Fatale Fails in der Bewerbung – Ein Drama in drei Akten

Traum-Trainee-Programm gefunden! ✔ Doch dann geht es an die Bewerbung. Da kann man glänzen... oder aber sich dumm anstellen. Um dich vor einem Drama zu bewahren, stellen wir dir hier die schlimmsten Fails in der Bewerbung vor und zeigen dir, wie du es eindeutig besser machst.  

1. Akt: Das Anschreiben

Als gäbe es nicht schon genug Horror in der Welt, gibt es auch noch das Anschreiben. Das Grauen geht sogar so weit, dass jeder zweite Bewerber vor dem Anschreiben erschaudert. Klar, das Anschreiben soll dafür sorgen, dass der Personaler sich ein Bild über dich und deine Motivation für das Trainee-Programm machen kann – dennoch ist das gar nicht so leicht, wie es klingt. Gerade deswegen gilt es, folgende Fettnäpfchen unbedingt zu vermeiden:

👎  Falscher Ansprechpartner

Der absolute Klassiker unter den Fauxpas: Du hast ein ähnliches Anschreiben bereits für ein anderes Trainee-Programm verwendet und vergessen, den Namen des Ansprechpartners auszutauschen. Oder noch schlimmer...die Adresse der Konkurrenzfirma. Eine direkte Absage ist hier verständlicherweise eine logische Konsequenz.

👎  Serienbriefanschreiben

Wer freut sich nicht über unpersönliche Briefe, die mit Floskeln wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ anfangen und mit Sätzen wie „Ich bin kreativ, belastbar und besonders zuverlässig“ nur so um sich werfen. Schön. Doch mit solchen allgemein gehaltenen und vagen Anschreiben wirst du mit deiner Bewerbung sicherlich keinen Erfolg haben.

Stattdessen sollte das Anschreiben genau auf die ausgeschriebene Trainee-Stelle passen. Nenne daher die Ansprechperson zunächst beim Namen. Ist der Name in der Stellenanzeige nicht ausgewiesen, dann gilt es zu recherchieren. Denn wozu gibt es schließlich Suchmaschinen? Oder ganz verrückt: Ruf einfach mal beim Unternehmen an und erkundige dich.

Außerdem solltest du deine Fähigkeiten mit individuellen Beispielen untermauern. Belege deine Kreativität zum Beispiel mit einem Projekt während deiner Zeit als Mitglied einer Fachschaft oder erwähne dein soziales Engagement und was du dabei gelernt hast. Pass dabei aber auf, dass dir nicht der nächste Fehler unterläuft:

👎  Sorry, I’m awesome

Keine Frage: Du bist super und auch bestens geeignet für den Job als Trainee. Trotzdem solltest du auf dem Boden bleiben und deinen Nebenjob im Supermarkt nicht überspitzt darstellen, sodass man denkt, du wärst in dem Laden Manager gewesen. Auch solltest du niemals deine ehemaligen Arbeitgeber schlechtmachen oder dich selbst als überqualifiziert darstellen.

Damit du nicht zum überzogenen Selbstdarsteller wirst, solltest du ganz einfach nicht dick auftragen. Auch Lobhudelei auf das Unternehmen solltest du vermeiden. Konzentriere dich lieber auf deine Fähigkeiten und sage ehrlich, warum du das Trainee-Programm in diesem Unternehmen absolvieren möchtest. Honig um den Mund herum klebt einfach nur eklig.

👎  Emojis und Emoticons benutzen:

Es gibt tausende Emojis. Warum diese also nicht einsetzen? Damit zeigst du schließlich, wie up-to-date du bist. 😘  Leider haben Emojis und Emoticons aber im Anschreiben so überhaupt nichts verloren. 😰  Genauso wenig wie tausende von Ausrufezeichen!!!!!!!!!!!!

👎  Lustige E-Mail-Adressen

Das Anschreiben ist super, dein Lebenslauf top und dann verschickst du deine E-Mail-Bewerbung über zuckermaus91@hotmail.com. Weg damit! Für deine Bewerbungen solltest du dir unbedingt eine seriöse E-Mail-Adresse à la „michael.müller@mail.de“ zulegen.

2. Akt: Lebenslauf

Kommen wir zum Lebenslauf. Mit diesem willst du den Personaler mit deinen fachlichen Qualifikationen und Fähigkeiten überzeugen – ganz klar. Doch auch hier gibt es einige Bewerbungsfails, die deine Chancen auf die Trainee-Stelle schnell zunichtemachen. Da kann deine fachliche Eignung noch so gut sein. Deshalb weg mit den folgenden Fehlern:

👎  Grundschule am Birkenwäldchen

Der Lebenslauf stellt deinen bisherigen Werdegang dar. Korrekt. Doch er soll nicht dein gesamtes Leben widerspiegeln. Berufe deiner Eltern sowie deine Grundschulzeit sind für das Trainee-Programm unerheblich und haben deswegen auch nichts im Lebenslauf zu suchen. Also lass die Grundschule am Birkenwäldchen raus und konzentriere dich lieber auf dein letztes Praktikum oder den Titel deiner Abschlussarbeit.

👎  Hochstapeln

Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch sprichst du fließend – oder doch nur Grundkenntnisse? Gerade bei Sprachkenntnissen solltest du nicht hochstapeln. Denn im Vorstellungsgespräch kann es schnell peinlich werden, wenn dein Gegenüber diese Kenntnisse abfragt. Verweise stattdessen lieber auf Sprachtests wie TOEFL oder DELF. Oder benutze Abstufungen: Grundkenntnisse, fortgeschritten, verhandlungssicher.

👎  Selfie-Bewerbungsfoto

Authentizität in der Bewerbung wird heute großgeschrieben. Doch du darfst Authentizität keinesfalls mit unprofessionell gleichsetzen. Auch wenn Selfiestangen das Selfie machen um Längen erleichtern, solltest du dir für dein Bewerbungsfoto etwas mehr Zeit nehmen. Der erste Eindruck ist nun mal besonders wichtig. Kommt deine Bewerbung mit einem verzerrten Selfie daher, werden 90% der Personaler einfach nicht in Begeisterung ausbrechen und dich sofort sympathisch finden.

Geh stattdessen lieber zu einem professionellen Fotografen. Wenn dir das zu spießig oder teuer ist, dann lass dich doch einfach von einem Freund vor einem neutralen Hintergrund ablichten. Das Format ist dann letztendlich aber egal – Passfotogröße ist klassisch, moderner ist das Bild im Querformat.  

3. Akt: Vorstellungsgespräch

Du hast es geschafft! Die Einladung zum Bewerbungsgespräch hast du schwarz auf weiß und der Stelle als Trainee steht nicht mehr viel im Weg. Doch leider kann auch das Vorstellungsgespräch schnell zum Alptraum werden. Damit du keine Absage wegen eines dummen Fails kassierst, hier ein paar Tipps:

👎  Unpünktlichkeit

Du und das akademische Viertel seid beste Freunde. Dann hast du im Bewerbungsgespräch ein großes Problem. Vor allem, wenn du dann noch lang und breit deine Ausrede erklärst. Sind wir doch mal ehrlich – das interessiert den Personaler nicht und du stellst dich automatisch in einem schlechten Licht dar. Natürlich kann es immer mal passieren, dass eine Bahn ausfällt, der Bus nicht kommt oder das Auto nicht mehr anspringt. Aber ist das wirklich der Fall, dann ruf sofort im Unternehmen an und sag Bescheid. Oftmals wird dir dann ein Alternativtermin angeboten und du verpfuschst den Start in deine Bewerbung nicht.

👎  Schleimer und Nörgler mag keiner

Das Vorstellungsgespräch ist wie eine Art Kennenlernkaffee. Dabei geht es vor allem darum, ob deine Ziele und Wünsche mit denen der Organisation zusammenpassen. Schleimen und nörgeln sind dabei also fehl am Platz. Schließlich willst du mit deinem Können überzeugen. Sage deswegen schlicht und einfach das, was du auch ehrlich meinst oder denkst. Lobende Worte über das Unternehmen solltest du sachlich formulieren. Das heißt, Sätze wie „Hier wollte ich schon immer arbeiten“, „Sie sind großartig, innovativ und einfach unglaublich toll“, „Ihre Bluse steht Ihnen wirklich hervorragend“ sind tabu. Benutze stattdessen lieber konkrete Sätze wie „Ihr letztes Projekt hat mir gut gefallen. Die Umsetzung war überzeugend und sehr kreativ. Ich bin gespannt, wie es auf dem Markt ankommen wird.“

Wenn du dich unbedingt auf den ersten Blick unbeliebt machen willst, dann mach doch ein paar Scherze auf Kosten der Mitarbeiter wie „Was haben Sie denn für einen Drachen im Vorzimmer sitzen? Zum Schießen.“ Das kommt immer gut.

👎  Keine Fragen stellen

Am Ende eines jeden Bewerbungsgesprächs bekommt man eigentlich die Frage „Haben Sie noch Fragen?“ gestellt. Antwortest du jetzt mit „Nein“, kann man das durchaus als Fail sehen. Denn keine eigenen Fragen können schnell als Desinteresse fehlinterpretiert werden.

Mit eigenen Fragen kannst du also am Ende des Gesprächs nochmal deutlich machen, was dich an der Stelle und vor allem auch am Unternehmen genau interessiert. Wenn dir wirklich gar nichts einfällt, weil im Gespräch viele deiner vorbereiteten Fragen bereits beantwortet wurden, dann bezieh dich doch auf die Möglichkeiten nach dem Trainee-Programm oder den kollegialen Zusammenhalt. Oftmals ist hier einfach etwas Spontanität gefragt.

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Über den Autor

Marie-Luise Peters
Marie-Luise Peters
Seit 2016 schreibt Marie für TRAINEE-GEFLÜSTER und hilft Studenten und Absolventen Schritt für Schritt, Fuß in der Berufswelt zu fassen.

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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