Trainee bei Michelin: Erfahrungen.

Von Bettina Wilde,

Maximilian Schürmann ist nach seinem Abschluss in Maschinenbau als Trainee Erstausrüstung in der Customer Business Unit bei Michelin eingestiegen. Im Interview mit Trainee-Geflüster gibt er Tipps für den Auswahlprozess und spricht über die Arbeitsatmosphäre, seine Tätigkeiten sowie seine persönlichen Highlights im Trainee-Programm.

Hallo Maximilian, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle ab?

Die Bewerbung für die Trainee-Stelle hat über das Michelin Portal stattgefunden. Nachdem ich die Bewerbungsunterlagen abgeschickt hatte, wurde ich innerhalb von ein paar Tagen zu einem Telefoninterview eingeladen. Während des Interviews wurde ich nach meinem Lebenslauf gefragt und offene Fragen, die ich hatte, wurden geklärt. Im Assessment Center mussten wir verschiedene Rollenspiele alleine und in der Gruppe bewältigen. Der gesamte Bewerbungsprozess hat nur circa drei Wochen gedauert.

Welche Tipps kannst du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess bei Michelin noch vor sich haben?

Zukünftigen Bewerben empfehle ich, sich mit dem Unternehmen Michelin vertraut zu machen. Welche Produkte werden angeboten, wer ist der CEO etc. Interesse für die Automobilindustrie und für den Reifen solltet ihr ebenfalls mitbringen. Während des Trainee-Programms waren wir sehr viel unterwegs. Entweder zwischen den Werken innerhalb Deutschlands oder international beispielsweise in der Zentrale von Michelin in Frankreich. Daher solltet ihr ein hohes Maß an Mobilität mitbringen und bereit sein, einen längeren Zeitraum im Ausland zu verbringen.

Außerdem sind Michelin und unsere Kunden international aufgestellt, sodass wir mit Kollegen aus aller Welt von den USA bis China zusammenarbeiten. Wenn ihr also ein Auslandssemester oder Auslandspraktika aufweisen könnt, wird sich das positiv auf eure Bewerbung auswirken.

Wie ist der grobe Ablauf deines Trainee-Programms?

Das Programm ist auf 18 Monate ausgerichtet. Die ersten fünf Wochen sind eine Einführung in das Unternehmen, von denen die Trainees zwei Wochen ein Werk besuchen. Dort habe ich die Produktion vom Rohmaterial bis zum fertigen Reifen kennengelernt. Anschließend war ich für acht Monate in Clermont-Ferrand und in verschiedenen Abteilungen tätig – von der Teststrecke bis zu der Zentrale. Sechs Monate lang habe ich an einem Projekt gearbeitet, um den Geschäftsprozess zu analysieren und zu optimieren. Die letzten sechs Monate des Programms war ich operativ als Technical Account Manager tätig, um nach dem Trainee-Programm voll einsteigen zu können.

Wie sind bei Michelin Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Während des Trainee-Programms wurde mir vom ersten Tag ein Mentor zur Seite gestellt. Unter anderem haben wir meinen Ausbildungsplan organisiert und die Ansprechpartner in den verschiedenen Abteilungen wurden mir vorgestellt. Währen meiner Arbeit am Projekt standen mir mein Betreuer und mein fachlicher Vorgesetzter immer zur Verfügung, um Fragen zu klären und neue Anregungen zu schaffen. Während meiner Einarbeitung in das operative Geschäft habe ich mit zwei erfahrenen Account Managern zusammengearbeitet, die mir mit gutem Rat zur Seite standen. Selbstverständlich habe ich mit meinem Mentor durchgängig Kontakt gehalten.

„Training-off-the-Job“ vs. „Training-on-the-Job“– Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Der Schwerpunkt des Trainee-Programms liegt auf der Praxis. Wie bereits erwähnt, konnte ich selbstständig an einem Projekt arbeiten oder operativ als Technical Account Manager tätig sein. Es wurde aber auch sehr viel Wert auf die Theorie gelegt. Beim Einstieg bei Michelin haben die Trainees eine Einführung zur Technik des Reifens bekommen. Zusätzlich hatte ich einen Monat lang Reifenschule in Ladoux, dem Entwicklungszentrum von Michelin in Frankreich. Neben den Trainings-on-the-Job hatten wir als Trainee-Gruppe regelmäßig Trainings-off-the-Job zu Themen wie Führung im Alltag, Design Thinking, Persönlichkeit und Wirkung oder Souveräne Meeting Moderation.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Einen Arbeitsalltag gibt es nicht wirklich. Man ist immer woanders und lernt etwas Neues. Gerade das macht das Trainee-Programm so interessant und spannend. Als Technical Account Manager bin ich dafür zuständig, die Reifenentwicklung von der Machbarkeitsstudie bis hin zur Serienproduktion zu begleiten und sicherzustellen, dass der Anlauf möglichst reibungslos verläuft. Dabei stößt man immer wieder auf neuen Herausforderungen. Das heißt, ich stehe im engen Kontakt mit der Entwicklung, um beispielsweise die Zeitplanung zu besprechen und sicherzustellen, dass die Reifenperformance mit dem Lastenheft des Kunden übereinstimmt, und andererseits bin ich der Ansprechpartner für den Kunden.

Welche Erfahrungen hast du während deines Auslandsaufenthaltes sammeln können?

Insgesamt habe ich acht Monate in Frankreich, Clermont-Ferrand/Ladoux verbracht. Dort konnte ich innerhalb einer kurzen Zeit ein sehr großes Netzwerk aufbauen, das mir im Laufe meiner Karriere sicherlich sehr hilfreich sein wird. Vor allem als Technical Account Manager ist ein großes Netzwerk wichtig, da man transvers arbeitet und daher mit den Bereichen Entwicklung, Marketing, Norm&Regulations, Testfahrern, Industrie etc. zusammenarbeiten muss. Als internationales Unternehmen ist die Unternehmenssprache bei Michelin Englisch. Auch ist es hilfreich, für einzelne Trainee-Stellen Französisch sprechen zu können. Daher hatte ich die gesamte Zeit in Frankreich Sprachunterricht.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Im Vertrag sind 39 Arbeitsstunden pro Woche festgelegt. Es kommt natürlich auch vor, dass ich länger im Büro bin. Da ich meine Stunden aufschreibe, habe ich jedoch die Möglichkeit, alle Überstunden abzubauen.

Im Jahr bekommen wir als festangestellte Mitarbeiter 30 Urlaubstage. Falls man nicht alle Urlaubstage nimmt, hat man die Möglichkeit, einige Tage bis Ende März des Folgejahres mitzunehmen.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Michelin?

Die Arbeitsatmosphäre ist sehr angenehm. Von Anfang an wurde ich als volle Arbeitskraft angesehen und durfte anspruchsvolle Aufgaben übernehmen. Ich konnte direkt selbstständig an einem Projekt arbeiten und hatte sehr früh meinen ersten Kundenkontakt. Bei Fragen sind alle Kollegen sehr hilfsbereit und motivieren einen immer wieder, Fragen zu stellen.

Aufgrund der vielen Schulungen hatten wir als Trainee-Gruppe regelmäßig Kontakt und haben über die eineinhalb Jahre ein enges Netzwerk aufgebaut. Dank Aktivitäten wie Teambildung, die wir bereits in der ersten Woche in der Pfalz hatten, haben wir uns von Anfang an sehr gut kennengelernt und verstanden.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt?

Neben dem guten Trainee-Gehalt bekommen wir während des gesamten Programms Unterstützung bei der Wohnungssuche, da wir sehr viel unterwegs sind. Anfangs wird uns bei der Suche unter die Arme gegriffen. Mit der Zeit können wir uns selbstständig darum kümmern. Als ich in Frankreich stationiert war, hatte ich außerdem vier Stunden pro Woche Einzelunterricht in Französisch, die ich mir auch als Arbeitszeit aufschreiben durfte. Jeder Mitarbeiter kann an einem Vorzugsprogramm mit tollen Angeboten partizipieren, nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit hat man Anspruch auf kostenlose Michelin-Reifen.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms bei Michelin befristet?

Der Arbeitsvertrag ist unbefristet, das heißt, die Übernahme nach dem Trainee-Programm ist bei entsprechender Qualifizierung sicher.

Was war (bisher) dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Mein persönliches Highlight ist auf jeden Fall die Zeit, die ich in Clermont-Ferrand verbracht habe. Neben der Verantwortung, die mir dort zugetragen wurde, hatte ich die Möglichkeit, ein internationales Netzwerk aufzubauen. Nach dem Abschluss des Projektes war ich außerdem in China, Japan und den USA, um die Ergebnisse dort vorzustellen!

Wie geht es für dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Michelin weiter?

Nach meinem Trainee-Programm geht es für mich als Technical Account Manager für die Erstausrüstung weiter. Dort habe ich schon zwei Kunden, die ich zukünftig betreuen werde.


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