Gehalt ist nicht alles – Was einen guten Job ausmacht

Du hast dich für ein Trainee-Programm beworben, das Gespräch lief gut, und nun steht die Gehaltsverhandlung an – und dir klappt die Kinnlade runter: Dafür sollst du arbeiten?! Meist liegst du als Trainee unter dem Gehalt eines Berufseinsteigers, und je kleiner das Unternehmen, desto kleiner fällt oft die Summe auf dem Gehaltszettel aus. Aber: Zu einer guten Stelle gehört viel mehr als nur die Nullen auf dem Kontoauszug. Also: Think positive und lies dir das hier genau durch, bevor du dich gegen das Programm entscheidest!

Inhalt:

  1. Statistik: Welche Kriterien zählen
  2. Faktor Betriebsklima
  3. Faktor Work-Life-Balance
  4. Faktor Benefits
  5. Faktor Karrieremöglichkeiten
  6. Faktor gute Ausstattung
  7. Faktor Verantwortung
  8. Faktor Urlaub
  9. Faktor Teambuilding
  10. Faktor Vorgesetzte
  11. Faktor Stress
  12. Wie bekomme ich im Vorfeld Informationen?
  13. Was sollte ich vermeiden?

 

Ohne Moos nix los?

Klar freut sich jeder über ein gutes Gehalt als Anerkennung und zur Sicherung der eigenen Existenz. Und klar meckert jeder mit einem maximal durchschnittlichen Gehalt mal darüber, dass das Gehalt vorne und hinten nicht reicht. Fest steht aber: Das Gehalt ist ein wichtiger Faktor, aber bei weitem nicht der wichtigste, wie diese Statistik aus dem Jahr 2015 zeigt:

Quelle: statista.de (2015): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/203258/umfrage/meinung-zu-den-kriterien-bei-der-wahl-des-arbeitgebers

 

Vor dem Gehalt stehen also Dinge wie Aufstiegsmöglichkeiten oder Work-Life-Balance. Wir nehmen diese und andere Faktoren unter die Lupe und finden heraus, warum sie so wichtig sind!

Faktor Betriebsklima: Effektives Teamwork und shiny happy people?

In einem „guten“ Job kann sich der Angestellte selbst verwirklichen und sein volles Potential ausschöpfen. Wer jeden Tag stupide Tätigkeiten ausführen muss, langweilt sich schnell und schöpft eben nicht sein gesamtes Potential aus. In erfolgreichen Versuchen haben Unternehmen autarke Gruppen von wenigen Mitarbeitern gebildet, die ein Projekt eigenständig realisiert haben. Auf diese Weise konnten die Mitarbeiter den Einsatz und Erfolg ihrer Arbeit unmittelbar verfolgen. Das führte dazu, dass sie motivierter gearbeitet und sich stärker eingebracht haben. Die einzelnen Mitglieder solcher Gruppen sehen einen gemeinsamen Sinn in der Arbeit, was zu höheren Leistungen führt. Autark arbeitende Teams können neue Ideen ausprobieren und ihre eigene Methode zur Produktion entwickeln. So erhalten die Angestellten die Gelegenheit, sich aktiv in das Unternehmen einzubringen und mit den Aufgaben zu wachsen.

Auch das Arbeitsklima ist entscheidend für die Beurteilung eines Jobs. Menschen kommen ungern ins Büro, wenn der Chef seine Mitarbeiter anherrscht und die Kollegen mehr gegeneinander als miteinander arbeiten. Respektiert jeder die Wünsche des anderen, kommuniziert man freundlich und offen, aber respektvoll, und lässt jeder den Kollegen Handlungs- und Entscheidungsspielraum, führt dies zu einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit. Auch ist es wichtig, bei Problemen für die Kollegen da zu sein und nicht nur vor der eigenen Haustür zu kehren. 

Faktor Work-Life-Balance: Feierabend bekannt?

Work-Life Balance bezeichnet verschiedene Angebote, die Firmen anbieten, um ihre Belegschaft zufriedenzustellen. Flexible Arbeitszeiten haben sich dabei in vielen Branchen etabliert. Die sogenannte Vertrauensarbeitszeit bedeutet, dass keine Stechuhr am Start ist, die minutiös überprüft, wann wer wie lange im Büro war, und keine starren Vorschriften bezüglich der täglichen Arbeitszeit existieren. Stattdessen können Angestellte nach Absprache mit dem Vorgesetzten nun auch (private) Termine zur Arbeitszeit wahrnehmen, ohne die Kündigung fürchten zu müssen. Die verlorene Arbeitszeit wird später wieder reingeholt, zum Beispiel, indem man die nächsten Tage eine halbe Stunde eher im Büro erscheint. Genauso sollte es möglich sein, dass du, wenn du mal länger bleiben musst, an einem anderen Tag dann früher gehen kannst. Familien haben manchmal Probleme, eine geeignete Betreuung für die Kinder zu finden. Einige Unternehmen unterstützen die Eltern bei der Suche nach einem Kindergarten oder einem Babysitter. Große Firmen bieten sogar eine interne Kinderbetreuung an. Von Fitnessprogrammen oder Entspannungskursen profitieren sowohl die Belegschaft als auch die Firmen, denn aktive und ausgeglichene Mitarbeiter sind leistungsfähiger und seltener krank.

Faktor Benefits: Was bietet ihr mir?

Das Gehalt, das monatlich auf deinem Konto eingeht, ist die eine Sache – aber bei einem guten Job gibt es darüber hinaus Benefits, die den Arbeitsalltag zusätzlich versüßen. Diese können monetärer Art sein, wie zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen, aber auch Dinge wie ein wöchentliches Frühstück, kostenloses Obst oder regelmäßig stattfindende Teamevents tragen zum Wohlfühlen auf Arbeit bei.

Faktor Entwicklungsmöglichkeiten: Karriere in Sicht?

Ein guter Job beinhaltet konkrete Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Kaum jemand will auf der Stelle verharren, daher sollte jeder einen mittelfristigen Plan für die berufliche Zukunft haben – und Unternehmen müssen die Chance dazu bieten. So profitieren beide Parteien davon: Das Unternehmen erhält kompetentere Mitarbeiter und der Angestellte erklimmt eine weitere Sprosse auf der Karriereleiter. Gerade Trainee-Programme sind auf eine steile Karriereentwicklung ausgelegt und erfordern viel Lernbereitschaft. Hast du das Gefühl, dass eine Lernkurve im Trainee-Programm nicht gegeben ist, besteht die Gefahr, dass du nur als günstige Arbeitskraft angeworben wirst, aber keine Vakanz auf dich wartet. Ebenfalls ein Qualitätsmerkmal: Ein Vertrag, der nicht befristet ist und dir somit eine langfristige Perspektive bietet.

Faktor gute Ausstattung: Alles fresh?

Eine moderne Ausstattung am Arbeitsplatz ist ebenfalls wichtig. Das Teuerste ist nicht immer das Beste, aber ein gewisser Qualitätsstandard ist schlichtweg vonnöten, damit jeder seine Arbeit gut machen kann. Dazu gehören im Bürokontext zum Beispiel schnelle Computer und schnelles Internet sowie genügend Konferenzräume mit Beamern oder Monitoren. Mitarbeiter freuen sich außerdem über eine Küche, Couches oder Tischkicker – eben alles, was den Arbeitsplatz gemütlicher macht und zum Wohlfühlen beiträgt.  

Faktor Verantwortung: Was traut ihr mir zu?

Natürlich gibt es am Anfang eine kleine Schonfrist, aber gute Unternehmen setzen darauf, dass diese nicht zu lange dauert und neue Mitarbeitern schon schnell Verantwortung übertragen bekommen. Nur so kannst du lernen und dich weiterentwickeln. Entscheidend ist, dass du auch Fehler machen darfst, denn das wird passieren, wenn du eigenverantwortlich entscheiden darfst. Gerade als Trainee ist es wichtig, dass du mit der Verantwortung nicht einfach alleine gelassen wirst, sondern betreut wirst, Feedback bekommst und immer jemand da ist, den du im Zweifel fragen kannst.

Faktor Urlaub: Ich bin dann mal weg?

Wie wichtig ist dir deine freie Zeit? Selbst wenn du noch so einen tollen Job hast, ist Zeit zum Runterkommen und Entspannen sehr wichtig. Gesetzlich hast du bei einer Fünf-Tage-Woche einen Urlaubsanspruch von 20 Tagen, ein guter Arbeitgeber gibt dir aber bis zu 30 Urlaubstage. Manchmal besteht die Möglichkeit, Überstunden aufzubauen und diese dann, anstatt sie sich als Gehalt auszahlen zu lassen, in Urlaubstagen abzubauen. Dazu kommt im Idealfall Sonderurlaub, zum Beispiel im Falle eines Todesfalls in der Familie. Auch die Möglichkeit unbezahlten Urlaub oder ein Sabbatical zu nehmen, ist für Arbeitnehmer mit Fernweh oft wichtig.

Faktor Teambuilding: Alle für einen, einer für alle?

In der Regel arbeitest du in einem Team, in dem viele verschiedene Charaktere und Meinungen aufeinandertreffen. Klar knallt es da manchmal, aber gerade in solchen Momenten ist es wichtig, dass man nicht nebeneinander her arbeitet, sondern wirklich als Team agiert und das gemeinsame Ziel vor Augen hat. Damit sich das Gruppengefühl verstärkt, sollten bei einem guten Job regelmäßig Teambuilding-Maßnahmen stattfinden, zum Beispiel durch gemeinsame Unternehmungen, Kommunikationsworkshops, Weihnachtsfeiern etc. Und der Chef sollte Mittel dafür bereitstellen – wirst du nicht so gut bezahlt, macht es wenig Laune, bei Teamevents ein kleines Vermögen auszugeben.

Faktor Vorgesetzte: Alles Chefsache?

Für die Zufriedenheit im Job spielt das Vorgesetztenverhalten eine große Rolle. Was einen guten Chef ausmacht, ist letztendlich auch Geschmackssache – aber ein Choleriker oder jemand, der null Führungskompetenz mitbringt, ist nie gerne auf dem Chefsessel gesehen – und kann dir den ganzen Job versauen, auch wenn dieser noch so gut bezahlt ist. 

Faktor Stress: Burnout Ahoi?

Stress taucht nicht unter den wichtigen Kriterien auf. Trotzdem ist es als Arbeitgeber kurzsichtig, die Mitarbeiter so mit Arbeit zuzuschaufeln, dass sie vor lauter Stress nicht mehr ein noch aus wissen. Bei einem guten Job ist die Anzahl der Mitarbeiter so kalkuliert, dass ausufernde Überstunden und Nachtschichten nicht notwendig sind. Denn nur, weil sich Mitarbeiter nicht über übermäßigen Stress beklagen, heißt das nicht, dass dieser keine negativen Auswirkungen auf die Arbeit, aber auch auf die Gesundheit hat. Letztendlich ist das Typsache – manch einer blüht in Stresssituationen erst richtig auf, manch anderer braucht für sehr gute Arbeit einfach mehr Ruhe.

Und wie finde ich heraus, ob ich einen guten Job anfange?

Zu 100 Prozent kannst du natürlich nie sicher sein, bevor du wirklich im Arbeitsalltag angekommen bist. Aber du kannst schon im Vorfeld ein paar Maßnahmen ergreifen, die dir dabei helfen, die Qualität des Jobs einzuschätzen.

  1. Googeln: Der schnellste Weg, etwas herauszufinden, führt über Google. Dort findest du Homepages, Bewertungen und News – für letzteres am besten die "News-Suche" benutzen, denn da findest du aktuelle Schlagzeilen.
  2. Homepage durchgehen: Natürlich stellt sich das Unternehmen hier besonders toll dar, aber du kannst trotzdem einen Eindruck gewinnen, was für Werte vertreten werden und ob diese offen kommuniziert werden. Achte außerdem darauf, ob die Bilder auch echte Arbeitssituationen mit echten Mitarbeitern zeigen – oder ausschließlich gekauft sind.
  3. Bewertungsportale checken: Was sagen ehemalige Mitarbeiter? Hier ist jedoch Vorsicht geboten – wurde jemand zum Beispiel gekündigt, kann es sein, dass er sich durch eine miese Bewertung rächen will. Mehrere Bewertungen anschauen lohnt sich also.
  4. Wirtschaftsteil lesen: Geht es dem Unternehmen wirtschaftlich gut? Ist es im Aufschwung? Gab es größere Entlassungswellen? Das kann dir das Wirtschaftsressort von Tages- und Wochenzeitungen verraten. 
  5. Nach Auszeichnungen Ausschau halten: Wurde der Arbeitgeber für irgendetwas prämiert? Von einer unabhängigen Initiative? Ein gutes Zeichen!
  6. Messen besuchen: Bei einer Jobmesse kannst du dich unauffällig ranpirschen und direkt bei Mitarbeitern Fragen loswerden. 
  7. Im Vorstellungsgespräch geschickt fragen: Stellst du im persönlichen Gespräch viele Fragen, zum Beispiel zur Arbeitsweise, Fortbildungen etc., signalisiert das Interesse und du bekommst direkt wichtige Infos. Auch die Frage nach der Mitarbeiter-Fluktuation ist erlaubt.
  8. Aufmerksam durch die Firma gehen: Halte die Augen und Ohren offen, wenn du zum Beispiel vor dem Vorstellungsgespräch warten musst oder nach dem Gespräch noch durch das Büro geführt wirst.
  9. In die Firma reinschnuppern: Gibt es die Möglichkeit probezuarbeiten, nutze sie! Nach einem Tag hast du meist einen guten Blick dafür, ob der Job, das Team und das Arbeitsumfeld dich glücklich machen würden. 

Und wovon lasse ich besser die Finger?

Neugier hin oder her, aber diese Dinge solltest du vermeiden:

  • Dir unbekannte Mitarbeiter über soziale Netzwerke anschreiben und ausfragen
  • Fragen wie „Und, ist der Chef wirklich so cholerisch, wie in der Bewertung auf dem Portal XY steht?“ oder „Wie hoch ist euer Umsatz denn grad, läuft alles?“ oder „Gibt es denn Kollegen, die ihr so gar nicht mögt?“
  • Zu viel Zeit für die Suche verschwenden – das heißt auch, du fängst erst damit an, wenn du zum Gespräch einladen wurdest. 
  • Nicht aufs Bauchgefühl hören – selbst wenn du noch so viele tolle Infos gesammelt hast, nützt das nichts, wenn du persönlich kein gutes Gefühl bei der Sache hast. 

 

Zum Weiterlesen:

>> Hier erfährst du, was ein gutes Trainee-Programm ausmacht!

>> Hier findest du offene Trainee-Stellen

>> Hier kannst du dich über Trainee-Programme informieren

 

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie