Praxiserfahrung oft Bedingung für eine Trainee-Stelle

Praktika haben oft einen schlechten Ruf. Im Gegensatz zu Hospitanzen, die während des Studiums ehrenamtlich oder laut Lehrplan zu absolvieren sind, bergen „hauptberufliche“ Praktika am Anschluss an das Studium die Gefahr, als unterbezahlte Vollzeitstellen zu enden. Nicht ganz umsonst schwirren in den letzten Jahren Begriffe wie „Generation Praktikum“ oder „Generation Prekär“ durch die Medien- und Hochschullandschaft.

Dies mag in manchen Branchen und Unternehmen stimmen, muss aber nicht für alle gelten. Fakt ist, dass Praktika meist ein gutes Mittel für Studenten und teilweise auch für Absolventen sind, um erste Berufsluft zu schnuppern, wichtige Praxiserfahrung zu sammeln und eventuell sogar mit halbem Bein im Unternehmen zu stehen. Und nicht zuletzt sind für die meisten Trainee-Programme vorher gesammelte Praxiserfahrungen unerlässlich.

Zeit also, mit den drei Top-Mythen, die um das Thema Praktikum ranken, aufzuräumen.

Kein Geld und nur am Kopieren & Kaffee kochen?

Mythos Nummer 1 ist, dass ein Praktikant kein Geld verdient. Richtig ist zwar, dass man kein Spitzengehalt erhält – in den seltensten Fällen allerdings auch nicht nichts. Die Personalberatung Alma Mater hat in einer Studie festgestellt, dass ein Praktikant im Schnitt 535 Euro im Monat verdient. Das Interessante: Größtenteils zahlen die kleineren Unternehmen (10 bis 99 Mitarbeiter) den Hospitanten mit durchschnittlich 633 Euro das beste Gehalt.  Aber auch manche Großkonzerne stehen ihren Praktikanten großzügig gegenüber. So könnt Ihr zum Beispiel bei BASF bis zu 1.000 Euro Gehalt erwarten und bei der Allianz gar 1.300 Euro.

Mythos Nummer 2 ist die Annahme, dass man als Praktikant den Launen des Chefs und der Kollegen ausgesetzt ist, und ein Dasein am Kopierer oder als Kaffeekocher fristen muss. Das kann im Einzelfall sicher passieren, wobei das vor allem Studenten und Absolventen deutlich seltener betrifft. Zudem gibt es Möglichkeiten, dem entgegenzusteuern. Wenn man Eigeninitiative und Engagement zeigt, mitdenkt, sich selbst Aufgaben sucht und Vorschläge macht, gilt man als motiviert und einsatzbereit, und wird in aller Regel dann nicht oder deutlich weniger mit Lappalien betraut. Ein kleiner Tipp, um Missverständnisse von vorhinein zu vermeiden: Am besten ist es, sich gleich beim Bewerbungsgespräch nach den konkreten Aufgabenbereichen zu informieren.

Praxiserfahrung elementar für Trainee-Stellen

Der dritte Mythos dreht sich um die Anzahl der zu absolvierenden Praktika. Während es bei manchen Studenten und Absolventen geradezu Wettkämpfe gibt, wer die meisten Praktika macht, empfehlen Experten, sich auf eher wenige, dafür aber längere Praktika zu konzentrieren. Praktika sollten zielgerichtet und inhaltlich fundiert sein, und eine längere Projektmitarbeit umfassen. Denn auch hier gilt: Qualität vor Quantität.

Praktika sind also nicht per se schlecht, sondern erfüllen oft noch die Funktion, die ihnen schon vor Jahren zugeschrieben wurde: Ein Türöffner in die Berufswelt. Wer sich geschickt anstellt und sich einbringt, bei dem ist der Praktikumsbetrieb vielleicht schon der nächster Arbeitgeber.

Zum Schluss noch einige Linktipps zum Thema:
“Was im Praktikum wirklich zählt”
Der Traum von der Festanstellung im Anschluss an das Praktikum
Die Tipps lassen sich zu großen Teilen natürlich auch für eine Trainee-Stelle anwenden.

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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