Haniel Trainee-Studie über die Trainee-Programme großer Unternehmen

Haniel Studie TraineesEine aktuelle Trainee-Studie hat Licht ins Dunkel des bisweilen unübersichtlichen Trainee-Marktes gebracht. Initiator der Studie, an der über 100 Unternehmen teilgenommen haben, war die global agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe Haniel, die selbst Trainee-Programme anbietet und sich schon allein deshalb intensiv mit dem Thema auseinandersetzt.

Die Studie gibt einen Überblick über die Lage des Arbeitsmarktes für Absolventen, die ihre Karriere als Trainee beginnen möchten. Der Begriff „Trainee-Programm“ ist zurzeit noch nicht geschützt (Stand April 2011), d. h. jedes Unternehmen kann darin etwas anderes verstehen und sein Programm unterschiedlich aufbauen. Dennoch haben sich Standards etabliert. Damit Bewerber sich besser darauf einstellen können, was sie in einem Trainee-Programm vermutlich erwartet, hat das Team vom Trainee-Geflüster die wichtigsten Ergebnisse der Trainee-Studie zusammengefasst.

Welche Unternehmen haben an der Studie teilgenommen?

Insgesamt hat Haniel 123 Unternehmen zu ihren Trainee-Programmen befragt. Bei diesen handelt es sich zumeist um größere Unternehmen mit 500 Mitarbeitern und mehr. Kleine Betriebe haben nicht teilgenommen. Die Studie gibt also wichtige Anhaltspunkte über die „Big Player“, sie verrät aber leider nichts darüber, wie es sich bei den anderen (kleineren) Firmen verhält. Die Mehrheit der befragten Unternehmen stammen aus den drei Bereichen Produktion, Finanzdienstleistung sowie Beratungs- und Dienstleistung. Von diesen Firmen hatten 86 Prozent ein Trainee-Programm, weitere 6 Prozent würden in naher Zukunft eines ins Leben rufen. Der Berufseinstieg als Trainee ist also keine Seltenheit, sondern mittlerweile ein übliches Verfahren, um fähige Nachwuchsleute aufzubauen.

Rahmenbedingungen der Trainee-Programme: Dauer, Starttermin, Stationen und Gehalt

Unternehmen bieten in der Regel Trainee-Stellen mit einer Dauer zwischen 18 und 24 Monaten an. Aber auch einjähriger Programme sind häufig anzutreffen. Alle anderen Zeiträume sind jedoch eher Exoten der Branche, was allerdings nichts über deren Qualität aussagt, schließlich kommt es auf die Inhalte an und weniger auf die Dauer. Die meisten Trainee-Jobs beginnen im Mai und Oktober. Damit haben sich die Unternehmen auf den Ablauf eines Studiums angepasst, denn in diesen Monaten graduiert üblicherweise ein Jahrgang an einer Universität.

Die Trainees durchlaufen während des Programms innerhalb des Unternehmens drei oder vier Stationen und bleiben in jeder davon ca. ein viertel Jahr. Je nach Unternehmen und Betriebssparte sind aber auch mehr bzw. weniger Stationen während der Ausbildung vorgesehen. Knapp ein Drittel aller Programme sieht einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt vor.

Das Gehalt eines Trainee liegt bei den befragten Unternehmen gemeinhin zwischen 40 000 und 50 000 Euro pro Jahr. Insgesamt lag der Lohn bei 69 Prozent der jungen Nachwuchskräfte in diesem Bereich. Nur zwanzig Prozent mussten sich mit weniger zufrieden geben und zwölf Prozent erhielten sogar mehr als 50 000 Euro im Jahr. Bewerber sollten sich jedoch bewusst sein, dass in der Studie nur große Unternehmen zu Wort kamen. Kleinere Firmen können nur selten diese recht hohen Gehälter zahlen, dafür punkten sie aber durch in der Regel flachere Hierarchien und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten.

Befristete Verträge, allgemeiner Ablauf und gemeinsame Inhalte

Laut der Haniel-Studie sind zwei Drittel der Arbeitsverträge für Trainees befristet. Allerdings suchen ca. sieben von zehn Firmen potentielle Nachwuchskräfte mittels dieser Programme, weshalb die Übernahmechancen im Allgemeinen recht gut sind. Bietet ein Unternehmen mehrere Trainee-Programme an, sind die meisten davon identisch aufgebaut. Es gibt aber auch viele Betriebe, die ihre Programme nach Qualifikation, späterem Aufgabenfeld und persönlicher Entwicklung flexibel aufbauen.

Die meisten Trainee-Programme der größeren Unternehmen bieten einen persönlichen Ansprechpartner bzw. einen erfahrenen Mentor, um die Entwicklung der Teilnehmer zu fördern und bei Problemen oder Fragen mit Ratschlägen zu helfen. Regelmäßige Feedback-Gespräche sind üblich, auch der Austausch mit anderen Trainees wird gefördert.

Was Unternehmen wollen – Anforderungen an die Bewerber und Bewerbungsverfahren

Der Studie zu Folge erhalten Trainees eine gute Betreuung, werden häufig zu Führungskräften aufgebaut und verfügen über ein attraktives Einstiegsgehalt. Aus diesen Gründen sind die Kriterien an die Bewerber hoch. Neben Praxiserfahrung und Sprachkenntnisse steht die Auslandserfahrung ganz oben auf der Anforderungsliste der Unternehmen. Soft Skills sind ebenso gefragt. Insbesondere Teamfähigkeit, Motivation und Eigeninitiative sollten die Absolventen mitbringen, wenn sie ihre Chancen auf den Trainee-Job erhöhen wollen. Idealerweise können sie zudem außeruniversitäres Engagement nachweisen.

Die Unternehmen rekrutieren mittels unterschiedlichster Bewerbungsverfahren. Die Karriere-Seiten der Firmen sind der erste Anlaufpunkt für Bewerber, ca. 70 Prozent der Firmen finden ihre Trainees über ihr eigenes Angebot. Aber auch Jobmessen und Internet-Jobbörsen sind bei den Personalern beliebt. Bewerber sollten sich zudem auf Assessment-Center, Vorstellungsgespräche und Telefoninterviews vorbereiten.

>> Hier gehts zur großen Traineeprogramme-Datenbank

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie