11+1 Merkmale, an denen du ein gutes Trainee-Programm erkennst

Trainee-Programme gibt es wie Sand am Meer – doch leider sind auch viele schwarze Schafe darunter, die Trainees als günstige Arbeitskräfte ohne wirkliche Karriereperspektive ausnutzen. Damit du nicht in diese Falle gerätst und bei einem solchen Programm deine Zeit verschwendest, haben wir dir ein paar Fragen zusammengestellt, die du vor der Bewerbung für ein Trainee-Programm oder spätestens beim Vorstellungsgespräch beachten solltest.

1. Bietet das Programm eine Perspektive nach der Zeit als Trainee?

Schon im Namen steckt drin, dass du trainiert wirst – doch wofür eigentlich? Im Idealfall investiert das Unternehmen in deine Ausbildung, um dich auf eine künftige Position im Unternehmen gezielt vorzubereiten. Gerade bei kurzen Trainee-Programmen gibt es manchmal sogar schon während der Trainee-Zeit einen unbefristeten Vertrag, bei anderen erst nach dem erfolgreichen Trainee-Programm. Wichtig ist, dass es überhaupt eine Vakanz gibt und auch nicht nur eine bei mehreren Trainees im selben Bereich. 

2. Bekommst du die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen?

Bei einem klassischen Trainee-Programm durchläufst du nicht nur eine Abteilung, sondern mehrere Stationen. Dadurch bekommst du die Möglichkeit, Einblicke in die Gesamtzusammenhänge des Unternehmens zu gewinnen und Abläufe zu verstehen, was dir später in der angestrebten Fach- oder Führungsposition hilft. Da das Trainee-Programm dir auch Orientierung bieten soll, macht diese Rotation Sinn, damit du herausfinden kannst, in welche Themen du tiefer eintauchen willst und wie genau deine Zielposition sein soll. Eine Ausnahme ist das Fachtrainee-Programm, bei dem von Anfang an deine künftige Position festgelegt ist und du in diesem Bereich intensiv geschult wirst. Misstrauisch kannst du werden, wenn du ohne großes Einlernen einfach vor den PC gesetzt wirst nach dem Motto: „Mach mal“. In dem Fall wirst du nicht ausgebildet, sondern einfach als günstige Arbeitskraft eingesetzt.

3. Wirst du intensiv betreut?

Apropos „Mach mal“: Natürlich wirst du im Trainee-Programm auch angehalten, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen, aber das heißt nicht, dass du alleine gelassen wirst. Dir sollte während deiner Ausbildung als Trainee nicht nur ein Vorgesetzter als fachlicher Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sondern auch ein persönlicher Mentor aus der Fachabteilung oder aus dem Personalbereich. Mit ihm besprichst du auch deine persönliche Weiterentwicklung und führst regelmäßige Feedback-Gespräche zu deinen Leistungen und wie du dich im Unternehmen fühlst.

4. Gibt es Weiterbildungen?

Im Trainee-Programm wirst du durch Trainings-on-the-Job in der Praxis fit gemacht. Darüber hinaus solltest du aber auch theoretische Weiterbildungen bekommen, sei es zu fachlichen Themen oder zu Soft Skills. Auch hier macht es Sinn, dass du selber Einfluss auf das Schulungsprogramm nehmen kannst, je nachdem, wie deine Interessen liegen und Talente sich entwickeln.

5. Hast du Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Trainees und Kollegen?

Gerade wenn du in größeren Unternehmen bist, gibt es meistens mehrere Trainees in verschiedenen Abteilungen. Im Austausch miteinander könnt ihr viel lernen, eure Erfahrungen teilen und ein Teamgefühl aufbauen – auch in Hinblick darauf, dass ihr nach dem Trainee-Programm vielleicht zusammenarbeitet. Schön ist es, wenn vom Unternehmen „offizielle“ Anlässe geschaffen werden, bei denen sich Trainees austauschen können, zum Beispiel gemeinsame Mittagessen. Auch der Austausch mit anderen Kollegen sollte gefördert werden. Gut eignen sich dafür Team-Events oder Feste mit der ganzen Firma.

6. Ist dein Gehalt angemessen?

Durchschnittlich liegt das Trainee-Gehalt in Deutschland bei ca. 40.000 Euro. Wie viel du während deines Trainee-Programms konkret verdienst, kann je nach Branche, Abschluss, Vorkenntnissen und Unternehmen variieren. Grundsätzlich sollte dein Gehalt aber nicht mehr als fünf bis zehn Prozent unter dem Gehalt eines Direkteinsteigers liegen.

7. Hast du die Möglichkeit, individuelle Wünsche einzubringen?

Der Hauptunterschied zwischen Trainee-Programm und Direkteinstieg ist, dass du als klassischer Trainee noch flexibel bist, was die Gestaltung deiner Rolle im Unternehmen betrifft. So sollte es zumindest sein – du bekommst im Idealfall viel Raum für deine Entwicklung und kannst so im Laufe der Zeit in deine Zielposition reinfinden. 

8. Gibt es die Aussicht auf einen Auslandsaufenthalt?

Vorweg: Ist das nicht der Fall, heißt es nicht, dass ein Trainee-Programm schlecht ist. Manche Unternehmen sind schlichtweg nicht international vertreten und haben so gar nicht die Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt anzubieten. Doch gibt es Niederlassungen in anderen Ländern, ist es wünschenswert, dass Trainees die Möglichkeit bekommen, ihre interkulturelle Kompetenz auszubauen.

9. Verläuft die Zusammenarbeit mit anderen Kollegen auf Augenhöhe?

Du bist nicht „nur der Trainee“ – es ist sehr wichtig, dass du von deinen Kollegen als vollwertiger Mitarbeiter wahrgenommen wirst und nicht als jemand, dem man Aufgaben zuschiebt, die man gerade selber nicht machen möchte. Diesen Punkt kannst du leider nicht  vor deiner Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch klären, sondern erst während des Trainee-Programms – aber vielleicht lässt sich das schon im Gespräch erahnen oder du kannst, solltest du dich nicht wertgeschätzt fühlen, den Dialog mit deinem Vorgesetzten oder Mentor suchen.

10. Bekommst du Verantwortung übertragen?

Apropos Aufgaben zuschieben, die keiner haben will: Kaffee kochen und kopieren ist der Praktikanten-Klassiker – heutzutage zum Glück nicht mehr häufig zu finden, aber dennoch solltest du auch als Trainee aufpassen, dass deine Aufgaben deinen Fähigkeiten entsprechen. Dazu gehört, dass du Verantwortung übertragen bekommst und am Tagesgeschäft genauso mitwirkst wie an Projekten, im Team genauso wie an Einzelaufgaben.

11. Ist die Länge angemessen?

Die optimale Länge für ein Trainee-Programm liegt zwischen 12 und 18 Monaten. Geht es länger oder kürzer, solltest du checken, ob es wirkliche Übernahme-Perspektiven gibt – sonst kann es passieren, dass du entweder eine Art besseres Praktikum machst oder als günstige Langzeitarbeitskraft ausgenutzt wirst. Bekommst du beispielsweise direkt einen unbefristeten Vertrag, ist es in Ordnung, wenn ein Programm nur sechs Monate dauert: Dann ist es eher als eine Einarbeitungsphase in Vorbereitung auf eine sichere Festanstellung zu sehen.

11 + 1: Ist das Unternehmen ausgezeichnet?

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Wir zeichnen in Zusammenarbeit mit der LMU München Unternehmen, die besonders karrierefördernde und faire Trainee-Programme anbieten, aus. Dafür gibt es einen ausführlichen Kriterienkatalog – und nur, wenn die Unternehmen alle Punkte erfüllen, bekommen sie die Auszeichnung verliehen. Auf TRAINEE-GEFLÜSTER kannst du nach den Unternehmen mit Trainee-Auszeichnung filtern und so maximal gezielt suchen.

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie