Erfahrung als Trainee bei Rolls-Royce: Insider-Interview.

Von Bettina Wilde,

Vanessa Goretzki ist als Commercial Graduate bei Rolls-Royce tätig. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER spricht sie über ihre Erfahrungen im Auswahlprozess und im Arbeitsalltag und verrät, wie es um Arbeitsatmosphäre und Gehalt beim international erfolgreichen Konzern steht.

Hallo Vanessa, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Rolls-Royce ab?

Der erste Schritt im Auswahlverfahren war eine Online-Bewerbung, bei der ich meinen Lebenslauf hochgeladen habe und ein paar vorgegebene Fragen beantworten musste. Nach diesem Schritt habe ich einen Online-Test absolviert. Innerhalb weniger Wochen nach dem Test kam die Einladung zum Assessment Center. An einem Tag durchliefen wir Interviews, in denen es sowohl um den persönlichen Werdegang als auch die fachlichen Kompetenzen ging, machten einen weiteren Test und bearbeiteten eine Case Study mit anschließender Diskussion in der Gruppe. Die finale Zusage kam wenige Tage nach dem Assessment Center.

Welche Tipps kannst du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess noch vor sich haben?

Man sollte in jedem Fall wissen, warum man unbedingt bei Rolls-Royce arbeiten und das Graduate Programm machen möchte, aber auch, was genau man zum Team beitragen kann. Ich denke, dass es außerdem besonders darauf ankommt, authentisch zu sein und sich nicht zu verstellen. Natürlich sind fachliche Kompetenzen wichtig, die persönlichen spielen aber auch eine sehr große Rolle.

Wie ist der grobe Ablauf deines Trainee-Programms?

Mein Trainee-Programm dauert 18 Monate. Je nach Bereich können die Trainee-Programme bei Rolls-Royce aber auch bis zu drei Jahre beanspruchen. Die meisten Programme sind auf einem Rolls-Royce Sektor basiert, zum Beispiel Civil Aerospace in meinem Fall.

Im Commercial Programm, das ich durchlaufe, wechselt man alle drei Monate die Abteilung und manchmal auch den Bereich und Standort. So waren zum Beispiel zwei meiner bisherigen Abteilungen dem Bereich Business Aviation zugeordnet, aber ich habe auch Erfahrung im Airlines Business gesammelt und konnte sektorübergreifend in Marine arbeiten. Jeder Trainee hat seine Basis an einem Standort, meiner ist Dahlewitz in Deutschland, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, auch an anderen Standorten zu arbeiten. Neben den Abteilungen, die man durchläuft, gibt es auch Seminare, die man besuchen kann, entweder fachbezogen oder unabhängig vom Bereich des Programms.

Wie sind bei Rolls-Royce Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Alle Rolls-Royce Graduates haben ein umfangreiches Betreuungsnetzwerk. Zum ersten gibt es den Career Coach, der meist auch der Manager ist, von dem man eingestellt wurde. Ich habe mit meinem Coach beispielsweise regelmäßige Gespräche, in denen ich mir aktiv Feedback und Karrieretipps einhole. Des Weiteren hat jeder Graduate einen sogenannten „Graduate Development Consultant“, welcher in die Planung des Programms eingebunden wird und dafür sorgt, dass jede Station zur Entwicklung des Graduates beiträgt. Natürlich sind auch die jeweiligen Abteilungsleiter und Teams, in denen man arbeitet, eine wichtige Quelle der Einarbeitung und des Feedbacks. Durch die Job-Rotation kann man sich hier ein sehr gutes Netzwerk aufbauen. Nicht zu vergessen sind die anderen Graudates, mit denen ein reger Austausch stattfindet – sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit, sofern man dies wünscht. Außerhalb des Graduate Programms bietet Rolls-Royce noch standortweite Initiativen an, wie zum Beispiel ein Mentorenprogramm, an dem man teilnehmen kann.

„Training-off-the-Job“ vs. „Training-on-the-Job“ – Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Die Praxis überwiegt definitiv, wird aber mit Theorie ergänzt. Man lernt viel durch „Training-on-the-Job“ und bekommt direkt nach dem Start des Graduate Programms Verantwortung für sehr interssante Aufgaben, natürlich mit ausreichender Unterstützung des Teams. Es gibt theoretische Seminare, die je nach Graduate Programm fachspezifisch geplant werden, oder interne Weiterbildungen, die man in Anspruch nehmen kann. Generell habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass Graduates von Anfang an als vollständiges Mitglied des Teams in die aktuellen Projekte involviert werden und so sehr viel lernen.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Im Commercial Graduate Programm dreht sich alles um Verträge und Kunden. Man lernt Verträge zu schreiben, sie mit Kunden zu verhandeln und wie abgeschlossene Verträge im Unternehmen umgesetzt werden. Außerdem hat man viel Kontakt zu Kunden, sei es um eben diese Verträge zustande zu bringen oder um die jahrelangen Beziehungen zu pflegen. Man bekommt des Weiteren einen sehr guten Eindruck in die unternehmensweiten Abläufe, da Commercial in viele Projekte involviert ist und so zum Beispiel mit Finance oder Logistik zusammenarbeitet.

Ist im Trainee-Programm bei Rolls-Royce ein Auslandsaufenthalt vorgesehen?

Fast jedem Trainee wird die Möglichkeit gegeben, nach England zu gehen. Ich habe meine Station dort noch vor mir und werde drei Monate in Derby verbringen, wo auch die Rolls-Royce Zentrale ist. Daher ist es besonders wichtig zu sehen, wie in England gearbeitet wird, und die Kollegen vor Ort kennenzulernen.

Es gab für mich und die anderen Commercial Graudates außerdem die Möglichkeit, sich für einen weiteren Auslandsaufenthalt zu bewerben, zum Beispiel in Amerika oder Asien. Ich habe mich für Singapur entschieden und arbeite momentan für insgesamt vier Monate hier. Hinzu kommt, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, sektorübergreifend zu arbeiten. Das heißt, obwohl mein Programm auf Civil Aerospace spezialisiert ist, bin ich in Singapur Teil des Commercial Teams von Marine. Besonders interessant ist es, die Unterschiede zwischen Standorten kennenzulernen, ein Netzwerk von Kollegen auf der ganzen Welt aufzubauen und Kunden aus verschiedenen Ländern und Kulturen zu betreuen.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Die Arbeitszeiten bei Rolls-Royce sind sehr flexibel und die Work-Life-Balance sehr gut. Im Schnitt komme ich auf 40 Stunden die Woche. Falls einige Wochen mal etwas mehr zu tun ist, steht es einem frei, dies in anderen Wochen wieder auszugleichen. Man hat außerdem die Möglichkeit, nach Absprache Home-Office zu machen. Pro Jahr stehen einem 30 Urlaubstage zu.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Rolls-Royce?

Als Graduate bei Rolls-Royce ist man direkt Teil von einer sehr gut funktionierenden Gemeinschaft, da die Trainees in regem Austausch miteinander stehen und auch privat viel unternehmen. Generell wurde ich aber auch in jedem Team, in dem ich gearbeitet habe, sehr nett empfangen und von Anfang an als wertvolles Mitglied geschätzt. Es gibt auch zahlreiche Initiativen, durch die man Kollegen aus anderen Bereichen oder Abteilungen kennenlernen kann, zum Beispiel indem man sich in verschiedenen Projekten engagiert. Alle Mitarbeiter im Unternehmen duzen sich, was den Umgang miteinander eher informell und sehr angenehm macht.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt?

Das Trainee-Gehalt ist überdurchschnittlich hoch und ich bin sehr zufrieden damit. Rolls-Royce bietet außerdem ein breites Spektrum an weiteren Benefits wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksamen Leistungen und Aktiensparplänen.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms bei Rolls-Royce befristet?

Der Arbeitsvertrag ist nicht auf die Dauer des Trainee-Programms befristet. Bei der Suche nach einem geeigneten Job nach dem Trainee-Programm werden die Wünsche des Graduates miteinbezogen. So steht es auch allen Trainees frei, sich auf offene Stellen im Unternehmen zu bewerben.

Was war (bisher) dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Mein persönliches Highlight war, dass ich nach nur sechs Monaten im Unternehmen einen wichtigen Kunden getroffen habe und an einer Vertragsverhandlung beteiligt war. Ich durfte die Verhandlung vorbereiten und auch aktiv daran teilnehmen. Natürlich hat ein Kollege mich hierbei unterstützt, aber ich habe selber viel Verantwortung getragen und enorm viel dabei gelernt.

Wie geht es für dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Rolls-Royce weiter?

Im Anschluss an das Trainee-Programm werde ich weiter bei Rolls-Royce in einem der Teams arbeiten, in dem ich eine meiner Stationen absolviert habe. Es wurde mit mir zusammen diskutiert, welche Möglichkeiten es für mich gibt, und ich freue mich sehr auf die herausfordernde und spannende Stelle, die mich nach dem Programm erwartet.


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