Erfahrung als JPM-Trainee im Bereich Forschung & Entwicklung: Robert Bosch GmbH.

Von Jana Teuber,

Franziska Burek absolviert das zweijährige Trainee „Junior Managers Program“ im Bereich Forschung & Entwicklung in der Abteilung Corporate Research bei der Robert Bosch GmbH. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER spricht sie über das Auswahlverfahren, verrät den Ablauf des Trainee-Programms und gibt Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

Hallo Franziska, wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle im Bereich Forschung & Entwicklung bei Bosch ab?

Meine Bewerbungsunterlagen schickte ich über das Bosch-Bewerberportal. Die Reaktionszeit war rekordverdächtig: Nach nur zwei Stunden kam der Rückruf zur Vereinbarung eines Termins für ein Telefoninterview. Am Telefon sprach ich mit einer sympathischen Mitarbeiterin über meinen Lebenslauf, die persönlichen Highlights daraus und meine persönlichen Vorstellungen sowie Erfahrungen zum Thema Führung. Dabei konnte ich auf viele Situationen aus meiner Doktorandenzeit zurückgreifen, während der ich etliche studentische Abschlussarbeiten betreut, erste Führungserfahrung sammeln und die eine oder andere herausfordernde Situation diesbezüglich meistern konnte.

Wenige Tage später wurde ich zum Assessment Center eingeladen. Das anfängliche Unbehagen stellte sich als unbegründet heraus: Die Aufgaben waren herausfordernd, aber lösbar, und die Personaler, Beobachter und Mitbewerber sehr nett. Anders als in den Geschichten, die ich bereits über Assessment Center gehört habe, war die Atmosphäre wertschätzend und angenehm. Nach der Selbstpräsentation, einer Einzelarbeit und einer beobachteten Diskussion in der Bewerbergruppe erhielt ich positives Feedback und die Einladung zum Interview, während andere Mitbewerber in einem Feedbackgespräch erfuhren, warum sie nicht in die engere Auswahl kamen. Im Interview wurden nochmals ausführlich mein Lebenslauf, meine bisherigen Erfahrungen mit Führung und meine Motivation für das „Junior Managers Program“ diskutiert.

Wiederum wenige Tage später wurde mir telefonisch mitgeteilt, dass ich auch diese Hürde erfolgreich gemeistert habe, und ich wurde zum Gespräch mit meinem zukünftigen Mentor und der Personalabteilung seines Standortes eingeladen. Hierbei fand eine hauptsächlich fachliche Diskussion über meinen Werdegang und Ergebnisse vergangener Forschungsarbeiten in angenehmer Atmosphäre statt. Danach bekam ich direkt die mündliche Zusage und hatte kurz darauf den Arbeitsvertrag in der Post.

Wie lange hat der Bewerbungsprozess gedauert und hast du Tipps für andere Bewerber?

Alles in allem hat der Bewerberprozess von der Bewerbung bis zur Zusage gute zwei Monate gedauert. Ich kann vor allem empfehlen, bei dem Assessment Center und in den Vorstellungsgesprächen authentisch zu sein und sich nicht zu verstellen. Die Aufgaben im Assessment Center sind vor allem mit unternehmerischem Denken und pragmatischer Herangehensweise zu lösen, die fachliche Komponente zählt hierbei nur sekundär. Ansonsten hilft es ungemein, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein, diese ehrlich und reflektiert anzusprechen und die Begeisterung für das Programm und das Unternehmen Bosch offen zu zeigen.

Wie ist der grobe Ablauf deines „Junior Managers Program“ bei Bosch?

Während des Bosch JMP-Programms sollen in 24 Monaten verschiedene Bereiche des Unternehmens kennengelernt werden. Der persönliche Mentor im Heimatbereich, in meinem Fall ein Bereichsleiter in der Zentralen Forschung, steht mir während des gesamten Programms mit gutem Rat zur Seite. Die einzelnen Stationen dauern zwischen drei und sechs Monaten. Dabei sind eine Station im Ausland sowie ein Funktionswechsel obligatorisch. Die Ausbildung findet demnach an verschiedenen Standorten statt. Allerdings wird sie nur teilweise vorgegeben und soll natürlich auch durch den Trainee selbst und seine Vorstellungen aktiv mitgestaltet werden. Ein Curriculum an Pflichtseminaren, wie beispielsweise der Führungsworkshop, kann durch selbst ausgesuchte Seminare ergänzt werden. Highlights während des Programmes sind die JMP-Treffen, welche auch zum Teil international und fachübergreifend sind und daher gute Möglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen und Networking bieten. Privat organisierte Treffen sowie die Möglichkeit, an Ausflügen teilzunehmen, führen innerhalb der Trainee-Community zu einem festen Zusammenhalt und guten Freundschaften.

Der persönliche Mentor, ein leitender Angestellter aus dem Heimatbereich, steht während des gesamten Programms und oft auch darüber hinaus als Ansprechpartner zur Verfügung. In der Regel finden halb- bis vierteljährige Treffen statt, in denen über die weitere Gestaltung des Programmes diskutiert wird, aber auch Raum für persönliche Fragen und Probleme besteht. Zu meinem Mentor habe ich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis und positive wie negative Punkte können beidseitig offen angesprochen werden. Während der Stationen erfolgt die Betreuung durch einen Vorgesetzten in der jeweiligen Abteilung, der allerdings auch engen Kontakt mit Mentor und Business Partnern der Personalabteilung sowie des Heimatbereiches hält.

Das Wichtigste während des Trainee-Programmes ist meines Erachtens, sich kontinuierlich aktiv Feedback einzuholen: sowohl von Vorgesetzten als auch von Kollegen, mit denen eine regelmäßige Zusammenarbeit stattfindet. Dies hilft bei der Selbstreflektion und deckt eventuelle Probleme frühzeitig auf. Typisch für Bosch ist dabei ein sehr offener und vertrauensvoller Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen, der viel Lob und Wertschätzung enthält, aber auch Kritik konstruktiv einbringt. Dies fördert die persönliche Entwicklung enorm und ist neben den Seminaren meiner Meinung nach der wichtigste Teil des Programmes. Durch die regelmäßigen Abteilungswechsel können verschiedene Führungsstile am eigenen Leib erlebt werden, was eine regelmäßige Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung zum Thema Führung fördert und inspiriert.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Das Verhältnis von Theorie und Praxis ist zumindest in meinem Bereich, der Forschung und Entwicklung, sehr ausgeglichen. Neben spannenden Projektaufgaben, die eine intensive Einarbeitung erfordern, werden wir Trainees auch in das Alltagsgeschäft eingebunden. So arbeitete ich während meiner Station in der Zentralen Forschung einerseits an einem eigenen kleinen Forschungsprojekt und experimentierte viel. Andererseits half ich bei der Neueinrichtung des Forschungslabors, betreute Handwerker, schrieb Arbeitsanweisungen und räumte auch selbst kräftig Messinstrumente umher. Darüber hinaus baute ich den Kontakt zur amerikanischen Bosch-Forschungseinheit in Palo Alto aus, besuchte die Kollegen vor Ort, organisierte einen Gegenbesuch im neuen Renninger Forschungscampus und hielt im Rahmen regelmäßiger Telefonkonferenzen einen engen Wissensaustausch aufrecht. Daher werde ich auch meine Auslandsstation bei den Kollegen in Palo Alto verbringen und meine Forschungsarbeiten aus der ersten Station dort vertiefen.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Meine Arbeitszeiten konnte ich bisher in jeder Station flexibel gestalten. Als Frühaufsteher starte ich gerne früh und verabschiede mich auch entsprechend früher in den Feierabend. Meine reguläre Arbeitswoche umfasst 40 Stunden. Natürlich gibt es Zeiten, in denen Projekte in einer spannenden Phase stecken – dann häufen sich schnell Überstunden an. Allerdings können diese in ruhigeren Phasen auch im Rahmen von Gleitzeit wieder abgebaut werden. Außerdem sind wir angehalten, unseren Urlaub regelmäßig und vollständig zu beanspruchen. Für meine Hobbies, Laufen und Mountainbike, nehme ich mir auch in stressigen Phasen konsequent Zeit. Beim Sport in der Natur erhole ich mich und werde kreativ. Davon profitiert wiederum mein Berufsleben enorm. Die Ideen, welche zu großen Fortschritten bei der Arbeit führten, kamen mir oft beim Sport. Auch Bücher inspirieren mich, weshalb ich die ohnehin notwendige Anfahrtszeit zur Arbeit täglich zum Lesen nutze. Wichtig sind bei der Work-Life-Balance ein gutes Zeitmanagement, eine gewisse Selbstdisziplin und die meines Erachtens für (zukünftige) Führungskräfte wichtigste Fähigkeit: sich selbst gut zu führen und für die eigene Ausgeglichenheit zu sorgen.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen?

Die Arbeitsatmosphäre war bis jetzt in allen besuchten Abteilungen sehr kollegial und freundschaftlich. Dass die Firma Bosch großen Wert auf die Wertschätzung ihrer Mitarbeiter legt, hat mich bereits vorab dazu bewogen, sie als meinen Arbeitgeber zu wählen. Da dies auch überall aktiv gelebt wird, fühle ich mich in der Richtigkeit meiner Entscheidung täglich bestätigt. In jeder Station habe ich ein umfassendes Netzwerk an Kollegen aufgebaut, zu denen ich auch nach Stationsende regelmäßig Kontakt halte. Auch zu meinen Trainee-Kollegen pflege ich im Rahmen dienstlicher und privater Treffen sowie Kursen und Seminaren engen Kontakt. Darüber hinaus hat sich auch nach nur einem Jahr die eine oder andere Freundschaft gebildet, die auch über das Geschäftsleben heraus geht.

Dein Fazit über das Bosch „Junior Managers Program“?

Ich bin mit meiner Entscheidung für das Bosch Trainee-Programm immer noch so glücklich wie am ersten Tag. Ich werde durch herausfordernde Aufgaben und intensive Betreuung sehr stark in meiner persönlichen Entwicklung gefördert und kann nun nach nur einem Jahr bereits viele positive Veränderungen in meinem beruflichen Auftreten erkennen. Positiv hervorzuheben ist auch das leistungsgerechte Gehalt und die Tatsache, dass mit dem JMP bereits von Beginn an ein unbefristeter Arbeitsvertrag besteht. Dies spiegelt die Wertschätzung des Unternehmens Bosch wieder und sorgt seitens uns Trainees für Vertrauen, Planungssicherheit und damit für eine enge und loyale Bindung an die Firma.

Vorteilhaft im Programm ist auch die Möglichkeit, verschiedene Bereiche zu sehen, bevor man sich auf eine Planstelle festlegt. Da ich alle Aufgaben unvoreingenommen und offen angegangen bin, habe ich auch schon Spaß und Faszination an Dingen gefunden, die ich sonst eher nicht für interessant erachtet hätte. Ich habe sozusagen neue Seiten an mir entdeckt. Von meinem großen Netzwerk und dem guten Verhältnis zu den Vorgesetzten und Kollegen in meinen früheren Stationen werde ich noch lange profitieren. Idealer hätte ich mir den Einstieg in eine Firma nach Studium und Doktorarbeit nicht vorstellen können.

Besonderen Spaß macht mir auch das gemeinsame Engagement für den von Bosch-Mitarbeitern gegründeten und getragenen Kinderhilfsverein Primavera e. V.: Im Rahmen dessen habe ich bereits mit anderen JMP-Kollegen in der Mittagspause Kalender und Sachspenden verkauft und ein zweitägiges Jazzkonzert an Weihnachten organisiert, dessen Erlös gespendet wurde. Das freiwillige Engagement macht nicht nur Spaß, weil man damit etwas Gutes tun kann, sondern auch, weil es durch die Zusammenarbeit von JMP’lern extrem effizient ist, sich jeder bestmöglich einsetzt und der gemeinsame Spaß nicht zu kurz kommt.


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