Vom Trainee zum Geschäftsführer bei der AOK Nordost: Interview

Vom Trainee zum Geschäftsführer bei der AOK Nordost: Interview

Thomas Wiese ist Geschäftsführer für Personal / Zentrale Dienste bei der AOK Nordost. Die Dreiländerkasse ist mit fast 1,8 Mio. Versicherten die größte regionale Krankenkasse in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesundheitskasse gehört zu den größten Arbeitgebern in der Region und beschäftigt rund  5.000 Mitarbeiter – davon über 100 Auszubildende. TRAINEE-GEFLÜSTER sprach mit Thomas Wiese über seinen Werdegang, die Entwicklung des Trainee-Programms der AOK Nordost und die gezielte Nachwuchsförderung in Großunternehmen durch Trainee-Programme.

Herr Wiese, Sie haben am Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn ein Trainee-Programm absolviert. Was war das für ein Programm?

Es ist nun mehr als zwölf Jahre her, dass ich mein Trainee-Programm mit dem Schwerpunkt im Personalmanagement begonnen habe, damals noch bei der AOK Mecklenburg-Vorpommern, einer von drei Fusionskassen der AOK Nordost. Das Trainee-Programm befand sich noch in den Kinderschuhen. Während ich im Fachbereich hospitierte, gab es manchmal interessierte Nachfragen von Mitarbeitern. Das  hat sich grundlegend geändert. Heute genießen unsere Trainee-Programme einen hohen Bekanntheitsgrad im Unternehmen und sind als fester Bestandteil unserer Nachwuchsförderung etabliert.

Was waren Ihre weiteren Karriereschritte nach dem Trainee-Programm?

Unmittelbar nach dem Trainee-Programm ging es für mich im Personalbereich als Mitarbeiter des damaligen Personalleiters weiter. Über die Stationen als Justitiar, Leiter der Rechtsabteilung und Unternehmensbereichsleiter im Vertragsbereich der ambulanten Versorgung hat die fachliche und personelle Verantwortung stetig zugenommen. Heute leite ich die Bereiche Finanzverwaltung, Immobilien, Organisation und Personal mit mehr als 300 Mitarbeitern.

Haben Sie das Trainee-Programm damals schon mit dem Ziel angetreten, eines Tages Geschäftsführer zu werden?

Nein, überhaupt nicht. Nach meinem Jurastudium wollte ich so schnell wie möglich in die Praxis eines größeren Unternehmens einsteigen. Während der 18 Monate als Trainee lernte ich das Unternehmen kennen und konnte mir ein Bild darüber machen, ob die Chemie passt. Und am Ende habe ich mit dem Einstieg bei der AOK eine Entscheidung getroffen, die ich bis heute nicht bereut habe. Der Karriereaufstieg stand für mich nicht an erster Stelle.

Trainee-Programm und berufliche Karriere. Ist das planbar oder gehört vielleicht auch eine Portion Glück dazu?

Eine Karriere ist nie zu hundert Prozent planbar. Ich selbst habe beispielsweise in meinem ersten Job den Beruf des Elektronikers gelernt. Und dann kam alles anders. Und ehrlich gesagt halte ich von sogenannten „Kaminkarieren“ auch nicht allzu viel. Bei einem beruflichen Aufstieg ist es für alle Seiten entscheidend, die Anforderungen des Unternehmens mit den beruflichen und privaten Lebensphasen in Einklang zu bringen. Da kann es auch ruhig einen Schritt seitwärts geben. In jedem Fall ist eine stete Positionsbestimmung „zwischendurch“ besonders wichtig. Deshalb erhalten Trainees bei der AOK Nordost nach Bedarf individuelle Unterstützung durch einen persönlichen Mentor und die Personalentwickler. Daraus eröffnen sich dann zusätzliche Chancen für die berufliche Laufbahn. Mit dem notwendigen Quäntchen Glück hat bei mir dann alles gepasst.

Hat sich die Ausbildung der Trainees bei der AOK Nordost in den vergangenen Jahren verändert?

Eindeutig ja! Ich behaupte, die Trainee-Programme sind über die Jahre sehr viel professioneller geworden. Was vor einigen Jahren noch als Hintertür für Stellenbesetzungen genutzt worden ist, hat sich zu einem echten Bindeglied zwischen akademischer Ausbildung und Einstieg in die betriebliche Praxis entwickelt. Indem die Trainees einen Überblick über das Aufgabenspektrum einer gesetzlichen Krankenkassen vermittelt bekommen und zugleich nach ihren fachlichen Präferenzen eingesetzt werden, bieten wir eine interessante Vielfalt für jeden Absolventen – egal aus welcher akademischen Fachrichtung er kommt.

Besonders wichtig sind uns jedoch der Aufbau von Netzwerken innerhalb des Unternehmens, der Austausch von Wissen und das selbständige Arbeiten. Das fördern wir gezielt durch gemeinsame Projekte. Beispielsweise wurde im vergangenen Durchgang die Zuwanderung von ausländischen Versichertengruppen und ihre Auswirkungen im Bereich der Krankenversicherung analysiert. Daraus wurden unternehmensstrategische und konzeptionelle Ansätze für den Vertrieb entwickelt und in einer gemeinsamen Veranstaltung dem Vorstand und dem oberen Management präsentiert.

Was hat Ihnen bei der Arbeit als Trainee im Unternehmen am meisten weitergeholfen?

Die Frage würde ich gerne anders stellen: Wer hat mir am meisten geholfen? Die wichtigste Unterstützung habe ich durch meinen Mentor erhalten. Er war mein persönlicher Coach, gab wichtige Tipps zur richtigen Zeit und war für mich der wichtigste Impulsgeber. Bereits während der Vorstellung im Assessment Center haben wir uns kennen gelernt und im weiteren Verlauf hat sich ein echtes Vertrauensverhältnis entwickelt.

Sind Sie als Führungskraft im Top-Management noch selbst in aktuelle Trainee-Programme involviert?

Als verantwortlicher Geschäftsführer für den Personalbereich stehe ich der Entwicklung und Umsetzung des Trainee-Programms fachlich natürlich sehr nahe. Persönlich lasse ich es mir nicht nehmen, in jedem Durchgang mit den Absolventen ins Gespräch zu kommen. Es ist mir wichtig zu wissen, was die Erwartungshaltung der jungen Leute ist, die sich für die AOK Nordost interessieren. Nur so ist es uns möglich, als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden.

Was sollte ein Bewerber für das Trainee-Programm heutzutage mitbringen?

Im Grunde ist es ganz einfach. Heute, wie auch schon zu meiner Zeit, zählen Teamfähigkeit, Zielstrebigkeit und unternehmerisches Denken zu den besten Voraussetzungen, als Trainee eine Kariere bei der AOK Nordost aber auch in vielen anderen Branchen zu beginnen. In jedem Fall wünsche ich allen Bewerbern schon heute viel Erfolg!

Eine Abschlussfrage: Überall wird vom sogenannten Fachkräftemangel gesprochen. Wie können sich Unternehmen auf diese Situation vorbereiten?

Das ist richtig, der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Auch wir prognostizieren für die Zukunft einen zunehmenden Wettbewerb um gut ausgebildete Mitarbeiter. Die beste Versicherung ist aber, sich als Arbeitgeber attraktiv zu positionieren. Und da denke ich, sind wir als AOK Nordost mit einem eigenen Bildungszentrum und unserer Personalentwicklung gut aufgestellt. Das sind Investitionen in die Zukunft. Für unseren akademischen Nachwuchs haben wir auch einiges zu bieten. So fördern wir zum einen duale Studiengänge, um für gute Abiturienten attraktiv zu sein. Mit unserem Studienförderprogramm begleiten und unterstützen wir Mitarbeiter bei der akademischen Qualifizierung. Und im Rahmen des Trainee-Programms freuen wir uns über die neuen Perspektiven und das „frische“ Wissen, das die Absolventen mitbringen. Wir bieten dafür die Möglichkeit, in der Praxis selbstständig Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen – ein solides Fundamt für die weitere berufliche Entwicklung als Führungskraft oder Spezialist. Auch Berufserfahrene – mit oder ohne Studium – finden bei der AOK Nordost vielfältige Möglichkeiten, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen und das Gesundheitswesen mitzugestalten.

>> Weitere Informationen zum Einstieg als Trainee bei der AOK Nordost

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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