Erfahrungen als Trainee: Roche

Erfahrungen als Trainee: Roche

Dr. Alexander Kirschner hat Biomedizinische Chemie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert und ist nach seiner Promotion in das Start Up Trainee-Programm von Roche eingestiegen. Mit TRAINEE-GEFLÜSTER spricht er über seine Erfahrungen im Bereich Science/Quality Control, gibt Einblicke in den Auswahlprozess und verrät, wie es bei Roche um Arbeitszeit und Gehalt bestellt ist. 

Hallo Alexander, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Roche ab?

Nachdem ich mich auf eine Stelle für das Start-Up Programm Science bei Roche beworben hatte, wurde ich zeitnah zu einem Assessment Center eingeladen.

ACs stand ich bisher immer sehr skeptisch gegenüber, da man bei der Recherche darüber im Internet sehr ambivalente Aussagen findet. Bezogen auf das AC bei Roche kann ich nur sagen, dass es hervorragend war. Natürlich nicht aufgrund der Tatsache, dass ich letztendlich die Stelle bekommen habe, sondern weil ich sehr viel über meine Stärken und Schwächen gelernt und wertvolles Feedback über mich selbst bekommen habe. Solch eine Chance hat man nicht alle Tage. Schwerpunkte des ACs waren die Bewältigung des zukünftigen Arbeitsalltags, der Umgang mit Stress-Situationen und das Testen von Social Skills. Die Übungen haben allesamt sehr viel Inhalt und Sinn gehabt. Letztendlich bin ich mittlerweile der Meinung, dass es sehr von dem Veranstalter des ACs abhängt, ob dieses gut oder schlecht ist. Ich kann nur jedem empfehlen, sich nicht zu sehr mit der Materie im Vorhinein zu beschäftigen, da man hierdurch automatisch das Ergebnis verfälscht und meiner Meinung nach wertvolle Informationen über sich selber verliert.

Welche Tipps kannst du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess bei Roche noch vor sich haben?

Die Bewerbung sollte natürlich Hand und Fuß haben. Aber ich denke, dass jeder, der sich auf solche Stellen bewirbt, auch in der Lage ist, eine ordentliche Bewerbung abzugeben. Generell lässt sich hier keine Pauschalantwort geben, da es natürlich unterschiedliche Programme gibt. In dem von mir begonnenen ist es beispielsweise üblich, eine Promotion auf naturwissenschaftlichem Gebiet vorweisen zu können. Es gibt jedoch auch andere Start Up Trainee-Programme bei Roche, die kaufmännisch oder auf Ingenieure ausgelegt sind. Was wahrscheinlich jedem hilft, ist, bereits Industrieerfahrung gesammelt zu haben.

Letztendlich ist jedoch ein Faktor niemals außer Acht zu lassen: ein gewisses Quäntchen Glück, unter vielen Bewerbern herauszustechen. Der wichtigste Tipp wäre von daher, sich nicht entmutigen zu lassen und sich darüber bewusst zu sein, was man wirklich machen möchte. Außerdem ist es wichtig, eine gewisse kontinuierliche Beharrlichkeit und Ausdauer in der Bewerbungsphase an den Tag zu legen.

Wie ist der grobe Ablauf deines Trainee-Programms?

Im Start Up Programm Science liegt die Kernausrichtung auf das Formen neuer Experten in bestimmten Positionen. In meinem Fall im Bereich Operations, genauer gesagt in der Qualitätskontrolle. Dort ist mein zentraler Arbeitsplatz, es gibt also keine Rotation. Zudem dient das Programm durch seine zahlreichen Seminare – ich habe beispielsweise kürzlich eins zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ besucht – dazu, auf seine zukünftigen Aufgaben als Führungskraft vorbereitet zu werden. Sehr zentraler Aspekt aller Start Up Programme bei Roche ist das Netzwerken innerhalb des Unternehmens, sodass man schon von Beginn an möglichst viele Kollegen in den verschiedensten Bereichen der Organisation kennt und zukünftige Probleme sowie deren Lösung direkt an den richtigen Ansprechpartner adressieren kann. Zudem wird einem die Orientierung in einem Weltkonzern wie Roche auf diese Weise erleichtert und man versteht die Strukturen besser.

Wie sind bei Roche Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Die Einarbeitung findet in dem Bereich, in dem man tätig ist, statt, da man dort schließlich auch seine meiste Zeit verbringt. Betreut wird man innerhalb des Bereichs von seinem fachlichen Vorgesetzten sowie von einem Mentor, den man sich frei aussuchen kann. Ich habe mich für jemanden aus einer anderen Division, Pharma, entschieden und einen Mentor aus dem Bereich Qualitätssicherung gefunden. So ergeben sich für mich zahlreiche Vorteile: Ich habe einen erfahrenen Ansprechpartner, der mir eine Sicht aus einer anderen Perspektive und unserer anderen Division ermöglicht. Wir treffen uns regelmäßig und erörtern Meinungen, Probleme und Ideen.

„Training-off-the-job“ vs. „Training-on-the-job“ – Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Fast ausschließlich on-the-job. Da ich in einem Trainee-Programm bin, in dem eine wissenschaftliche Promotion Voraussetzung ist, wird dementsprechend ein fundiertes Fachwissen vorausgesetzt. Die Zusatzqualifikationen beziehen sich vor allem auf Seminare und das Netzwerken innerhalb der Firma. 

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Zu Beginn meines Trainee-Programms habe ich vor allem Analysemethoden hinterfragt und optimiert. Weiter nehme ich an Projekten teil, die der Einführung neuer Produkte dienen, bei denen die Qualität des einzuführenden Produkts natürlich zentral ist.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Man wird auch in Hinblick darauf auf seine zukünftige Tätigkeit als Führungskraft vorbereitet. Letztendlich muss man seine Aufgaben managen und bewältigen. Der eine macht das in kürzerer, der andere in längerer Zeit. Meine Vorgesetzten stehen natürlich nicht mit der Stechuhr hinter mir, sondern lassen mir größtmöglichen Freiraum. Ich denke, dies ist wichtig, um sich entfalten zu können, und zeichnet ein modernes Unternehmen aus. Roche ist hier sehr offen und hält überhaupt nichts davon, potenzielle „Burn-Out“-Führungskräfte heranzuziehen.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Roche?

Äußerst angenehm und kollegial. Der Zusammenhalt ist zudem stark ausgeprägt. Man unternimmt Sachen zusammen und trifft sich auch außerhalb der Arbeit. Es macht wirklich Spaß, in einer so großartigen Firma mit tollen und motivierten Leuten zusammenzuarbeiten. 

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt?

Ich denke, es ist etwas unter einem Gruppenleitergehalt angesiedelt, was auch Sinn macht, da man innerhalb der Trainee-Zeit auf diese Position vorbereitet wird und anschließend diese oder eine ähnliche Aufgabe übernehmen wird. 

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms bei Roche befristet?

Im Science Programm ist der Vertrag auf drei Jahre befristet, mit der Prognose auf eine Übernahme.

Was war (bisher) dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Vor einigen Wochen hatten wir die Chance, unseren CEO Severin Schwan zu treffen. Er nahm sich hierfür zwei Stunden Zeit und hat mit uns eine Q&A-Session abgehalten. Dies war wirklich faszinierend und eine tolle Möglichkeit, Informationen aus erster Hand zu erlangen. Das Gespräch war eine großartige Motivation und hat sehr inspiriert.

Wie geht es für dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Roche weiter?

Wenn alles gut läuft, wird man von dem Bereich, in dem man sein Start Up Programm durchgeführt hat, übernommen. In meinem Fall wäre das der Bereich Quality. So hoffe ich, auch weiterhin Teil dieses tollen Unternehmens zu sein und dadurch die Chance zu bekommen, meinen Beitrag zum Erfolg von Roche leisten zu können.

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Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde
Bettina Wilde ist seit 2015 für das Content Team von TRAINEE-GEFLÜSTER an Bord. Als studierte Germanistin und Trainee-Expertin schreibt sie für ihr Leben gern und kümmert sich um alle wichtigen Fragen rund um das Thema Berufseinstieg.

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Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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