Erfahrung als JMP-Trainee im Bereich Fertigung: Robert Bosch GmbH.

Von Noemi Haderlein,

Benedikt Zimmermann hat nach seinem Studium den Berufseinstieg als Trainee bei der Robert Bosch GmbH geschafft. Heute ist er im Junior Managers Program im Funktionsbereich Fertigung tätig. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER gibt er Einblicke in seine Erfahrungen als Bewerber sowie in seinen Arbeitsalltag und spricht über Themen wie Gehalt, Arbeitsvertrag und Zukunftsperspektiven bei Bosch.

Hallo Benedikt, wie lief das Auswahlverfahren für deine Trainee-Stelle bei Bosch ab?

Das Auswahlverfahren für das Junior Managers Program gliedert sich grob in vier Schritte. Zu Beginn habe ich meine Bewerbungsunterlagen auf dem Online-Karriere-Portal von Bosch hochgeladen. Bereits wenige Tage später wurde ich zu einem Telefoninterview eingeladen. Das Interview fand kurz darauf statt und war sehr angenehm, woraufhin ich zum Assessment Center eingeladen wurde.

Das Assessment Center findet in der Robert Bosch Zentrale nahe Stuttgart statt und dauert einen Tag. Im Rahmen einer vorgegebenen Fallstudie werden Fragestellungen aus den entsprechenden Bereichen erarbeitet und vorgestellt. Auch eine Selbstpräsentation, auf die man sich vorbereiten kann, ist Teil des Auswahltages. Nachmittags folgt eine Gruppendiskussion zur Fallstudie mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Funktionsbereichen. Die Diskussion verlief in unserem Falle äußerst professionell und zielführend und war daher ein Highlight auf meinem Auswahltag. Den Abschluss des ACs bildete ein Interview. Die gesamte Atmosphäre des Assessment Centers habe ich als sehr wertschätzend und angenehm empfunden. Das Programm wird durch Vorträge über die Robert Bosch GmbH und Kontaktgespräche mit aktuellen Trainees sehr abwechslungsreich gestaltet.

Bekommt man nach dem Auswahltag eine positive Rückmeldung, steht der letzte Schritt im Auswahlverfahren bevor: Das Interview mit einem zukünftigen Mentor, welches bei mir circa zwei Stunden gedauert hat. Noch am selben Abend bekam ich eine mündliche Zusage, der Vertrag folgte wenig später. Insgesamt hat der Bewerbungsprozess damit circa sechs Wochen gedauert.

Welche Tipps kannst du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess noch vor sich haben?

Zuerst sollten sich potenzielle Bewerber über die eigene Motivation für eine zukünftige Führungsverantwortung klar werden, da diese Motivation essenzieller Bestandteil des Auswahlverfahrens ist. Weiterhin sollten sich die persönlichen Zielvorstellungen mit den Rahmenbedingungen des Programms decken. Für den Auswahltag sind ein authentisches Auftreten und eine Identifikation mit den Bosch-Werten die ideale Voraussetzung. Auch für das Interview mit dem potenziellen Mentor ist es wichtig, seine Ziele, aber auch die Möglichkeiten und Herausforderungen eines Trainee-Programms bei Bosch klar vor Augen zu haben.

Wie ist der grobe Ablauf deines Trainee-Programms bei Bosch?

Das Programm wird von der Zentrale der Robert Bosch GmbH organisiert und dauert 24 Monate, wobei eine Verkürzung in Absprache mit den Verantwortlichen möglich ist. Innerhalb dieser Zeit werden verschiedene Standorte, Abteilungen und Bereiche mit Zeiträumen von circa vier bis sechs Monaten durchlaufen. Hier wird man aktiv ins Tagesgeschäft eingebunden und betreut eigene Projekte, welche im Vorhinein mit dem Fachvorgesetzten und in meinem Fall mit dem Mentor festgelegt werden. Der Rotationsplan wird je nach Mentor unter Berücksichtigung eigener Interessen und Ziele gemeinsam mit Unterstützung eines Personalverantwortlichen aus dem Geschäftsbereich gestaltet, sodass ein „roter Faden“ eingehalten wird. Essenziell ist ein Auslandsaufenthalt, welcher für mich vorrausichtlich in den USA stattfinden wird.

Als JMP-Trainee erhält man ein eigenes Budget, welches sowohl für Pflichtschulungen als auch für frei wählbare Seminare verwendet werden kann. Weiterhin gibt es im Laufe des Programms zahlreiche Treffen mit anderen Trainees aus anderen Funktionsbereichen. Die Community der Trainees ist groß, so gibt es beispielsweise an vielen Standorten regelmäßige Mittagessen zusammen, sodass auch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommt.

Wie sind Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Im Junior Managers Program wird man von Beginn an von einem Mentor der höheren Führungsebene begleitet, welcher bei der Stationsplanung unterstützt und auch im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung als Berater tätig ist. Aktuell betreue ich ein Projekt im Bereich Industrie 4.0, bei welchem ich mich auch zusätzlich auf fachlicher Ebene mit meinem Mentor regelmäßig austauschen kann.

Auf den einzelnen Stationen wird man in der Regel vom Fachvorgesetzten betreut und in die Abteilung und Tätigkeiten eingeführt. In regelmäßigen Feedbackgesprächen werden Projektfortschritte und Aufgaben besprochen und auch Hinweise zur persönlichen Weiterentwicklung thematisiert. Mit meinen Fachvorgesetzten habe ich noch immer ein gutes Verhältnis und kann sie zu fachlichen und bisweilen auch schwierigen Themen kontaktieren.

Weiterhin gibt es eine zusätzliche Betreuung von der verantwortlichen Personalabteilung auf der Schillerhöhe, welche einem wertvolle Rückmeldungen zu den eigenen Stärken, aber auch zukünftigen Entwicklungspotenzialen gibt und auch bei organisatorischen Fragen mit Rat und Tat zur Seite steht.

„Training-off-the-job“ vs. „Training-on-the-job“ – Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Ein Schwerpunkt des Trainee-Programms liegt auf dem direkten Training innerhalb der Stationen. Hier hat man aufgrund der Projekte häufig auch mit anderen Abteilungen und Bereichen zu tun, was den Blick auch über den eigenen Funktionsbereich hinaus erweitert.

Off-the-Job werden Pflichtveranstaltungen, wie beispielsweise funktionsspezifische Seminare, aber auch Führungsworkshops und interkulturelle Trainings angeboten, was eine gute Ergänzung zu den Stationen darstellt. Weiterhin kann aus einem Katalog an Schulungen und Seminaren ausgewählt werden, um gezielt Kompetenzen in Verhandlungstechniken oder Projektmanagement zu erwerben.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag?

Als JMP-Trainee sind die Themen im Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich und vielschichtig und bestehen aus einer gesunden Mischung aus Tagesgeschäft und Projekten. Durch das Trainee-Programm werden einem viele Türen geöffnet und man bekommt schnell Kontakt zu interessanten Themen aus unterschiedlichen Bereichen.

So habe ich unter anderem auf einer meiner Stationen eine Fertigungslinie betreut und die Anlaufplanung neuer Komponenten im Tagesgeschäft mitgestaltet, aber auch Optimierungsmaßnahmen umgesetzt. Derzeit implementiere ich mit der Unterstützung einer Bachelorandin ein digitales Shopfloor-Management-System in verschiedenen Bereichen eines Werkes. Hierbei muss ich sowohl die Übersicht über das gesamte Projekt als auch den Blick für kritische Details und technische Besonderheiten behalten.

Da im Trainee-Programm bei Bosch auch ein Auslandsaufenthalt vorgesehen ist: Welche Erwartungen hast du an diesen?

In meinem Auslandsaufenthalt werde ich ein halbes Jahr in Charleston, South Carolina in einem Automotive-Werk verbringen.

Ich blicke dem Aufenthalt in den USA aus mehreren Gründen gespannt entgegen. Einerseits, weil mich eine fachliche Herausforderung in einer für mich bisher fremden Sparte von Bosch, dem Automotive-Bereich, erwartet. Andererseits ist die USA das sprichwörtliche Land der unbegrenzten Möglichkeiten, weswegen ich mich in interkulturellen Trainings auf die Gepflogenheiten vor Ort vorbereiten will. Nicht zuletzt freue ich mich natürlich auch sehr darauf, den Osten der USA mit meinem Rucksack zu erkunden.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst du pro Woche?

Die vertragliche Arbeitszeit beträgt wöchentlich wahlweise 35, 38 oder 40 Stunden. Ich habe mich für den 40-Stunden-Vertrag entschieden. Gerade zu Beginn einer Station verbringt man viel Zeit damit, sich in die Themen und angrenzende Abteilungen einzuarbeiten, weswegen es dann tendenziell etwas mehr wird. Auch gegen Ende der Station können die Abende manchmal etwas länger werden. Im Schnitt ist die Arbeitszeit sowohl stark vom Umfang der Projekte und Aufgaben der aktuellen Station als auch von der persönlichen Einstellung abhängig.

Die aufgelaufenen Stunden können natürlich für verlängerte Wochenenden oder Ähnliches genutzt werden und auch die 30 Urlaubstage sprechen für sich und bieten ausreichend Erholung.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Bosch?

Bisher bin ich auf jeder Station sehr gut zurechtgekommen und die Arbeitsatmosphäre war immer von einer freundlichen Zusammenarbeit und einem respektvollen Umgang miteinander geprägt. Auf meinen Stationen gab es meistens eine ansprechende Mischung „alter Hasen“ von denen man sich den einen oder anderen Trick abschauen konnte, und jungen Mitarbeitern, mit denen man schnell – auch privat – auf einer gemeinsamen Ebene war.

Weiterhin werden die Bosch-Werte wie beispielsweise Offenheit und Vertrauen auch wirklich im Unternehmen gelebt. Natürlich gibt es das eine oder andere Mal kritische Diskussionen oder schwierige Themen auf fachlicher Ebene, jedoch stehen die Professionalität und die Ziele immer im Vordergrund.

Der Kontakt zu anderen Trainees ist über regelmäßige offizielle Treffen, aber auch privat organisierte „Stammtische“ ausreichend gegeben und bietet tolle Möglichkeiten zum Netzwerken, auch über die Arbeit hinaus.

Wie steht es mit dem Trainee-Gehalt bei Bosch?

Das Gehalt ist überdurchschnittlich und marktgerecht und auch die gebotenen Benefits, wie beispielsweise Mitarbeiterangebote, sind mehr als angemessen.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Nein, der Vertrag ist von Anfang an unbefristet.

Was war (bisher) dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Mein persönliches Highlight war bisher das internationale JMP-Meeting in Blaichach. Das mehrtägige Treffen mit JMPs aus allen Ecken der Welt bestand aus Vorträgen über aktuelle Themen in- und außerhalb der Bosch-Gruppe, einer Werksführung, Workshops, Forumsdiskussionen und nicht zuletzt Kaminabenden in entspannter Atmosphäre mit hochrangigen Führungskräften. Zusätzlich war die Möglichkeit, sich mit JMPs unterschiedlicher Nationalitäten auszutauschen, eine besondere Erfahrung. Auch der Vortrag des Aufsichtsratsvorsitzenden von Bosch, Herr Franz Fehrenbach, über zukünftige Megatrends und die dadurch notwendig werdende Veränderung der Führungskultur war ein tolles Erlebnis.

Wie geht es für dich persönlich im Anschluss an das Trainee-Programm bei Bosch weiter?

Ich habe noch einige Zeit im Programm vor mir, weswegen ich derzeit noch keine Aussagen über meine Planstelle treffen kann. Es gibt allerdings bereits Tendenzen, in welche Richtung ich mich gerne entwickeln würde, wobei mich auch mein Mentor unterstützt. Ich freue mich aber auch darauf, weitere Bereiche und Tätigkeiten innerhalb der Bosch-Gruppe kennenzulernen. Zum Ende meines Trainee-Programms wird es daher bestimmt auch Optionen geben, die ich bisher noch nicht in Betracht gezogen habe. Ich weiß aber bereits heute, dass ich eine fundierte Entscheidung, wie es für mich bei Bosch nach Abschluss des Programms weitergeht, treffen werde.


Erhalte weitere Informationen zum Unternehmen.

Jetzt mehr erfahren

Erfahrungen von anderen Insidern.