Erfahrungen als Trainee: Burda Graduate Program

Erfahrungen als Trainee: Burda Graduate Program

Johannes Diederichsen hat an der Universität Mannheim Betriebswirtschaftslehre studiert und ist nach seinem Diplom-Studium als Trainee bei Hubert Burda Media eingestiegen. Auf TRAINEE-GEFLÜSTER berichtet er über den Auswahlprozess sowie Inhalte und Ablauf des Burda Graduate Programs.

Was für ein Trainee-Programm absolvierst Du bei Hubert Burda Media?

Seit dem 01. April 2013 bin ich bei Hubert Burda Media als Burda Graduate Trainee for Media Excellence tätig. Schwerpunkt des Programms ist der Einsatz in den tragenden Geschäftssäulen Verlage Inland, Verlage Ausland, Digital und Druck sowie in den zentralen Servicebereichen.

Wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Burda ab?

Das Auswahlverfahren verlief über drei Runden: Nach einer klassischen Online-Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen wurde ich nach positiver Rückmeldung von der Ansprechpartnerin aus der Personalabteilung zeitnah zu einem etwa einstündigen Telefoninterview eingeladen. Im Gespräch ging es um die Motivation zur Bewerbung bei Burda, die persönliche und fachliche Eignung sowie allgemeine Themen. Gleichzeitig wurde mir das Programm noch einmal genau vorgestellt und ich hatte ausführlich die Möglichkeit, Fragen zum genauen Ablauf und den Inhalten zu stellen. Mit erfolgreichem Telefonat folgte als abschließende Runde ein anderthalbtägiges Assessment Center (AC) in München.

Kannst Du uns etwas zu den Aufgaben und der Gestaltung des Assessment Centers erzählen?

Das AC begann am ersten Tag spätnachmittags. Nach einem ersten Kennenlernen der anderen Kandidaten sowie der Teilnehmer von Burda folgte eine Begrüßung durch den Vorstand und eine Vorstellungsrunde aller Teilnehmer. Gleich zu Beginn wurde uns das Programm der zwei Tage erläutert, so dass wir direkt wussten, welche Übungen uns als Bewerber erwarten. Als erster Teil folgte am frühen Abend das klassische Lebenslaufgespräch abgerundet durch ein gemeinsames Abendessen, an dem alle Mentoren und HR-Verantwortlichen sowie wir als Bewerber teilgenommen haben. Der zweite Tag war mit insgesamt vier über den Tag verteilten Übungen gut gefüllt, z.B. mit Präsentationen, einer Gruppendiskussion und einem Rollenspiel.

Für mich als Bewerber war es sehr angenehm, dass das AC transparent und sehr strukturiert war. Ich wusste, wann welche Übung auf mich zukommt und wie viel Vorbereitungszeit wir haben. Ebenso wurde bereits zu Beginn angekündigt, dass wir am Schluss des zweiten Tages eine Zu- oder Absage mit qualifiziertem Feedback zu unserer allgemeinen Wirkung sowie persönlichen Stärken und Entwicklungsfeldern erhalten. So endete das AC nach anderthalb knackigen, anstrengenden und spannenden Tagen für mich mit einem ausgiebigen Gespräch zur Performance im AC durch einen zukünftigen Mentor sowie HR-Verantwortlichen und einer Zusage, die ich fröhlich angenommen habe. Der gesamte Bewerbungsprozess hat bei mir so insgesamt nur ca. fünf Monate gedauert, allerdings hatte ich mich auch zum Ende der Bewerbungsfrist beworben. In der Regel werden die Telefoninterviews für das Master-Programm bereits von August bis November geführt, so dass das Programm mit genug Vorlaufzeit im April gestartet werden kann.

Insgesamt fühlte sich das AC für mich als Kandidat fair, transparent und v.a. durch die Teilnahme der zukünftigen Mentoren während der gesamten Zeit sehr wertschätzend an und es folgten auch keine Überraschungen von Seiten der Planung. Ebenso empfand ich es als sehr angenehm, dass zwischen den Bewerbern eher Zusammenarbeit statt Konkurrenzdruck erzeugt wurde.

Übrigens: Zu- oder Absage für das Traineeprogramm sind nicht die einzigen Ergebnisse, die sich aus dem AC ergeben. Wenn sich während des ACs herausstellt, dass ein Kandidat möglicherweise bereits zu viel Erfahrung für das Programm besitzt oder eine eindeutige fachliche Richtung eingeschlagen hat, können auch andere Lösungen gefunden werden. So wurden aus unseren beiden ACs von insgesamt 15 Bewerbern sechs für das Programm angenommen und zwei Kandidaten haben per Direkteinstieg bei Burda begonnen.

Welche Eigenschaften sollte man Deines Erachtens für die Trainee-Stelle bei Burda mitbringen?

Das Programm richtet sich an Masterstudenten aller Fachrichtungen. Neben der fachlichen Eignung und dem Spaß an Medien, glaube ich, dass im Bewerbungsprozess vor allem auf die Übereinstimmung zur Unternehmenskultur Wert gelegt wird: So ist Burda als Familienunternehmen fest im Badener Land in Offenburg und gleichzeitig am größten Standort in München verwurzelt. Gerade im Auswahlprozess kommt es hier darauf an, neben guten Leistungen während der Übungen, ein komplettes, rundes und ehrliches Bild seiner Person abzugeben.

Als Trainee ist es dann wichtig, für die verschiedensten Geschäftsmodelle und Standorte, die unter einem Dach zusammengefasst sind, Flexibilität und Kreativität mitzubringen. Da sich die Verlagsbranche im Umbruch befindet, muss man sich stets an neue Bedingungen anpassen und diese mitgestalten wollen. Verständnis und Einfühlungsvermögen für die vielen verschiedenen, im Unternehmen entstandenen Kulturen sind hier von Vorteil.

Wie ist der grobe Ablauf Deines Trainee-Programms bei Burda?

In den 18 Monaten des Programms durchlaufen wir alle Geschäftsbereiche bei Burda: Verlag Inland, Burda International, Digital, Druck und den Zentralbereich Services, in dem z.B. Controlling, Einkauf oder das Finanzrechnungswesen angesiedelt sind.  Hierfür haben wir einen Umlaufplan, in dem festgelegt ist, wann wir welche Geschäftsbereiche durchlaufen. Begonnen haben wir im Bereich unseres Mentors, was bei mir die Burda Digital war. Die einzelnen Stationen sind auf drei bis vier Monate angelegt, so dass wir am Ende des Programms das gesamte Haus kennen werden.

Innerhalb der Stationen werden die Projekte mit dem jeweiligen Mentor der Station besprochen und gemeinsam nach den Stärken und Interessen der Trainees festgelegt. Hier wird darauf geachtet, dass wir Projekte bekommen, die auch der Station nützlich sind. So werden immer spannende und notwendige Aufgaben gesichert, bei denen wir etwas lernen und uns gleichzeitig im Haus vernetzen können. Ebenso ist einer der Umläufe eine Auslandsstation bei Burda International, die auf unsere Fähigkeiten und Wünsche abgestimmt wird.

Hinsichtlich des Einsatzortes erfordert das Programm Flexibilität: Die Einsatzorte von uns Trainees reichten in den ersten sechs Monaten von München über Offenburg bis Friedberg, Dresden, Prag und Moskau und im Dezember geht der erste Trainee von uns für zwei Monate nach Indien. Bei den verschiedenen Einsätzen werden wir von Burda bestmöglich unterstützt, zum Beispiel im Ausland bei der Wohnungssuche sowie finanziell bei der doppelten Haushaltsführung.

Was sind Deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Trainee-Programm?

Im Programm bin ich momentan in meiner zweiten Station und die Aufgaben sind breit gefächert. Bei Burda Digital war ich im Beteiligungscontrolling eingesetzt und hatte zwei Hauptprojekte: Im ersten ging es bei der Anpassung der Gesellschaftsstruktur von Beteiligungen um die Analyse gesellschafts- und steuerrechtlicher Auswirkungen für Burda. Hier haben wir im Team eine Entscheidungsvorlage für den Vorstand erarbeitet, bei der ich auch die Chance hatte, einen Teil präsentieren zu können. Das zweite Projekt war eine Analyse der Finanz-Systemlandschaft der Beteiligungen von Burda Digital auf Optimierungspotentiale. Auch wenn dies erst einmal sehr Controlling-lastig klingt, war es für mich als Start ideal, da ich in sehr kurzer Zeit alle verschiedenen Beteiligungen und ihre Geschäftsmodelle bestmöglich verstehen und die meisten sogar vor Ort besuchen konnte.

In meiner zweiten Station Verlag Inland habe ich verschiedene Projekte betreut: Zunächst ging es um Potentialanalysen für neue Märkte im Corporate Publishing sowie die Analyse eines Geschäftsmodells für ein mögliches Investment. Weitere Projekte sind zum Beispiel ein Forecast für den Vertriebsmarkt der Zeitschriften, die Einführung eines CRM-Systems in einer Beteiligung sowie die Ausarbeitung eines wirtschaftlichen und redaktionellen Konzepts für eine Webseite der Newsgroup.

Im Programm und bei den Projekten wird immer darauf geachtet wird, dass sie tatsächlichen Mehrwert stiften. So ist es das Ziel, das Geschäft und die verschiedenen Bereiche bestmöglich zu verstehen, seine eigenen Stärken und Vorlieben in den Projekten zu finden und sich dabei mit den Ansprechpartnern vernetzen zu können.

Finden in dem Programm auch sogenannte „off-the-job-trainings“ zur persönlichen Weiterbildung statt?

Neben dem Training-on-the-job haben wir nach einem Monat ein dreitägiges intensives Einführungsseminar zur Persönlichkeitsentwicklung mit zwei Coaches bekommen. Im Anschluss haben wir zwei persönliche Einzelcoachings, die wir uns frei einteilen können und nach zwölf Monaten folgt ein zweites dreitägiges Seminarmodul, in dem an die vorherigen Trainings angeknüpft wird. Neben der Persönlichkeitsentwicklung sind auch fachliche Weiterbildungen bei uns im Programm verankert, die wir nach unseren individuellen Bedürfnissen in Anspruch nehmen können. Diese kann zum Beispiel von einem Präsentationsworkshop über eine SAP-Schulung bis hin zu einem Fremdsprachenkurs reichen.

Wie sind die Betreuung und das Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Jeder Trainee hat einen festen Mentor, der bei Burda Vorstand oder Geschäftsführer ist. Dadurch, dass die erste Station bei uns der Bereich des Mentors war, hatte man gerade für die ersten Monate eine gute Begleitung bei Burda. Nach dem Wechsel in einen anderen Bereich habe ich mit meinem Mentor jeden Monat einen festen Jour Fixe, bei dem wir die bisherigen Erfahrungen, zukünftige Einsätze sowie allgemeine Themen besprechen. Ebenso haben wir mit unserer Ansprechpartnerin bei HR regelmäßige Feedbacktermine zum Programm und dem bisherigen Verlauf.

Am Ende eines jeden Projekts folgt ein ausführliches Feedback mit dem Projektvorgesetzten. Hier besprechen wir die operativen Ergebnisse, den Projektverlauf sowie individuelle Stärken und Entwicklungsfelder, die wiederum die Basis unserer Trainings bilden.

Wie intensiv ist der Kontakt zu den anderen Trainees bei Burda?

Mit den anderen Trainees habe ich engen und guten Kontakt und es hat sich ein Jahrgangsgefühl entwickelt. Der gemeinsame Start mit ähnlichen Fragestellungen, Problemen und Sorgen schweißen sehr zusammen und insbesondere das dreitägige Einführungsseminar hat dazu beigetragen, einen echten Teamspirit zu entwickeln. Der Austausch untereinander ist auch sehr wichtig, da wir durch unsere Stationen häufig über verschiedene Standorte oder im Ausland verteilt sind und uns so Tipps für die kommenden Projekte und Abteilungen mitgeben können.

Zusätzlich zum Austausch in unserem Jahrgang haben wir auch guten Kontakt zu unseren Vorgängern sowie den Trainees aus dem Bachelorjahrgang, so dass wir durch Tipps von unseren Vorgängern unterstützt werden und auch unsere Erfahrungen wieder weitergeben. Mit den neuen Master Trainees bekommen wir auch einen Paten, dem wir bei Fragen und dem Start bei Burda mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Was war bisher Dein Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Neben der ersten Station, in der ich in sehr kurzer Zeit bei spannenden Projekten sehr viel lernen konnte und voll als Kollege eingebunden war, war das definitive Highlight der Besuch in Offenburg, bei dem ich das erste Mal in meinem Leben in einem Helikopter fliegen konnte.

Um das zu erklären: Burda besitzt einen Hubschrauber, der täglich zwischen Offenburg und München pendelt, um so die Zeit einer Bahnreise von knapp vier Stunden auf etwa eine Stunde Flugzeit zu begrenzen. Diesen Service darf jeder Mitarbeiter bei Terminen in Offenburg bzw. München benutzen, sofern natürlich Plätze frei sind. So hatte ich das Glück, aus München nach Offenburg per Hubschrauber zu reisen, was eine einzigartige Erfahrung war.

Hand aufs Herz: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst Du pro Woche?

Bei Burda gilt Vertrauensarbeitszeit und die wurde bisher in jeder meiner Stationen gelebt. Da kann es vorkommen, dass man es bei den bayrischen Öffnungszeiten nicht mehr in den Supermarkt schafft. Das ist aber nicht die Regel und es gibt ebenso Tage, an denen es ruhiger ist und man früher nach Hause gehen kann.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt bei Burda?

Das Einstiegsgehalt ist für die Medienbranche überdurchschnittlich und entspricht dem Einstiegsgehalt für Einsteiger mit abgeschlossenem Masterstudium.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Unser Arbeitsvertrag ist wie das Programm auf 18 Monate befristet. Von einer Übernahme wird von beiden Seiten ausgegangen, wobei die genauen Positionen erst in den letzten sechs Monaten entschieden werden. Der Weg ist jedoch institutionalisiert: Nach einem Jahr findet eine Konferenz mit allen Mentoren und Personalverantwortlichen zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Trainees und den Anschlusspositionen statt. Hier können wir als Trainees unsere Wünsche und Vorstellungen einbringen und gemeinsam wird nach der Folgeposition gesucht.

>> Mehr Informationen zum Einstieg als Trainee bei Hubert Burda Media

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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