Job-Rotation im Trainee-Programm: Step by step Richtung Karriere

Bäumchen wechsle dich: Die Job-Rotation im Trainee-Programm ist ein beliebtes Mittel, um Trainees vielseitig auszubilden, ihre Flexibilität zu prüfen und den Horizont zu erweitern. Das mag zweckmäßig sein, aber funktioniert das tatsächlich immer so einwandfrei? TRAINEE-GEFLÜSTER gibt Tipps für die gelungene Job-Rotation.

Job-Rotation? Was ist das?

Während es früher Standard war, ein Leben lang einen Job zu machen, ist das heute eher die Ausnahme. Die Suche nach Abwechslung und persönlicher Weiterentwicklung spielt auch in vielen Trainee-Programmen eine Rolle. Vor allem die klassischen Trainee-Programme zeichnen sich daher durch die Job-Rotation aus.

Job-Rotation beschreibt dabei den organisierten Wechsel, bei dem Trainees für einige Wochen oder Monate in verschiedenen Abteilungen und Fachbereichen arbeiten. Zweck ist es, das Unternehmen ganzheitlich kennenzulernen und sich einen Überblick über die Strukturen und Prozesse zu verschaffen. Auch die Zusammenhänge zwischen den Abteilungen sollen verdeutlicht werden.

Durch die Job-Rotation entstehen also Allround-Talente, die für eine Vielzahl von Positionen geeignet sind. Außerdem bietet die Rotation einen Überblick über die möglichen Einsatzgebiete nach dem Trainee-Programm, da sich die Zielpositionen meist erst gegen Ende herausstellen. Gemeinsam mit den Mentoren und der Personalabteilung werden diese dann anhand der Stärken, Schwächen und vor allem persönlichen Interessen nach dem Programm festgelegt.

Weltweit rotieren

Besonders bei internationalen Unternehmen ist es üblich, während des Trainee-Programms eine Station im Ausland zu absolvieren. Dort arbeitet man, genau wie bei den anderen Stationen auch, als Trainee im Tagesgeschäft mit und übernimmt eigene Projekte. Dank der Zeit im Ausland lernt der Trainee nicht nur abteilungsübergreifend zu denken, sondern erweitert auch seinen Horizont.

Neue Wege und andere Vorteile

Ob die Job-Rotation sinnvoll ist, hängt sicher von der individuellen Ausgestaltung ab und davon, ob man sich gerne auf neue Teams und Situationen einstellt. Einfach ist das nicht, und die Herausforderung mag auf den ersten Blick riesig sein – aber der Sprung durch die Abteilungen bringt viele Vorteile mit sich. Hier die fünf größten Pros für eine Job-Rotation:

1. Abwechslung – Durch neue Projekte und Mitarbeit in den verschiedenen Abteilungen wird die Arbeit niemals langweilig. Die stetigen Herausforderungen fördern die Motivation und das Verantwortungsgefühl, was einen Trainee zu einer exzellenten Führungskraft ausbildet.

2. Weiterbildung – Durch den konstanten Perspektivwechsel lernen sich die Trainees selbst besser kennen. Die systematische Job-Rotation bewirkt, dass man flexibel und vielseitig bleibt. Durch die Diversität der Projekte und Abteilungen kommen neue Stärken – fachliche genauso wie Soft Skills – zutage. 

3. Identifikation mit dem Unternehmen – Trainees, die das Unternehmen gut kennen, identifizieren sich oftmals stärker mit ihrer Arbeit. Diese persönliche Bindung kann zu einer Steigerung der Motivation und Leistungsbereitschaft führen.

4. Orientierung – Ein Trainee-Programm heißt so, weil es ausbildet. Durch den Einblick in verschiedene Abteilungen kannst du herausfinden, wo deine Stärken und Interessen besonders ausgeprägt sind.

5. Networking – Du lernst nicht nur unheimlich viel Fachliches, sondern auch in den verschiedenen Teams viele Leute kennen. Dadurch baust du fast automatisch ein großes Netzwerk im Unternehmen auf.

Fazit: Größter Vorteil der Job-Rotation ist, dass man nach dem Trainee-Programm als Fach- und Führungskraft nicht nur in abteilungsinternen Strukturen denkt, sondern bei Entscheidungen die Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen berücksichtigt. 

Wenig Zeit und andere Nachteile

Die Abwechslung während des Trainee-Programms kann noch so schön sein. Dennoch bringt sie auch einige Nachteile mit sich. Gerade eingearbeitet und angekommen, wird der Trainee bereits nach ein paar Wochen oder Monaten aus seinem Umfeld gerissen und muss sich wieder auf Neues einstellen. Die drei größten Contras der Job-Rotation sind daher:

1. Überforderung – Immer wieder neue Kollegen, neue Projekte, neue Teamstrukturen. Das ist nicht für jeden einfach und viele fühlen sich überfordert. Bei Problemen und Schwierigkeiten sind aus diesem Grunde offene Kommunikation und Empathie besonders wichtig.

2. Fehlende Spezialisierung – Job-Rotationen sind mehr für klassische bzw. allgemeine Trainee-Programme geeignet als für Fachtrainee-Programme. Wer sich schon sicher ist, in welche Richtung er sich entwickeln will, für den ist eine gezielte Spezialisierung vom ersten Tag an nicht verkehrt.

3. Zeit- und Produktivitätsverlust – Einarbeiten, erklären, zeigen, wie es geht – nicht nur für Trainees bringt die Job-Rotation Zeit- und Produktivitätsverluste mit sich, sondern auch für das Unternehmen an sich. Doch nicht umsonst werden nach dem Trainee-Programm Einstiegsmöglichkeiten geboten, sodass der Aufwand nicht umsonst war.

Fazit: Wenn dich ein neues Umfeld überfordert und du genau weißt, was du willst und darauf gezielt hinarbeiten möchtest, ist es möglich, dass ein Trainee-Programm mit Job-Rotation nicht geeignet für dich ist. Es ist dennoch kein Fehler, sich darauf einzulassen – an Herausforderungen wächst du, und es hilft in jedem Fall für den Gesamtüberblick, wenn du Einblicke in verschiedene Abteilungen bekommst.

Tipps für die gelungene Job-Rotation

Wie kann ich die Job-Rotation mitgestalten? Wie stelle ich mich als Trainee auf die neue Abteilung und Kollegen ein? Hier unsere 5 Tipps für eine gelungene Job-Rotation während des Trainee-Programms:

Willensstärke zeigen

Du bist gefühlt im neuen Job angekommen, hast nette Kollegen, mit denen du die Mittagspause verbringst, und findest deine Aufgaben spannend. Und dann zack – ab in die nächste Abteilung mit dir. Mach dir bewusst, dass im Ungewissen viel Gutes stecken kann und du die Chance hast, noch mehr zu lernen, noch mehr tolle Menschen kennenzulernen und deinen Horizont zu erweitern. Deshalb: Freu dich auf die neuen Impulse und schreite selbstbewusst zur neuen Station. Denn das Schlimmste, was einem passieren kann, ist Stillstand. Und wenns in der neuen Abteilung nicht passt, folgt ja bald die nächste und du weißt danach, was du nicht willst!

Prioritäten setzen

Trainees sollten bei der Job-Rotation zielorientiert vorgehen. Im Vorfeld sollte man sich über die Dauer, Erwartungen und Inhalte im Klaren sein, sodass es weder bei einem selbst noch im Team zu Missverständnissen kommt. Am besten definiert man die Station also vorab und evaluiert am Ende mit allen. Das heißt, Feedback einholen, um herauszufinden, ob alle Ziele erreicht wurden und was für Tipps man für die nächste Station mitnehmen kann. Wichtig ist, mit deinen Vorgesetzten direkt abzuklären, inwieweit du Einfluss auf deine Stationen nehmen kannst – ein guter Chef hat ein offenes Ohr für deine Wünsche. 

Netzwerk aufbauen

Für das berufliche Vorankommen sind Kontakte zu Kollegen und Vorgesetzten unabdingbar. Beim Mittagessen in der neuen Abteilung solltest du also nicht nervös in der Ecke sitzen, sondern versuchen, offen zu sein. Klar klappt das nicht jeden Tag, aber da man aufgrund der Job-Rotation hier nicht viel Zeit verbringen wird, sollte man sich am Anfang im Team vorstellen und dann sein Gesichts- und Namensgedächtnis trainieren. Beim Kennenlernen aufmerksam sein und dem Gegenüber zuhören sind dabei essentiell. Schließlich freut sich letztendlich jeder über gute Gespräche und neuen Input und man bleibt positiv im Gedächtnis. Die Möglichkeit, neue Menschen so easy kennenzulernen, ist ein Geschenk!

Vorbilder suchen

Klar läuft bei den Rotationen nicht immer alles rund. Um ein Gespür für den passenden Karriereweg zu finden, sollten sich Trainees Vorbilder suchen, die Ähnliches durchgemacht haben. Es lohnt sich also herauszufinden, wer im Unternehmen auch einmal Trainee war und wie diese mit der Job-Rotation umgegangen sind. Welche Probleme gab es? Welche Lösungsansätze können sie einem mit auf den Weg geben? Doch es müssen nicht immer nur ehemalige Trainees sind. Auch der Austausch mit anderen gegenwärtigen Trainees ist sinnvoll, um Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig bei den Übergängen von Station zu Station zu helfen. Zusammen fällt alles leichter!

Selbstmarketing – Positiv im Gedächtnis bleiben

Da Trainees nur wenige Wochen oder Monate in einer Abteilung verbringen, sollten Leistungen auf jeden Fall nach außen hin sichtbar gemacht werden. Um positiv in Erinnerung zu bleiben sollte man nicht immer auf Arbeit warten, sondern sich selbstständig einbringen, wenn man gute Ideen hat. So kann man unter Beweis stellen, was man draufhat und das Potenzial wird erkannt. Wichtig: Unbedingt proaktiv Feedback einfordern!

 

Über den Autor

Marie-Luise Peters
Marie-Luise Peters
Seit 2016 schreibt Marie für TRAINEE-GEFLÜSTER und hilft Studenten und Absolventen Schritt für Schritt, Fuß in der Berufswelt zu fassen.

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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