Erfahrung als Trainee im Einkauf: Robert Bosch GmbH.

Von Jana Teuber,

Lea Bäumann durchläuft das JMP-Trainee-Programm im Einkauf in der Abteilung Corporate Purchasing und Power Tools. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER verrät sie uns, wie sie an die Stelle kam, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und wie es um ihre Work-Life-Balance bestellt ist.

Hallo Lea, wie lief das Auswahlverfahren für das JMP-Trainee ab?

Meine Bewerbungsunterlagen habe ich Ende Juli über das Bewerberportal abgeschickt. Ich erhielt innerhalb kürzester Zeit eine Einladung zu einem Telefoninterview, welches durch einen externen Dienstleister durchgeführt wurde. In dem Telefonat ging es hauptsächlich um meinen Lebenslauf, meine ersten Erfahrungen mit Führung und meine Auslandserfahrungen, die ich während eines Praktikums in Xi‘an in China gesammelt habe.

Nur wenige Tage später bekam ich die Einladung zum Assessment Center, applicants@bosch. Das anfängliche Unbehagen und die Nervosität verflogen sehr schnell, da die Stimmung beim Assessment Center sehr wertschätzend war und den Bewerbern Zeit zum Austausch und Durchatmen gegeben wurde.

Zudem waren die Aufgaben zwar anspruchsvoll, aber lösbar und die Mitbewerber und Personaler sehr offen und freundlich. Ich kann an dieser Stelle jedem nur empfehlen, sich nicht zu verstellen und authentisch zu bleiben – dies gilt nicht nur für das Assessment Center, sondern für den ganzen Bewerbungsprozess. Außerdem hat es mir an dem Tag sehr geholfen, mich offen mit meinen Mitbewerbern auszutauschen und gemeinsam die Teamaufgaben zu meistern.

Nach einer Einzelfallstudie, einer Selbstpräsentation und einer Gruppendiskussion erhielten wir am Nachmittag Rückmeldung, ob wir in der engeren Auswahl waren und zu einem weiteren Interview bleiben durften. Bewerber, die es nicht in die engere Auswahl geschafft hatten, wurden zu einem Feedbackgespräch gebeten, in dem ihnen die Gründe für diese Entscheidung aufgezeigt wurden.

In meinem Interview am Nachmittag wurden nochmals mein Lebenslauf, mein Auslandspraktikum und meine Motivation für das Junior Managers Programm diskutiert. Zudem bekam ich Feedback, welchen Eindruck ich bei den Beobachtern während der unterschiedlichen Aufgaben am Vormittag gemacht habe.

Nach nur einem Tag bekam ich einen Anruf, um einen Termin für das nächste Interview mit meinem zukünftigen Mentor und der Personalabteilung seitens CP zu vereinbaren. In diesem Gespräch ging es größtenteils um fachliche Themen, meine Masterarbeit, die ich zu dem Zeitpunkt schrieb, und nochmals um Führungserfahrungen, die ich bereits gesammelt habe. Nach dem Gespräch bekam ich von meinem Mentor und der Personalerin positives Feedback und die Rückmeldung, dass ich nun noch eine Hürde zu meistern hätte. Es folgte ein 30-minütiges Gespräch mit Herrn Nowak, dem „President of Corporate Purchasing and Logistic“.

In diesem Gespräch bekam ich direkt die mündliche Zusage und hatte kurz darauf den Arbeitsvertrag in der Post. Der Bewerbungsprozess verlief unglaublich schnell, vom Absenden meiner Bewerbungsunterlagen bis zum Zeitpunkt der Zusage verging gerade einmal ein Monat. Ich hatte während der gesamten Zeit den Eindruck, dass nicht nur ich mich bei Bosch bewerbe, sondern dass sich das Unternehmen auch bei mir „bewirbt“.

Wie ist der grobe Ablauf deines Trainee-Programms bei Bosch?

Während des Bosch Junior Manager Programs sollen in 24 Monaten verschiedene Bereiche des Unternehmens kennengelernt werden. Ich bin als Einkaufs-Trainee organisatorisch bei CP (Corporate Purchasing) aufgehängt, wo auch einer meiner beiden persönlichen Mentoren angesiedelt ist, der mir während des gesamten Programms mit gutem Rat zur Seite steht. Da ich mein Programm im Geschäftsbereich Power Tools durchlaufe, habe ich auch dort einen Mentor, der mich ebenfalls während der gesamten Zeit begleitet, fachlich unterstützt und die Stationsplanung mitgestaltet.

Die einzelnen Stationen dauern zwischen drei und sechs Monaten. Neben verschiedenen Einkaufsabteilungen sind auch eine Station im Ausland sowie ein Funktionswechsel vorgesehen. Bei meinem Einstieg waren bereits die ersten zwei Stationen fest geplant, die restlichen Stationen konnte ich aktiv mitgestallten und meine Vorstellungen und Interessen einbringen. Meine erste Station verbrachte ich im Buyout-Einkauf in Leinfelden. Danach wechselte ich am gleichen Standort in den Projekteinkauf für die blauen Elektrowerkzeuge. Aktuell absolviere ich meine Auslandsstation in Malaysia und arbeite auch hier im Projekteinkauf. Aufgrund der bereits gesammelten Erfahrungen in Leinfelden konnte ich mich hier schnell zurechtfinden und Teilprojekte übernehmen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil des Programms sind die zahlreichen Seminare, die besucht werden können. Dazu gehören zum einen Pflichtseminare je nach Funktionsbereich und zum anderen Seminare, die je nach Interesse selbst ausgesucht werden können.  

Highlights während des Programms sind auch die JMP-Treffen, welche innerhalb der Funktionsbereiche, im internationalem Rahmen und auch fachübergreifend stattfinden. Hier bietet sich immer eine gute Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und zu netzwerken. Meist sind bei den Abendveranstaltungen der Treffen auch Führungskräfte dabei, die tagsüber am Seminar/Workshop beteiligt waren. Es besteht daher auch immer die Möglichkeit, Fragen aller Art loszuwerden und in interessante Diskussionen einzutauchen.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Meine erste Station verbrachte ich im Buyout-Einkauf bei Power Tools. Hier habe ich gleich ein komplettes Projekt von einem Kollegen übernommen und ein weiteres unterstützt. Meine Aufgaben waren daher sehr stark von Projektmanagementtätigkeiten geprägt. Ich habe aber auch Angebote analysiert, Verhandlungen mit vorbereitet und daran teilgenommen. Zudem habe ich die Chance bekommen, den neuen Lieferanten meines Projektes in Bulgarien zu besuchen und mit dem Projektteam eine FMEA durchzuführen.

Meine zweite Station im Projekteinkauf in Leinfelden war hingegen um einiges technischer geprägt, da es darum ging, Ratiopotenziale für ein vor Ort gefertigtes Produkt zu identifizieren. Hier organisierte ich Workshops mit der Fertigung, ging mit Lieferanten in technische Diskussionen und trieb die Umsetzung der Ergebnisse voran. Zudem hatte ich in dieser Station auch die Möglichkeit, kreativ tätig zu werden, da ich eine Systematik zur Kalkulation und Bewertung von Verpackungspreisen entwickeln sollte. In diesem Zuge stand ich in engem Austausch mit den Werken in Mexicali und West Memphis und durfte zur Datenaufnahme und -analyse auch eine Geschäftsreise dorthin unternehmen.

Meine Auslandsstation verbringe ich aktuell wieder im Projekteinkauf und betreue fünf lokale Ratioprojekte in Penang, Malaysia. Die Projekte hier sind jedoch schon um einiges weiter fortgeschritten als die in Leinfelden, weshalb meine Aufgaben sich hier eher um Musterbeschaffung und -qualifikation, Tests und Freigaben drehen.

Neben dem Berufsalltag habe ich mich auch in einigen Projekten des Kinderhilfsvereins Primavera e.V. engagiert, der von Bosch-Mitarbeitern gegründet und auch immer noch getragen wird. Ich habe beispielsweise mit anderen JMP-Kollegen den Primavera Kalender 2017 designt, vermarketet und an meinem Standort verkauft. Zudem habe ich bei dem Frühjahrskonzert des Bosch Jazz-Orchesters unterstützt und ein zweitägiges Jazzkonzert an Weihnachten organisiert. Die Erlöse aus allen Aktivitäten kommen zu 100 Prozent den von Primavera unterstützten Projekten zu Gute. Das freiwillige Engagement macht nicht nur Spaß, weil man damit etwas Gutes tun kann, sondern auch weil die Zusammenarbeit von JMP’lern extrem effizient ist, sich jeder bestmöglich einsetzt und auch der gemeinsame Spaß nicht zu kurz kommt.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Meine reguläre Arbeitszeit in der Woche umfasst 40 Stunden, die ich mir selber einteilen kann. Dies ging bisher in jeder Station problemlos. Klar gibt es stressigere Zeiten, in denen ich länger im Büro bleibe, dafür kann ich dann an ruhigeren Tagen früher gehen. Zudem komme ich gerne früh morgens und gehe dementsprechend auch früher – so kann ich noch ein paar Stunden am Tag beim Sport oder mit Freunden genießen. Auch das kann jeder handhaben, wie er möchte. Da mir der Sport hilft, die Arbeit für ein paar Stunden zu vergessen und zu entspannen, nehme ich mir dafür konsequent mindestens zweimal die Woche Zeit, auch in stressigen Projektphasen.

Neben dem Sport gehe ich sehr gerne die Welt erkunden. Mit dem Jahresurlaub und ein paar Gleitzeitstunden lassen sich so tolle Urlaube unternehmen. In meiner aktuellen Station in Malaysia kann ich so beispielsweise an Freitagen früher gehen, um einen Flug nach Singapur, Kambodscha oder Bangkok zu nehmen und zwei volle Tage mit Sightseeing zu genießen.

Generell kann ich sagen, dass alle meine Chefs bisher sehr darauf geachtet haben, dass ich meinen Urlaub regelmäßig beanspruche und eine ausgeglichene Work-Life-Balance habe. Dennoch gehört auch hier eine gewisse Selbstdisziplin dazu und jeder muss für seine eigene Ausgeglichenheit sorgen und sollte wissen, wie er in stressigen Phasen entspannen und abschalten kann.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Bosch?

Die Arbeitsatmosphäre war bisher in allen Abteilungen sehr offen, herzlich und freundschaftlich. Dass die Firma Bosch großen Wert auf die Wertschätzung ihrer Mitarbeiter legt, habe ich bereits in China erfahren. Dies hat mich hauptsächlich dazu bewogen, mich für den Berufseinstieg als Trainee bei Bosch zu bewerben.

Ich habe bisher in jeder Station ein umfassendes Netzwerk an Kollegen aufgebaut, zu denen ich auch nach Stationsende regelmäßig Kontakt halte – dies gilt auch für meine Chefs. Auch unter Trainee-Kollegen haben sich bei JMP-Treffen, Primavera-Aktivitäten und Seminaren Freundschaften entwickelt, die über den geschäftlichen Alltag hinausgehen. Zudem gibt es im Raum Stuttgart ein großes und recht aktives Netzwerk an Trainees, die abends ab und an etwas unternehmen. Die Kontakte sind so eng, dass wir uns auch während unserer Auslandsstation gegenseitig besuchen und die neuen Kulturen gemeinsam erkunden.

Ein weiterer Vorteil dieser offenen Arbeitsatmosphäre ist, dass ich bereits in jeder Station durch mein Netzwerk aus Trainees und ehemaligen Kollegen, Aufgaben schneller und effektiver sowie Probleme effizienter bearbeiten konnte, da ich auf zahlreiche Wissensbereiche zugreifen kann.

Dein Fazit über das Bosch Junior Managers Program?

Ich bin mit meiner Entscheidung, mich auf zwei spannende Jahre voller neuer Erfahrungen und Herausforderungen eingelassen zu haben, immer noch so glücklich wie zu Beginn des Programms. Mir wurde in jeder Station ein großer Vertrauensvorsprung gewährt, sodass ich mich bei anspruchsvollen Aufgaben behaupten und Verantwortung für meine Ergebnisse übernehmen konnte. Dies fördert das Vertrauen in das eigene Können ungemein und ich trete daher heute in ersten Meetings in einer neuen Station viel selbstbewusster gegenüber erfahrenen Kollegen auf als zu Beginn des Programms.

Neben den spannenden und herausfordernden Aufgaben sprechen natürlich das leistungsgerechte Gehalt und der unbefristete Arbeitsvertrag, den man von Beginn an erhält, für sich.

Ein weiterer Vorteil des Programms ist die Vielseitigkeit der Bereiche, Funktionen und Aufgaben, mit denen man in Berührung kommt. Durch die zahlreichen Einblicke bekommt man ein gutes Gespür dafür, wo es nach dem Programm hingehen soll und man kann die Suche nach einer Planstelle aktiv mitgestalten. Diese steht zu Beginn des Programms nicht fest und soll vom JMP aktiv gefunden werden. So wird sichergestellt, dass jeder JMP'ler seine Interessen, sein Können und seine Erfahrung optimal einbringen und die ideale Stelle finden kann.

Als letztes möchte ich noch die intensive Betreuung durch meine Mentoren hervorheben, die einen bei jeglichen Fragen beraten, immer ein offenes Ohr haben und die persönliche Entwicklung vorantreiben. Offene Feedbacks mit meinen Mentoren und Vorgesetzten nach oder auch während den einzelnen Stationen helfen zudem, mein Eigenbild und das Fremdbild des Vorgesetzten / Mentors abzugleichen und so eine stetige Entwicklung voranzutreiben. Besser hätte der Einstieg ins Berufsleben für mich nicht laufen können.


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