Trainee-Bewerbung: Mit diesen 10 Tipps überzeugst du jeden Personaler

Lass dir deinen Karriereeinstieg nicht durch die Lappen gehen! Eine erfolgreiche Bewerbung ist der Türöffner zu deinem Einstieg als Trainee. Wir verraten dir das kleine Einmaleins für Bewerbungen, mit denen du dich garantiert ins richtige Licht rückst und Fettnäpfchen leicht vermeidest.

Gute Vorbereitung: Von wegen kein Plan

Bei der Trainee-Bewerbung ist eine gute Vorbereitung die halbe Miete. Informiere dich ausführlich über das ausgeschriebene Trainee-Programm und notiere dir direkt in Stichpunkten, warum es für dich eine tolle Einstiegsmöglichkeit darstellt und genau du zur ausgeschriebenen Trainee-Position passt. So kannst du sichergehen, gut zu argumentieren sowie nichts zu vergessen – und auch nochmal selber überprüfen, ob es wirklich das Richtige für dich ist.

In den meisten Fällen findest du zahlreiche Infos auf der Homepage des Unternehmens. Viele Firmen haben heutzutage auch einen großen Bewerber-Bereich auf ihrer Website, auf der alle relevanten Informationen für potentielle Kandidaten zusammengestellt sind. Hier findest du zumeist auch Auskünfte zur richtigen Kontaktperson und zur Bewerbungsfrist. Infos findest du außerdem in unserer Rubrik Trainee-Programme und in Erfahrungsberichten. Hier gibt es manchmal richtige Insider-Tipps dazu, worauf Unternehmen wert legen. Dabei solltest du aber nicht soweit gehen, dir unbekannte Personen auf sozialen Plattformen anzuschreiben – das ist aufdringlich und kann schnell nach hinten losgehen.

Design: Alles fresh und clean?

Natürlich möchte man sich mit der eigenen Trainee-Bewerbung von den anderen Kandidaten abheben. Das heißt aber nicht, dass du um jeden Preis hervorstechen sollst – vermeide schrille oder verspielte Designs, die von den eigentlichen Inhalten ablenken und den Personaler bei der Suche nach relevanten Infos verwirren! Überzeugender sind bei einer Trainee-Bewerbung Übersichtlichkeit und ein einheitliches, schlichtes Design, das die hochwertigen Inhalte unterstreicht. Wichtig ist, dass du das Design vom Deckblatt bis zur letzten Zeile des Lebenslaufes beibehältst. Dabei bietet sich zum Beispiel immer dieselbe Kopfzeile mit Kontaktdaten an. Du kannst dir im Internet Anregungen holen, aber wir empfehlen, keine Vorlage 1:1 zu übernehmen, denn dann kann es passieren, dass der Personaler diese schon 100mal gesehen hat und wenig beeindruckt ist. Besser ist es, zu überraschen! Geht es um einen kreativen Beruf, kann es auch nichts schaden, mal etwas ganz anderes auszuprobieren – wie wäre es zum Beispiel damit, deine Skills nicht mit Floskeln wie „Gute Grundkenntnisse“ darzustellen, sondern mit einer Art Balkendiagramm den jeweiligen Kenntnisstand anzugeben?  

Übrigens: Entscheidest du dich für ein Deckblatt, ist dies das erste, was der Personaler sieht. Dementsprechend Eindruck machen muss es! Es sollte nicht überladen sein, sondern beinhaltet lediglich

  • „Bewerbung für/als“ plus das Trainee-Programm bzw. "Trainee im [...]",
  • dein Foto,
  • deinen Namen,
  • deine Kontaktdaten
  • und die Auflistung der Anlagen.

Schaffst du mit diesen wenigen Angaben und einem schlanken Design einen sympathischen und professionellen Eindruck zu machen, wird der Leser neugierig und mit Freude weiterscrollen oder -blättern.

Bewerbungsfoto: No Selfies, please!

Ein Bewerbungsfoto ist kein Muss, aber es verleiht deiner Bewerbung ein Gesicht – und somit bleibt sie dem Personaler höchstwahrscheinlich besser im Gedächtnis als ohne Bild. Damit der bleibende Eindruck positiver Natur ist, solltest du das Bewerbungsfoto von einem professionellen Fotografen machen lassen. Tabu sind private oder selbstgemachte Fotos – weder das schöne Urlaubsfoto am Strand noch das gut getroffene Selfie machen einen guten Eindruck.

So geht’s: Kleide dich dazu branchenüblich und setze auf Natürlichkeit. Wichtig ist, dass der Fotograf deine Persönlichkeit im Bild einfängt und du auf dem Bild authentisch rüberkommst. Heißt im Klartext: Ein offenes Lächeln kommt gut an, sofern es nicht aufgesetzt ist. Fühlst du dich dabei unwohl, kannst du den Mund geschlossen halten, wenn du dabei weiterhin freundlich aussiehst.

Sind deine Bewerbungsbilder älter als zwei Jahre oder hast du dich seit der letzten Bewerbung äußerlich stark verändert, solltest du neue Fotos machen lassen. Die Investition lohnt sich!

Auf einen Blick: Do’s and Don’ts

Ja, bitte: Nein, danke:

Beim Fotografen geschossenes Passfoto oder Foto bis zur Taille

Selfies, Urlaubsfotos, biometrische Passbilder, Ganzkörperfotos
Lächeln und offener, freundlicher Blick Böser, genervter oder arroganter Blick
Dezente Schminke und ordentliche Frisur Gesicht überladen mit Schminke, riesigen Ohrringen oder einem auswuchernden Bart
Ordentliche Kleidung wie Bluse oder Hemd, dezentes, weißes oder schwarzes Shirt mit Sakko oder Blazer Tank Tops, bunt gemustert, grelle Farben

Hey Digger: Betreff & Ansprache clever wählen

Der Betreff deiner Trainee-Bewerbung sollte eindeutig sein und – wenn vorhanden – die Ausschreibungsnummer enthalten. Benenne die Stelle genauso, wie sie in der Stellenanzeige benannt wird. So schließt du Verwechslungen aus, insbesondere bei Trainee-Programmen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten werden.

Findest du in der Stellenanzeige bzw. auf der Homepage zum Trainee-Programm einen direkten Ansprechpartner, solltest du dich mit deiner Bewerbung direkt an diese Person wenden. Das heißt, du kannst sie in der Adresse mit angeben und dein Anschreiben beginnen mit: „Sehr geehrte Frau/Sehr geehrter Herr...“. Das macht deine Bewerbung persönlicher und zeigt, dass du dich gut und aufmerksam informiert hast. Wichtig ist auch, dass du die Adresse korrekt angibst: Nichts ist peinlicher und deutet mehr auf Massenanschreiben hin, als wenn du den Herrn Müller ansprichst, aber bei der Adresse die Frau Meier von einem ganz anderen Unternehmen, bei dem du dich vorher beworben hast, steht.

Das Herz deiner Bewerbung: Anschreiben

Das Anschreiben ist neben dem Lebenslauf das Zünglein an der Waage in deiner Trainee-Bewerbung. Hier gilt es, den Personaler von dir als Person zu überzeugen. Schließlich suchen Unternehmen für ihre Trainee-Programme Persönlichkeiten, die zum Unternehmen passen und die sie individuell für eine Fach- bzw. Führungsposition ausbilden können. Die wichtigste Frage, die dein Anschreiben beantworten sollte, ist die nach deiner Motivation. Geh im Anschreiben darauf ein, warum du dich bei diesem Unternehmen bewirbst und was du dir von der ausgeschriebenen Trainee-Stelle versprichst. Vermeide Standardfloskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich“. Besser ist ein Einstieg, der deine Begeisterung für die Trainee-Stelle aufgreift und überleitet zu den fachlichen und persönlichen Kompetenzen, die du als Kandidat zu bieten hast.

Achtung: Nicht alle Stationen aus dem Lebenslauf müssen im Anschreiben erwähnt werden. Konzentriere dich eher auf zwei bis drei Stationen im bisherigen Werdegang, die dir für die Trainee-Stelle relevante Kompetenzen vermittelt haben. Zum Abschluss des Anschreibens solltest du bekunden, dass du dich über eine Einladung zum persönlichen Kennenlernen freust – nicht, dass du dich freuen würdest, denn ein Konjunktiv an der Stelle wirkt unsicher. Dann beendest du das Anschreiben mit den obligatorischen freundlichen Grüßen.

Stationen im Lebenslauf: Dein Leben auf zwei Seiten

Der Lebenslauf ist in den meisten Fällen das Erste, was sich Personaler von einer Bewerbung anschauen, da er auf einen Blick zeigt, ob du mit deinem Hintergrund für die Stelle in Frage kommst. In den Lebenslauf gehören

  • deine Kontaktdaten,
  • persönliche Daten,
  • Angaben zur Ausbildung und zur Berufserfahrung,
  • deine Fremdsprachenkenntnisse
  • sowie ein kurzes persönliches Profil.

Falls du kein Deckblatt hast, kommt dein Foto in die obere rechte Ecke im Lebenslauf. Achte darauf, dass du deinen tabellarischen Lebenslauf übersichtlich gestaltest, sodass alle deinen bisherigen Stationen gut einsehbar und logisch aufgelistet sind. Dabei solltest du immer die aktuellsten Ereignisse zuerst auflisten, das heißt, du beginnst zum Beispiel mit dem letzten Praktikum oder führst bei der Ausbildung den neuesten Abschluss auf. Wichtig ist hier, dass du relevant bleibst und nicht bis in deine Schulzeit zurückgehst. Der Lebenslauf sollte insgesamt nicht mehr als zwei Seiten umfassen.

Versetze dich in die Lage des Personalers, der einen möglichst umfangreichen Einblick in deine Kompetenzen und Fähigkeiten erhalten möchte. Gib zum Beispiel nicht nur deine Praktikumsbetriebe an, sondern auch die jeweilige Position und Tätigkeitsschwerpunkte. Zum Abschluss ist es durchaus erlaubt, einige persönliche Interessen aufzulisten sowie Auskünfte über freiwilliges Engagement oder Projekte zu geben. Beachte hierbei immer den Kontext, in dem du deine Trainee-Bewerbung schreibst. Bewirbst du dich beispielsweise bei einer Hilfsorganisation, können solche Informationen einen entscheidenden Mehrwert bieten. Bei einer Bewerbung als Vertriebs-Trainee hingegen sollte der Fokus deiner Bewerbung auf dem kommunikativen Können sowie der bisherigen Berufserfahrung liegen. Genau wie das Anschreiben kann und sollte also auch der Lebenslauf individuell auf die jeweilige Trainee-Position zugeschnitten werden.

Der letzte Schliff: Datum & Unterschrift

Auf das Anschreiben sowie unter deinen Lebenslauf gehört jeweils das Datum deiner Bewerbung. Bei einer elektronischen Bewerbung ist die Unterschrift kein Muss. Möchtest du nicht darauf verzichten, kannst du deine Unterschrift einscannen und einfügen, und zwar auf dem Anschreiben sowie die letzte Seite des Lebenslaufs.

Achte darauf, dass die Datumsangaben auf Lebenslauf und Anschreiben identisch sind. Gerade wenn man mehrere Bewerbungen verschickt, können hier schnell „Schusselfehler“ passieren.

Beweisführung abgeschlossen: Arbeitsnachweise & Zeugnisse

Neben dem Anschreiben und deinem Lebenslauf gehören in die Trainee-Bewerbung auch Praktikumszeugnisse, Arbeitsnachweise und dein letztes Abschlusszeugnis. Auch diese werden antichronologisch angeordnet. Das heißt, in der Regel beginnen die Anhänge mit dem aktuellsten Arbeitsnachweis, danach folgen die restlichen Praktikumszeugnisse und Co. Ganz zum Schluss kannst du dein letztes Hochschulzeugnis hinzufügen. Wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, genügt auch dieses letzte Zeugnis – beispielweise das Masterzeugnis – und du musst nicht extra noch dein Bachelor-Zeugnis und dein Abiturzeugnis hinzufügen. Im Lebenslauf jedoch solltest du das Datum, den Namen der Schule bzw. Hochschule und gegebenenfalls die Note des Abiturs sowie aller folgenden Abschlüsse angeben.

Digital gewinnt: E-Mail-Bewerbung und Bewerbungsmanagement-System

Der gute alte Postweg hat meiste nicht mehr viel zu melden, vielmehr wünschen sich Unternehmen, die Bewerbung über das Internet zu erhalten, wie eine Statistik aus dem Jahr 2016 zeigt:

Quelle: statista.de (2016): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/408875/umfrage/favorisierte-bewerbungswege-deutscher-unternehmen-von-hochschulabsolventen/

Bei einer E-Mail-Bewerbung spielt die Größe der Anhänge eine große Rolle. Füge deine kompletten Bewerbungsunterlagen zu einer PDF zusammen und konvertiere diese, damit du eine Dateigröße von ca. 2MB nicht überschreitest. Scanne die Anhänge sauber und ordentlich ein und achte beim Zusammenfügen auf die richtige Reihenfolge. Für das Zusammenfügen deiner Unterlagen sowie die Minimierung der Dateigröße findest du im Internet zahlreiche kostenfreie Programme zum Erstellen von PDF-Dateien.

Bevor du deine Trainee-Bewerbung an das Unternehmen verschickst, solltest du sie einer vertrauten Person zusenden. Diese kann testen, ob sich die PDF problemlos öffnen und einsehen lässt. Es empfiehlt sich bei der E-Mail-Bewerbung, das Anschreiben nicht direkt in das Textfeld einzugeben, sondern eine kurze, aussagekräftige Einleitung zu formulieren, in der man sich als Bewerber kurz vorstellt, die jeweilige Trainee-Stelle benennt und natürlich auf die angehängten Bewerbungsunterlagen verweist. So kann der Anhang im Unternehmen weitergereicht werden, ohne dass das Anschreiben verloren geht.

Für internationale Trainee-Programme verlangen manche Firmen eine englische Bewerbung. Hier gelten zum Teil etwas andere "Bewerbungs-Regeln". Wer einen Native-Speaker als Ratgeber hat, kann sich glücklich schätzen. Eine andere Möglichkeit sind sonst professionelle Anbieter, die englische Bewerbungen auf Inhalt, Form und Design überprüfen.

Viele Firmen bieten Kandidaten mittlerweile die Bewerbung über sogenannte Bewerbermanagement-Systeme an. Hierbei gibst du deine Trainee-Bewerbung direkt in eine vorgefertigte Maske ein, in der du in der Regel direkt im System Fragen beantworten kannst. Der Fragen-Leitfaden hilft dir dabei, genau die richtigen Auskünfte zu geben. So kannst du hier ganz ausführlich auf deine Motivation eingehen, wohingegen ein normales Anschreiben häufig nicht genug Platz bietet. Zudem hast du die Möglichkeit, deinen Lebenslauf sowie andere Anhänge und Arbeitsproben hinzuzufügen.

Die meisten Bewerbermanagement-Systeme ermöglichen es dir, dich mehrfach einzuloggen und etappenweise an deiner Bewerbung zu arbeiten. Das ist sehr hilfreich, da die Bewerbung über ein solches System häufig etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wichtig ist aber, dass du dir genau über die Fristen im Klaren bist – ärgerlich ist es, wenn du schon fast fertig bist und dann die Frist zum Abschluss deiner Bewerbung verpasst.

 

Auch für dich interessant – mit diesen Tipps rockst du jede Bewerbungsphase:

>> Du willst wissen, worauf es inhaltlich bei der Trainee-Bewerbung besonders ankommt? Hier erfährst du, was Personaler hören wollen!

>> Obacht: Diese Fails solltest du in der Bewerbung vermeiden!

 

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie