommierten Business School.

Was sind Deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im „Arbeitsalltag“?

Die Aufgaben und Tätigkeiten richten sich stark nach dem jeweiligen Projekt. Allen gemeinsam ist, dass man für das Erreichen der Projektziele verantwortlich ist und somit die Themen treiben muss.

Zum Beispiel habe ich während meines Auslandprojektes einen Telefonvertriebskanal in der Türkei aufgebaut. Dafür mussten potentielle Kundengruppen definiert, Prozesse aufgesetzt und geeignete Mitarbeiter ausgewählt und trainiert werden. All dies geschah zu jeder Zeit in enger Abstimmung mit dem lokalen Management.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst Du pro Woche?

Wie überall kommt es hier sehr auf die persönlichen Ziele, die Fähigkeit sich in Themen einzuarbeiten und auf effizientes Arbeiten an. Darüber hinaus noch auf die Phase des Projektes – vor wichtigen Präsentationen steigt die Zahl der Arbeitsstunden natürlich an. So gibt es schon Tage, an denen man viel arbeitet. Es gibt aber immer die Möglichkeit, ein vernünftiges Maß zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.

Welche Eigenschaften sollte man Deines Erachtens für die Trainee-Stelle bei Hilti mitbringen?

Das Traineeprogramm ist sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich. Hierfür sollte man eine schnelle Auffassungsgabe und hohe analytische Fähigkeiten besitzen. Motivation, Kontaktfreude und ein eigenständiger Arbeitsstil sind zudem wichtig. Nicht zuletzt sollte man bereit sein, Feedback anzunehmen und ständig an sich selbst arbeiten.

Wie intensiv ist der Kontakt zu den anderen Trainees bei Hilti?

Ein Austausch unter den Trainees findet regelmäßig statt. Man trifft sich bei Trainings oder während zeitgleichen Projekten am zentraleuropäischen Headquarter. Zu meiner Zeit haben wir privat viel zusammen unternommen. Beim gemeinsamen Squash spielen konnten wir uns informell austauschen, unterstützen und voneinander lernen. Zudem gibt es im ersten Jahr ein regionales Treffen aller Trainees. Dort kann man die Trainee-Kollegen aus der gleichen Region kennenlernen und erhält Einblicke in alle Bereiche, in denen im zweiten Jahr die Projekte stattfinden können. Außerdem gibt es eine offene Fragerunde mit Vertretern aus dem Senior Management.

Seit dem globalen Rollout gibt es auch einmal jährlich mehrtägige Global Summits aller Trainees weltweit. Im ersten Summit bearbeiten die Trainees ein corporate project vorab, das sie vor Vorstandsmitgliedern am globalen Headquarter im Rahmen des Summits präsentieren, und im zweiten Summit starten sie ein soziales Projekt – in diesem Jahr fahren sie z.B. eine Woche nach Bosnien-Herzegowina und bauen dort eigenständig Häuser mit Hilti-Produkten.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt bei Hilti?

Das Gehalt ist fair und auf einem Level mit Programmen bei vergleichbaren Unternehmen. Darüber hinaus wird jeder Mitarbeiter über ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell am Erfolg des Gesamtunternehmens beteiligt. Während des Jahres im Vertrieb hat man zudem noch die Möglichkeit, über Umsatzsteigerung den eigenen Bonus zu erhöhen. Als weiteren Bonus kann man den Firmenwagen, den man im Vertrieb zur Verfügung gestellt bekommt, auch privat nutzen. Zudem ist die Business School für mich Teil des Gehaltspackages.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Nein, alle Trainees bekommen einen vom ersten Tag an unbefristeten Arbeitsvertrag.

Was war (bisher) Dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Persönliche Highlights gab es viele. Die Zeit im Vertrieb hat mich nachhaltig geprägt und war eine Bereicherung für meine professionelle und persönliche Entwicklung. Außerdem sind noch die Aufenthalte an der Business School sowie meine Zeit in Istanbul zu nennen.

Wie geht es für Dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Hilti weiter?

Für mich ging es nahtlos in meine Folgeposition. Seit November 2014 bin ich als Produktmanager Direktbefestigung für die gesamte Region Zentraleuropa verantwortlich. 

 

>> Weitere Informationen zum Trainee-Programm bei Hilti gibt es hier

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

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Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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