Zuckerbrot oder Peitsche: Welchen Führungsstil bevorzugst du?

Ob im Praktikum, als Werkstudent oder während eines Ferienjobs: Jeder, der schon mal gearbeitet hat, weiß, wie unterschiedlich Chefs und ihre Führungsstile sein können. Während der eine seine Mitarbeiter mit Samthandschuhen anfasst, lehrt einem der andere schon alleine durch seine Anwesenheit das Fürchten. Doch nur, weil ein Chef freundlicher ist als der andere, heißt das nicht, dass die Arbeit besser funktioniert. Hier erklären wir, welche Führungsstile es gibt und gehen der Frage auf den Grund, welcher Führungsstil der beste ist. Du bist Trainee und wirst auf eine Karriere als Führungskraft vorbereitet? Erfahre hier, welcher Führungstyp du bist!

Inhalt:

  1. Definition: Was bedeutet Führung?
  2. Warum ist der Führungsstil so wichtig?
  3. Welche Führungsstile gibt es?  
  4. Welcher Führungsstil ist der beste?
  5. Test: Welcher Führungstyp bist du?

Definition: Was bedeutet Führung?

Führung ist ein zweckgerichteter sozialer Einfluss. Eine Führungsperson will mit ihrem Stil ein bestimmtes Ziel erreichen, indem sie mit anderen Personen auf unterschiedlichste Art und Weise kommuniziert. Das kann durch direkte Kommunikation durch die Sprache, aber auch indirekte Kommunikation wie etwa Gestik und Mimik stattfinden. Eine Führungskraft hat die verschiedensten Möglichkeiten, die Motivation der Mitarbeiter zusätzlich zu beeinflussen. Er kann ein Gehalt zahlen, mit Bonuszahlungen oder Prämien locken, aber auch ernstgemeintes Lob ist ein probates Mittel. Ein Führungsstil kann aber auch Strafen oder Sanktionen wie Lohnkürzung oder massig Überstunden als Führungsinstrument einsetzen.

Warum ist der Führungsstil so wichtig?

Der Führungsstil bestimmt maßgeblich den Arbeitsalltag und trägt somit zum Unternehmensergebnis bei. Die Leistungsbereitschaft steigt bei einer hohen Motivation, denn zufriedene Mitarbeiter haben Freude an ihrer Arbeit und sind damit effizienter. Jemand, der keine Lust hat, am Schreibtisch zu sitzen oder in einem Restaurant zu bewirten, wird dies nur widerwillig tun – und das äußert sich zum Beispiel durch extrem langsames oder ungenaues Arbeiten bzw. unfreundliches Verhalten den Gästen gegenüber. Ein Unternehmen mit einer unzufriedenen Belegschaft hat es dementsprechend schwer, profitabel zu arbeiten. Deshalb müssen sich Führungskräfte darüber im Klaren sein, wie ihr Führungsstil ist – und wann sie die berühmte Peitsche oder doch eher das Zuckerbrot auspacken.

Was für Führungsstile gibt es?

Gemeinhin lassen sich drei grobe Ausrichtungen von Führungsstilen – unter denen es unzählge Abstufungen gibt – ausmachen:

Autokratischer Führungsstil:

Der autokratische Führungsstil basiert auf dem viel zitierten Gedanken, dass „Diamanten nur unter Druck entstehen“. Dementsprechend arbeitet eine autokratische Führungsperson: Der Vorgesetzte fällt die Entscheidungen und gibt klare Anweisungen. Mitarbeiter haben diesen Folge zu leisten und sind nicht am Entscheidungsprozess beteiligt. Kreativer Raum ist so fast nicht vorhanden und Verbesserungsvorschläge kommen von oben, also von der Führungsetage, und nicht von der unteren Mitarbeiterebene. Daraus ergibt sich auch eine klare Trennung in der Hierarchie. Des Weiteren verlangt der autokratische Führungsstil, dass Normen eingehalten werden, und er reglementiert die Tätigkeiten der Angestellten. Oft kennt das Management die Mitarbeiter nicht mal persönlich, zum Beispiel in riesigen Konzernen. Formen des autokratischen Führungsstils sind der autoritäre und der patriarchalische Führungsstil. 

Demokratischer/Kooperativer Führungsstil:

Der demokratische oder kooperative Führungsstil lässt die Mitarbeiter an Entscheidungen und damit auch indirekt am Unternehmenserfolg teilhaben. Dies verlangt ein hohes Maß an Vertrauen vom Vorgesetzten in seine Belegschaft, denn diese Art der Führung erlaubt einen großen Handlungsspielraum. Jeder kann seine Methode zu arbeiten mehr oder weniger frei wählen, solange er die Ziele erreicht. Dies kann aber nur gelingen, wenn jeder seine Aufgaben gewissenhaft erledigt und auch zum Erfolg des Unternehmens beitragen WILL. Der demokratische Führungsstil fördert zugleich kreatives Arbeiten und innovative Ansätze. Deshalb bevorzugen Führungskräfte in kreativen Berufen, zum Beispiel in Designagenturen oder Redaktionen, diese Art der Mitarbeitersteuerung.

Laissez-Faire-Prinzip:

Ein weiterer Führungsstil arbeitet nach dem Laissez-Faire-Prinzip. Hier haben Mitarbeiter freie Hand, da der Vorgesetzte fast überhaupt nicht eingreift. Erst bei gravierenden Problemen versucht er dagegen zu steuern. Da dass dann oftmals zu spät sein kann, macht diesen Führungsstil zum schwächsten der drei und wird nur selten eingesetzt.

Welcher Führungsstil ist der beste?

Auf die Frage, was sie unter einem guten Führungsstil verstehen, hat die Gen Y folgendermaßen entschieden:

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/347521/umfrage/forderungen-der-generation-y-an-ihre-vorgesetzten/ (2014)

Bereits diese Statistik zeigt, dass sich nicht pauschal sagen lässt, was der beste Führungsstil ist: Zum einen ist gewünscht, dass man aktiv mit einbezogen wird in Prozesse, zum anderen sollen klare Entscheidungen getroffen werden, und Druck ist für 80 Prozent in Ordnung, während Freude bei der Arbeit für 55 Prozent wichtiger ist. Das bestätigt, dass es nicht den idealen Führungsstil schlechthin gibt. Grundsätzlich ist der Führungsstil aber der zweitwichtigste Faktor bei der Wahl des künftigen Arbeitgebers:

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13413/umfrage/anforderungen-von-studenten-an-den-arbeitgeber/ (2016)

Fest steht: Lässt der Chef immer alle machen, was sie wollen, kommt kaum eine produktive Arbeitsatmosphäre zustande, wird immer nur mit Druck gearbeitet und alle Entscheidungen von oben getroffen, aber auch nicht. Grundsätzlich ist es Typsache: Der eine arbeitet unter Druck am besten, der andere braucht ganz viel Freiraum, um die wirklich guten Ideen zu entwickeln, wieder ein anderer mag klare Kritik, während der andere für seine Arbeit extra viel Lob braucht. Eine gute Führungskraft weiß das – und passt seinen Führungsstil dem entsprechend und je nach Situation an. Steht eine wichtige Deadline ins Haus, ist der autokratische Führungsstil manchmal angebrachter als der demokratische. Im Arbeitsalltag hingegen wäre es falsch, grundsätzlich mit Druck zu arbeiten, damit jede Idee im Keim zu ersticken und für eine unangenehme Stimmung zu sorgen. Denn: Ist das Arbeitsklima grundsätzlich angenehm, akzeptieren Mitarbeiter vorübergehende Stress-Phasen mit mehr Druck wesentlich besser. So ergibt sich etwas, was man situativer Führungsstil nennen kann: Nämlich angepasst an die Situation und die Mitarbeiter, die ein guter Vorgesetzter genau kennt. 

Entscheidend ist dabei stets Fairness und selber mit gutem Beispiel voranzugehen. Verlangt der Chef mit Druck Dinge, die er selber nicht leistet, oder wird in der autokratischen Phase ungerecht gegenüber einzelnen, wächst schnell die Unzufriedenheit im Team. Wichtig ist also, dass ein Manager verschiedene Methoden und Strategien kennt, die er gezielt anwenden kann. Dabei sollte er stets auf die Reaktion achten und eingreifen bzw. das offene Gespräch suchen, falls die Stimmung kippt.

Natürlich ist es auch eine Frage der Persönlichkeit, welcher Führungsstil am besten passt. Widerstrebt es jemandem Druck auszuüben, wird er kaum erfolgreich damit sein, was aber nicht heißt, dass darunter die Arbeit leidet. Autorität hat nichts damit zu tun, immerzu auf den Tisch zu hauen, sondern vielmehr damit, ob man authentisch ist in seiner Rolle.   

Auf einen Blick: Was macht einen guten Führungsstil aus?

  • Genaue Kenntnis der Mitarbeiter, persönlich und fachlich
  • Gesamtüberblick behalten und richtige Einschätzung der Situation
  • Wandelbarkeit und Skillset
  • Methodenvielfalt
  • Vertrauen und in den richtigen Momenten Delegation
  • Ein grundsätzlich gutes Arbeitsklima
  • Aufmerksamkeit
  • Authentizität

Test: Welcher Führungstyp bist du?

Du bewirbst dich gerade als Trainee oder steckst mittendrin im Trainee-Programm? Dann ist es gut möglich, dass schon bald eine Führungsrolle auf dich wartet, da die meisten Trainee-Programme genau darauf vorbereiten. Allerdings sagt dir keiner, welcher Führungsstil eigentlich zu dir passt – das musst du ganz alleine rausfinden. Wir helfen dir dabei! Gibt einfach bei den kommenden Themengebieten an, welche Aussage am ehesten auf dich zutrifft, und finde heraus, was dein eigener Führungsstil ist.

Entscheidung:

  1. Meine Entscheidung ist Gesetz. (B)
  2. Ich kann entscheiden, aber bin immer bereit, diese auch zu hinterfragen. (C)
  3. Mag ich nicht. Kann das nicht jemand anders machen? (A)

Teamwork:

  1. Ohne andere bin ich aufgeschmissen. (A)
  2. Praktisch, aber verlassen tu ich mich nur auf mich selber. (B)
  3. Sehr wichtig – ziehen alle an einem Strang, entsteht Großes. (C)

Delegieren:

  1. Wenn man nicht alles selbst macht, läuft es nicht. (B)
  2. Wenn man weiß, was man abgeben kann, ist das Gold wert. (C)
  3. Je mehr, desto besser! (A)

Vertrauen:

  1. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. (B)
  2. Ich vertraue anderen mehr als mir selbst. (A)
  3. Unerlässlich, wenn man Erfolg haben will. (C)

Deadline:

  1. Hilfe!!! (A)
  2. Da muss dann halt mal die Nacht durchgearbeitet werden. (B)
  3. Schafft man locker mit guter Planung. (C)

Kreativität:

  1. Wird überbewertet. (B)
  2. Braucht Raum. (C)
  3. Entfaltet sich am besten, wenn man ganz viel Zeit hat. (A)

Faulheit im Büro:

  1. Passt, ist doch jeder mal – deswegen versteh ich es. (A)
  2. Da halte ich wenig – das kann man auch deutlich kommunizieren bzw. hinterfragen. (C)
  3. Finde ich unverschämt – da werde ich echt sauer. (B)

Networking:

  1. Ich lerne gerne interessante Menschen zur gegenseitigen Inspiration und Zusammenarbeit kennen. (C)
  2. Nur, wenn es meiner Karriere nützt. (B)
  3. Ich hoffe, die anderen mögen mich. (A)

Auswertung

Überwiegend A:

Du bist in der Arbeit eher ein Einzelkämpfer: Du gibst nicht gerne Aufgaben ab, was auch daran liegt, dass du dir selbst viel mehr als anderen vertraust. Geht deine Karriere in Richtung Führungspersönlichkeit, kann es gut sein, dass du dir das Leben unnötig schwermachst, wenn du alles selber machen willst. Darunter leiden auch deine Mitarbeiter, denen du keine Verantwortung übertragen willst, was sowohl unbefriedigend ist als auch die Kreativität eindämmst.

UNSER TIPP
Take it easy! Öfter mal loslassen und delegieren – wenn dann alles klappt, baust du nach und nach Vertrauen auf und bist gewappnet, ein Team zu motivieren und zum Erfolg zu führen. Es lohnt sich, zuzuhören, was die anderen zu sagen haben!

Überwiegend B:

Du lässt vieles vor sich hinplätschern, bist froh, wenn du in Ruhe gelassen wirst und willst niemandem auf den Schlips treten. Dabei hast du Vertrauen in andere, aber bei dir selbst wünschst du dir immer nochmal eine Absicherung. Zum einen ist es gut, wenn du viel Raum lässt und dir eine gute Atmosphäre im Team am wichtigsten ist, zum anderen leiden die Ergebnisse darunter, wenn keiner die Fäden in der Hand hält.

UNSER TIPP
Kopf aus dem Sand! Einfach mal ausprobieren, Entscheidungen zu treffen – bist du erfolgreich, stärkt das nach und nach die Sicherheit. Frage außerdem deine Vorgesetzten gezielt nach deinen Stärken und Schwächen sowie nach Tipps für deine weitere Karriere.

Überwiegend C:

Du bist die goldene Mitte: Du schätzt deine Kollegen, kannst Aufgaben delegieren, weil du vertraust, und weißt, dass Kreativität nicht auf Knopfdruck geht. Gleichzeitig ist dir aber auch bewusst, dass Dinge erledigt werden müssen, und kannst im entscheidenden Moment auch mal auf den Tisch hauen. Dennoch bleibst du dabei menschlich und ziehst nicht die harte Nummer durch.

UNSER TIPP
Profil schärfen! Du bist auf einem sehr guten Weg und scheinst alles unter Kontrolle zu haben, musst aber dennoch aufpassen, dass du in einer unerwarteten Stresssituation die Nerven verhältst und auch unpopuläre Entscheidungen treffen kannst.

 

>> Hier erfährst du, was einen guten Chef noch so alles ausmacht!
>> Dir wird es zu bunt mit deinem Vorgesetzten? Finde hier deine neue Trainee-Stelle!

 

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie