Erfahrungen als Trainee: Bundesagentur für Arbeit

Erfahrungen als Trainee: Bundesagentur für Arbeit

Ana Vuletic (33) hat Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln absolviert. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER berichtet Ana über die Inhalte und den Aufbau des Trainee-Programms und verrät, welche Eigenschaften man als Bewerber mitbringen sollte.

Hallo Ana, was für ein Trainee-Programm absolvierst Du bei der Bundesagentur für Arbeit? 

Das Trainee-Programm der Bundesagentur für Arbeit ist anders als die typischen Trainee-Programme, da es sich nicht an Hochschul-Absolventen richtet. Es ist vielmehr ein Einstieg für Leute mit Berufserfahrung, die gezielt auf Führungsaufgaben vorbereitet werden und in einem relativ engen Zeitrahmen einen umfassenden Überblick bekommen sollen. Ich bin in der abschließenden Phase – mein Trainee-Programm hat am 01.04.2012 begonnen und endet am 31.03.2014.

Wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit ab?

Ich bin über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit auf das Trainee-Programm aufmerksam geworden und habe mich schriftlich beworben. Daraufhin meldete sich aus der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen die Betreuerin der Trainees. Sie erläuterte mir detailliert den Ablauf  des Auswahlverfahrens und nahm sich Zeit, meine Fragen zu beantworten.

Nach einem psychologischen Eignungstest mit positivem Ergebnis nahm ich noch am selben Tag am ersten Teil des Assessment-Centers teil. Aufgabe war, nach einer kurzen Vorbereitung eine Präsentation vorzustellen. Daran schloss sich ein etwa einstündiges Interview an. Da ich auch diesen Part erfolgreich absolvierte, wurde ich zum zweiten Teil eingeladen. Hier waren eine Postkorbübung und ein Rollenspiel gefordert.  Zwei Tage später kam das Feedback mit einer Zusage.

Worauf kommt es im Auswahlprozess für die Trainee-Stelle Deiner Meinung nach besonders an?

Wie bei jeder Bewerbung ist es ein Muss, sich über den potenziellen Arbeitgeber zu informieren. Wer sich als Führungskraft bewirbt, sollte ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Motivation und Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Unerlässlich im Auswahlprozess, aber auch später in der tagtäglichen Arbeit, ist eine direkte, ehrliche und offene Kommunikation.

Natürlich war ich aufgeregt, als es ins Assessment-Center ging. Hier habe ich eine Szene in guter Erinnerung. Meine Betreuerin kam auf mich zu und sagte: „Bleiben Sie einfach Sie selbst - entweder es passt oder es passt nicht!“ Dieser ehrliche Zuspruch hat mir sehr geholfen.

Wie lange hat es vom Versenden der Bewerbungsunterlagen bis zur finalen Zusage gedauert?

Im Oktober 2011 habe ich meine Bewerbungsunterlagen abgeschickt. Die Zusage kam im Januar 2012. Schließlich handelt es sich um ein mehrstufiges Verfahren mit vielen Bewerbern, das alles nimmt Zeit in Anspruch.

Wie ist der grobe Ablauf Deines Trainee-Programms bei Bundesagentur für Arbeit?

Das Trainee-Programm dauert zwei Jahre und besteht aus drei Phasen. In den ersten sechs Monaten  lernte ich in Hospitationen die Kernbereiche des Tagesgeschäfts kennen und verschaffte mir einen Überblick über die Organisation und die einzelnen Prozesse, die sehr komplex sind. Für mich als Seiteneinsteigerin, die vorher noch nie etwas mit der Bundesagentur für Arbeit zu tun hatte, war das gar nicht so einfach – allein wegen der Menge der Eindrücke, die auf mich einströmten.

Ich war zunächst selbst als Arbeitsvermittlerin tätig und durfte nach kurzer Zeit Vermittlungs- und Beratungsgespräche mit unseren Kunden führen. Die Perspektive war für mich ganz neu und diese Tätigkeit hat mir großen Spaß bereitet. In den nächsten sechs Monaten stieg ich dann schon in einer anderen Agentur zur Teamleiterin auf. Hier übernahm ich zum ersten Mal Führungsaufgaben. Diese Zeit war für mich die größte Herausforderung, denn trotz begleitender Schulungen fehlte fachliches Hintergrundwissen. Zudem sammelte ich zum allerersten Mal praktische Führungserfahrung.  

Die dritte und letzte Phase erstreckte sich über ein Jahr. Zunächst wechselte ich für sechs Monate als Bereichsleiterin zu einer weiteren Arbeitsagentur. Auf dieser Ebene hatte ich die Führungs- und Ergebnisverantwortung für bis zu sechs Teams mit je 10 bis 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im letzten Halbjahr des Trainee-Programms war ich ebenfalls als Bereichsleiterin tätig – dieses Mal jedoch im Bezirk einer anderen Regionaldirektion. Das ist das sogenannte Auslandssemester. Es trägt dazu bei, den fachlichen Horizont weiter auszubauen und natürlich auch hilfreiche Netzwerke zu knüpfen. Denn die Bezirke der Regionaldirektionen unterscheiden sich in Teilbereichen wesentlich voneinander.

Während des gesamten Programms gab es regelmäßige Qualifizierungen, bei denen alle Trainees zusammenkamen, die zeitgleich mit mir eingestiegen sind.

Was sind Deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Trainee-Programm?

Die konkreten Aufgaben entsprachen der jeweiligen Ebene, auf der ich eingesetzt war. Sie veränderten sich also sehr stark. Als Arbeitsvermittlerin habe ich im Wesentlichen Kundengespräche geführt. Als Teamleiterin war ich für eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen und deren Ergebnisse  verantwortlich. Als Bereichsleiterin vergrößerte sich dieser Rahmen, die Aufgaben wuchsen quantitativ und qualitativ.  Sobald ich den Level der Arbeitsvermittlerin verlassen hatte, war ich verantwortlich für Mitarbeiter und Ziele. Und es galt, diese Ziele gemeinsam zu erreichen.

Als Bereichsleiterin bin ich eine wichtige Kontaktperson zwischen meinen Teamleitern und der Geschäftsführung. Regelmäßig leite ich die Runde der Führungskräfte, die der Information und dem Austausch dient. Im Jour fixe mit den einzelnen Teamleitern besprechen wir aktuelle Themen und Vorgehensweisen und ich erfahre, was die Mitarbeiter aktuell beschäftigt.

Welche Eigenschaften sollte man Deines Erachtens für die Trainee-Stelle bei Bundesagentur für Arbeit mitbringen?

Trainees bei der Bundesagentur für Arbeit sollten folgende Eigenschaften mitbringen: eine hohe soziale Kompetenz, Lern- und Kritikfähigkeit, Belastbarkeit, Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit.

Training-on-the-job oder Training-off-the-job – Wie ist das Verhältnis zwischen theoretischem Unterricht und praktischer Mitarbeit?

An allen Einsatzorten war ich stark in die praktische Arbeit eingebunden. Schon in diesem  Lernprozess machte ich die Erfahrung, gebraucht zu werden. Das begleitende und vor allem theoretische Qualifizierungsprogramm unterstützt die einzelnen Entwicklungsschritte ausreichend. Diese Qualifizierung fand zum Teil vor Ort statt, zum Teil irgendwo im Bundesgebiet und regelmäßig auch in Lauf, wo die BA-Führungsakademie ihren Sitz hat.  

Wie sind Einarbeitung, Betreuung und Feedbackprozesse durch die Vorgesetzten geregelt?

Jedem Trainee wird ein Mentor zur Seite gestellt. Mit meinem Mentor habe ich oft und regelmäßig gesprochen. Dieser offene und ehrliche Austausch hat mir während der ganzen Zeit sehr viel gebracht. An allen Einsatzorten haben die Trainees erfahrene Führungskräfte als Ansprechpartner.  Sie geben im besten Fall regelmäßige Feedbacks. Am Ende jeder Phase des Trainee-Programms gibt es sowohl ein Feedback als auch eine schriftliche Beurteilung.

Wie intensiv ist der Kontakt zu den anderen Trainees bei der Bundesagentur für Arbeit?

Der Kontakt und der Austausch mit den anderen Trainees in meinem Jahrgang sind sehr gut. Wir wissen, dass wir „in einem Boot sitzen“ und unterstützen uns gegenseitig. Wir haben uns nicht nur im Rahmen der Qualifizierungen gesehen, sondern auch private Treffen vereinbart. So ist ein vertrautes, enges und tragfähiges Netzwerk entstanden, von dem wir sicher auch in Zukunft profitieren werden.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt bei der Bundesagentur für Arbeit?

Das Trainee-Gehalt ist tariflich geregelt und daher für alle identisch. Wir erhalten während des Trainee-Programms ein monatliches Festgehalt von knapp 3.500 Euro.

Ist der Arbeitsvertrag zunächst auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Ja, aber das Programm ist darauf ausgerichtet, Führungskräfte für den Einsatz innerhalb der Bundesagentur für Arbeit auszubilden. Die Übernahmechancen stehen also gut.

Was war bisher Dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Ich konnte mich in relativ kurzer Zeit persönlich und fachlich entscheidend weiterentwickeln und habe sehr unterschiedliche Menschen und Bereiche kennen gelernt. Die größte Herausforderung war der schnelle Aufstieg in eine Führungsposition als Leiterin eines Beratungs- und Vermittlungsteams für akademische Berufe. Das war eine sehr spezielle Aufgabe, zumal ich auf starke Persönlichkeiten traf, die eine lange Berufserfahrung haben und viele Jahre älter sind als ich. Dass es mir gelungen ist, mich zu positionieren und ein gutes Miteinander zu erreichen, schätze ich im Nachhinein als ganz besondere Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

>> Weitere Infos zum Einstieg als Trainee bei der Bundesagentur für Arbeit

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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