Inside Lufthansa ProTeam: Dino und Joel

Ein Designer und ehemaliger Flugbegleiter, ein „klassischer BWLer“, der in seiner Freizeit Motorrad fährt und einen Karnevalsverein gegründet hat: Die beiden ProTeamler Dino und Joel hatten uns einiges zu erzählen. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER haben sie verraten, warum sie sich für das Trainee-Programm von Lufthansa entschieden haben, wie sie das Auswahlverfahren für das ProTeam empfunden haben und was es mit dem sozialen Projekt in Indien auf sich hat. Außerdem versuchen wir, das Geheimnis zu lüften, was sie zu echten „Pros“ macht!

Hallo Dino, hallo Joel. Warum habt ihr euch für das ProTeam beworben?

Joel: Ich habe bereits ein Praktikum im Vertrieb bei Lufthansa gemacht. Trotzdem war ich nicht sicher, ob ich zu so einem großen Konzern möchte, da sich dort die Mühlräder eher langsam drehen. Als ich dann über das ProTeam gestolpert bin, dachte ich: Wenn die das ernst meinen mit dem Wandel in einem so strukturierten Unternehmen, dann wird das spannend. Und es hat sich im Nachgang auch bestätigt: Man trifft mit Veränderungsvorschlägen auf sehr viel positive Resonanz, auch wenn es manchmal schwierig ist – das muss man dann entsprechend kommunizieren. Was mich noch überzeugt hat, war dieser extreme Fokus auf die persönliche Entwicklung, vor allem im Vergleich zu anderen Trainee-Programmen.

Dino: Ich habe wie Joel schon vorher bei Lufthansa gearbeitet, als Flugbegleiter. Nach meinem Abschluss habe ich mich gefragt, was es für mich hier für Möglichkeiten gibt – und war sehr überrascht, dass ich auch Chancen haben könnte in das ProTeam zu kommen. Früher wäre ich auf jeden Fall nicht genommen worden als Produktdesigner. Der Wandel und die Möglichkeit, das neue „Design“ eines großen Konzerns mitzugestalten, haben mich gereizt.

Dann ging es an die Bewerbung, wie habt ihr das Auswahlverfahren empfunden?

Dino: Ich habe die Bewerbung vor der Freischaltung der Stelle im Karriereportal von Lufthansa vorbereitet. Dann hab ich ein bisschen blöd geguckt, als die das alles plötzlich gar nicht mehr wissen wollten und ich stattdessen in zehn Tagen einen Film drehen und Kreativfragen beantworten sollte. Der erste Schock war groß – als ich dann aber angefangen habe, hat das geswitcht. Es ist einfach eine coole Chance, seine Persönlichkeit zu präsentieren, statt nur auf dem Papier zu überzeugen.

Joel: Genau – nur weil jemand einen exzellenten Abschluss hat, heißt das nicht, dass er auch Dinge bewegen kann. Im Vordergrund stehen hier Authentizität und Ehrlichkeit. Das ist wirklich ernst gemeint: Hier will keiner Lobhudelei auf Lufthansa hören, sondern klare Meinungen – wenn einer blendet, merkt man das sofort. Außerdem muss man sich was trauen, denn wer nicht ehrlich für seine Position einsteht, bringt auch nichts voran.

Am Anfang des Programms hattet ihr einen fünfwöchigen Konzernumlauf, an dessen Ende das Change Seminar in Seeheim stattfand. Wie habt ihr das wahrgenommen? Sind euch im Seminar Schwächen bewusst geworden, an denen ihr schon aktiv arbeiten konntet?

Dino: Es ging in Seeheim viel um den blinden Fleck, also Eigenschaften, die einem selber gar nicht bewusst sind. Im geschützten Raum unserer ProTeam Generation haben wir uns gegenseitig geholfen, diesen blinden Fleck aufzuzeigen und zu verkleinern. Durch die anderen Workshops war das Vertrauen schon sehr groß, man konnte sich öffnen und wir sind dabei vorsichtig, aber nicht zimperlich miteinander umgegangen. Natürlich ging das an die Substanz, war aber für uns alle konstruktiv und wertvoll.

Joel: Und nur wenn man diesen Change selber mitgemacht hat, kann man auch Change herbeiführen. Will man eine bestehende Struktur ändern, fragen sich die Betroffenen – warum ist das, was ich bisher gemacht habe, nicht mehr gut? Das ist ja auch irgendwie ein blinder Fleck, und wenn man das selber schon erlebt hat, kann man da viel mehr Empathie empfinden und geht ganz anders an die Sache ran.

Stichwort Seeheim: Wir haben gehört, dass ihr da auch gerade herkommt. Was habt ihr dort gemacht?

Joel: Da hat das Vorbereitungsseminar für Indien stattgefunden. Es ging um kulturelle Besonderheiten und Organisatorisches sowie Erwartungshaltung und Projektinhalte.

Was sind das für Projekte, in denen ihr arbeiten werdet?

Dino: Wir werden in Gruppen an drei verschiedenen Projekten arbeiten. Bei dem ersten Projekt geht es um ein kleines Unternehmen, das aus abgefallenen Palmenblättern Einmalgeschirr herstellt. Der soziale Ansatz ist, dass sie die Maschinen dafür an die Landbevölkerung verleihen und eine Abnahme der Produktion garantieren. Die wollen expandieren, auch außerhalb Indiens, und da kommen wir ins Spiel. Das zweite Projekt, bei dem ich mitwirke, findet bei einer Firma statt, die einen Austausch von Waren zwischen ländlichen Gemeinden und Städten herstellt. Es geht hier also um eine Art wirtschaftliche Infrastruktur, zugeschnitten auf die jeweilige Situation.

Joel: Das dritte Projekt, bei dem ich mitwirke, heißt „B-able“; da geht es um die kostenfreie Vermittlung von Basiswissen auf einer sehr niedrigen Ebene. Wir bilden nicht aus, sondern erstellen ein Framework, wodurch deutlich wird, inwiefern sich die Situation verbessert hat, zum Beispiel in Sachen Einkommen oder Lebenszufriedenheit.

Ihr bringt beide berufliche Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen mit. Welche Vorkenntnisse sind besonders nützlich?

Dino: Ich bringe Projekterfahrung mit, die nicht so analytisch ist wie die aus dem klassischen Business-Bereich, aber umso stärker davon geprägt, ein Ziel zu einem guten Ende zu bringen. Das hilft mir hier sehr, auch wenn Projekterfahrung kein Kriterium für eine Teilnahme am Trainee-Programm ist.

Joel: Dass ich durch mein Studium und die Praktika BWL-Verständnis mitbringe, tut sicher nicht weh. Grundsätzlich habe ich bei meinen praktischen Erfahrungen gelernt, innovationsbereit zu denken und lösungsorientiert zu arbeiten. So fällt es mir heute viel leichter, ein auf den ersten Blick schwammiges Thema strukturiert anzugehen. 

Ihr kennt euch sehr gut – kann jeder über den anderen sagen, was das gewisse Etwas ist, das ihn zum „Pro“ macht?

Dino: Joel ist zum einen sehr clever, kennt seine Stärken und weiß sehr viel. Dadurch bereichert er auch die Gruppe, weil er sein Wissen gerne teilt und immer eine Antwort hat. Außerdem hat er sehr viel Humor – und auch dass er so viel „labert“, habe ich wirklich lieb gewonnen (lacht).

Joel: Dadurch, dass Dino Designer ist, hat er oft eine ganz andere Blickrichtung auf Dinge und eine andere Denkweise, als der pragmatische BWLer. Er ist sozusagen der „Ästhet“ der Gruppe. Von seiner Persönlichkeit her ist er eine Art Ruhepol. Ich schätze seine angenehme, wohlwollende Art sehr.

In welchen Projekten seid ihr denn aktuell tätig?

Dino: Mein Projekt hängt zwischen Produktmanagement und Kabinenbereich. Der Service auf Langstreckenflügen in der Business-Class wurde quasi neu designed: Hier soll es nicht länger einen Trolley-Service geben, stattdessen kümmert sich der Flugbegleiter individuell um die Wünsche der Gäste. Dieser „Change“ ist ein völlig neues Thema für die Crew – das muss man entsprechend vermitteln. Mein Part ist, den Rollout zu begleiten, qualitätssichernde Maßnahmen zu monitoren, mit den Fachabteilungen zusammenarbeiten und meinen Projektleiter auf dem Laufenden zu halten.

Wie schätzt ihr eure Zukunft bei Lufthansa ein?

Joel: Ich sehe mich im strategischen, innovativen Bereich, zum Beispiel im Vertrieb. Die dynamische Arbeitsweise gefällt mir sehr – hab ich das nicht, geh ich ein wie eine Blume.

Dino: Ich möchte nach dem Trainee-Programm auf jeden Fall bei Lufthansa bleiben, weiß aber noch nicht in welchem Bereich. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten!

>> Mehr über das Lufthansa ProTeam erfahren

Die Trainees aus dem Lufthansa ProTeam im Interview:

 

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Über die Trainee-Programme von Lufthansa Group

Weitere Artikel aus dieser Kategorie