Erfahrung als Trainee bei Rolls-Royce: Insider-Interview

Erfahrung als Trainee bei Rolls-Royce: Insider-Interview

Christoph Scheibl (26) hat Luft- und Raumfahrttechnik an der TU München studiert. Nach seinem erfolgreichen Abschluss gelang ihm der Berufseinstieg als Trainee bei Rolls-Royce über das Professional Excellence Engineering Development Programme. Im Interview mit Trainee-Geflüster.de berichtet Christoph über das Auswahlverfahren, den Aufbau des Trainee-Programms und die Karriere-Perspektiven bei Rolls-Royce.

Hallo Christoph, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle bei Rolls-Royce ab?

Ich habe mich auf der Karriereseite von Rolls-Royce mit Lebenslauf, Zeugnissen und einem Motivationsschreiben in deutscher und englischer Sprache beworben. Da ich anscheinend alle Anforderungen erfüllt hatte, wurde ich per E-Mail zum Assessment Center eingeladen. Parallel dazu erhielt ich einen kurzen Ablauf sowie Fragen, die gestellt werden könnten.

Für das Assessment Center wurde ein ganzer Tag eingeplant. Die Gruppe der Teilnehmer war angenehm klein, sodass sich schnell ein lockeres Miteinander und eine angenehme Stimmung eingestellt haben. Der Tag wurde in drei verschiedene Themenblöcke unterteilt. Beim gemeinsamen Mittagessen mit den Assessoren bot sich die Gelegenheit zum Austausch. Die finale Zusage kam dann bereits einen Tag nach dem Assessment Center.

Welche Tipps kannst du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess noch vor sich haben?

Ich denke, dass das „Gesamtpaket“ des Bewerbers stimmte sollte. Kommunikationsstärke und Lernbereitschaft sind mindestens genauso wichtig für den Trainee wie die technischen Fähigkeiten. Wer es schafft, die Assessoren davon zu überzeugen, dass man dieses Gesamtpaket mitbringt, hat meiner Meinung nach gute Chancen. Noch ein kleiner Tipp am Rande: Versucht nicht, euch während des Assessment Centers zu verstellen. Ein authentischer und ehrlicher Auftritt überzeugt immer noch am meisten.

Wie war der grobe Ablauf deines Trainee-Programms bei Rolls-Royce?

Mein Trainee-Programm dauerte 18 Monate. Während dieser Zeit war ich als Trainee in verschiedenen Abteilungen für circa je vier Monate tätig. Die Gestaltung des Programms erfolgt für jeden Trainee individuell, das heißt, die Einsatzgebiete können individuell selbst gewählt werden. Um eine sinnvolle Kombination von Einsatzgebieten zusammenstellen zu können, standen mir ein Berater (Graduate Development Consultant – GDC) für die persönliche Entwicklung und ein Career Coach (Senior Manager innerhalb des Geschäftsbereichs) zur Seite. In regelmäßigen Abständen erfolgten mit ihnen Absprachen über die bisherigen Erfahrungen.

Zudem wurden Bereiche definiert, in denen für mich persönlich eine Weiterentwicklung sinnvoll gewesen ist. So konnte ich Attachments auswählen, bei denen technische Herausforderungen genauso auf mich warteten, wie Koordinationsaufgaben oder Erfahrung im Test und der Hardware. Mein Ziel war es, einen möglichst breiten Einblick in die Triebwerksherstellung und den Betrieb zu erhalten. Ich habe das vielfältige Angebot von Schulungen zu technischen Inhalten oder Methodentrainings genutzt, um mich fortzubilden und weiterzuentwickeln.

Welche Erfahrungen hast du während deines Auslandsaufenthaltes im Trainee-Programm sammeln können?

Ich hatte die Möglichkeit, ein viermonatiges Attachment in Bristol (UK) zu verbringen. Zusammen mit drei englischen Trainees haben wir ein Gruppenprojekt verantwortet. Das war für mich die ideale Möglichkeit, einen anderen Standort und einen anderen Geschäftsbereich und auch eine neue Kultur kennenzulernen.

Wie sind bei Rolls-Royce die Einarbeitung, die Betreuung und das Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Zu Beginn eines Attachments werden Zielvereinbarungen getroffen, die am Ende bewertet werden. Diese bilden die Grundlage für die nun folgenden Gespräche mit dem GDC und Career Coach, um Entwicklungspotentiale zu definieren und den nächsten Aufgabenbereich auszuwählen.

„Training-off-the-job“ vs. „Training-on-the-job“ – Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Bei Rolls-Royce wird sehr stark auf Praxisbezug geachtet. Daher ist die Fähigkeit, „on the fly“ zu lernen, für einen Trainee sehr wichtig. Man hat die Möglichkeit, sofort an spannenden Triebwerksprojekten mitzuarbeiten und täglich von erfahrenen Spezialisten zu lernen.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Der Alltag gestaltet sich je nach Abteilung sehr unterschiedlich. Um Beispiele zu nennen, habe ich bei der Auslegung eines modernen Verdichters mitgearbeitet, Servicethemen behandelt und Teile eines Triebwerktests organisiert. So konnte ich mein technisches Spezialwissen durch Methodenkompetenz im Bereich Projektmanagement erweitern.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

In der Woche komme ich auf 39-40 Stunden.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Rolls-Royce?

Während meines Trainee-Programms habe ich hilfreiche Unterstützung von erfahrenen Kollegen erhalten. Der offene Umgang miteinander ermöglichte einen konstruktiven Austausch. Mit meiner offenen und interessierten Art habe ich für mich eine angenehme Arbeitsatmosphäre erlebt.

Wie steht es um das Trainee-Gehalt bei Rolls-Royce?

Das Gehalt eines Trainees bei Rolls-Royce ist absolut in Ordnung, im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen erhält ein Ingenieur-Trainee dasselbe Gehalt wie ein Direkteinsteiger. Zudem übernimmt Rolls-Royce die Kosten für die Unterkunft bei einem Auslandseinsatz und unterstützt den Trainee mit einer Pauschale für den Transport im Gastland.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?  

Ja, die Trainees bei Rolls-Royce erhalten zunächst einen befristeten Arbeitsvertrag, es gibt jedoch spannende Karriereperspektiven.

Was war dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Ich habe Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Meine Highlights waren daher ganz klar die Arbeit an aktuellen Triebwerksprogrammen, das Organisieren und Unterstützen von Triebwerkstests und die Mitarbeit an aktuellen Triebwerksthemen im Bereich Service Engineering. Mein Aufenthalt in Bristol war großartig, da ich viele neue Erfahrungen sammeln und mich persönlich weiterentwickeln konnte.

Wie geht es für dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Rolls-Royce weiter?

Seit dem Abschluss des Trainee-Programms arbeite ich im Bereich Verdichterentwicklung – übrigens eine Abteilung, in der ich bereits während des Trainee-Programms gearbeitet habe. Ich möchte mich technisch weiterentwickeln und mich nach und nach mit dem Gesamtprodukt Triebwerk beschäftigen.

>> Aktuelle Stellenangebote und weitere Infos zum Einstieg als Trainee bei Rolls-Royce

Artikel weiterempfehlen:

Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

Persönliche Empfehlung

Erhöhe deine Chancen bei der Jobsuche.
Beim Karriereportal ABSOLVENTA kannst du Kontaktanfragen von über 5.000 Arbeitgebern erhalten.

  • Kostenlos anmelden
  • Lebenslauf hochladen
  • Jobanfragen erhalten
Kostenloses Profil erstellen

Aktuelle Trainee-Stellen von Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG

zu allen Trainee-Stellen

Weitere Artikel aus dieser Kategorie