Erfahrung als Trainee: Bankhaus Lampe

Erfahrung als Trainee: Bankhaus Lampe

Hendrik Rademacher (30) hat Business Economics an der Universität Witten/Herdecke und BWL an der Universität Münster studiert. Nach seinem erfolgreichen Abschluss ist er über das Trainee-Programm „Corporate Banking & Wealth Management“ beim Bankhaus Lampe in den Beruf eingestiegen. Heute arbeitet Hendrik dort im Bereich „Private Investoren“, der besonders vermögende Kunden und Family Offices betreut. Im Interview mit TRAINEE-GEFLÜSTER gibt er Einblicke in den Bewerbungsprozess, den Ablauf des Trainee-Programms und die Arbeitsatmosphäre bei dem Traditionshaus.

Hallo Hendrik. Wie hast Du Dich für das Trainee-Programm beworben und wie lief das Auswahlverfahren für die Trainee-Stelle beim Bankhaus Lampe ab?

Ich habe mich per E-Mail bei der zuständigen Personalreferentin beworben. Das Bankhaus Lampe hat dann telefonisch Kontakt zu mir aufgenommen. Danach folgte eine Einladung zu einem ca. einstündigen Vorstellungsgespräch, das jedoch eher einem persönlichen Kennenlernen als einem Fachgespräch entsprach. Anschließend fand dann ein anspruchsvolles halbtägiges Assessment Center mit Interview, Case Study, simuliertem Kundengespräch und einer Gruppenübung statt.

Hervorzuheben ist, dass zusätzlich zu Mitarbeitern aus der Personalabteilung zwei Mitglieder der Erweiterten Geschäftsleitung die ganze Zeit als „Ansprechpartner“ anwesend waren. Dies hat bereits den hohen Stellenwert der Traineeausbildung im Bankhaus Lampe angedeutet, der sich hinterher auch während des gesamten Jahres bewahrheitet hat. Darüber hinaus war die Atmosphäre sehr freundlich.

Von meiner Bewerbung bis zur finalen Zusage durch das Bankhaus Lampe sind nur zwei Monate vergangen. Vielleicht hört sich dies zunächst lange an für jemanden, der sich noch nicht so häufig beworben hat. Man darf aber nicht vergessen, dass dies die Sichtung sämtlicher Bewerbungsunterlagen, zwei Termine – nämlich Vorstellungsgespräch und Assessment Center – und die Auswertung beinhaltet. Auf meine zeitgleich versendeten weiteren Bewerbungen habe ich teilweise erst Monate später eine erste Rückmeldung bzw. Einladung erhalten.

Welche Tipps kannst Du Bewerbern geben, die den Auswahlprozess noch vor sich haben?

Man sollte sich so gut es geht vorab über das Bankhaus Lampe und aktuelle Themen an den Finanzmärkten informieren. Bei der Case Study ist strukturiertes Arbeiten gefragt.

Wie ist der grobe Ablauf Deines Trainee-Programms beim Bankhaus Lampe?

Das Trainee-Programm erstreckt sich über ein Jahr. Die Besonderheit gegenüber den meisten anderen Programmen ist die Job-Rotation – und einer der wesentlichen Gründe, warum ich mich damals für das Bankhaus Lampe entschieden habe.

Insgesamt war ich ca. sechs Monate in Düsseldorf eingesetzt und das andere halbe Jahr in Hamburg, Bonn und Münster. Hamburg ist dabei obligatorisch, da dies ein großer Standort der Bankhaus Lampe Gruppe ist.

Insgesamt ist man innerhalb eines Jahres in zehn (!) verschiedenen Abteilungen und Niederlassungen eingesetzt und lernt die komplette Bank kennen. Dadurch hat man zum einen die Möglichkeit, ein großes Netzwerk in der Bank aufzubauen und zum anderen erhält man die Chance, sich die unterschiedlichen Bereiche anzuschauen und auch für sich selber festzustellen, in welcher Position man nach dem Trainee-Programm arbeiten möchte.

Bei mir war es beispielsweise so, dass ich zu Beginn meines Programms davon ausgegangen bin, dass ich am liebsten im Portfoliomanagement arbeiten wollen würde, da ich ein ausgeprägtes Interesse an Kapitalmarktthemen habe. Nach dem Jahr habe ich aber festgestellt, dass mir die Arbeit mit Kunden ebenfalls sehr viel Spaß macht und ich gerne beides miteinander verbinden würde. Gemeinsam haben wir dann die optimale Stelle für mich gefunden, die beides vereint: Ich arbeite seit Beendigung meiner Traineezeit in unserer Abteilung, die Family Offices und besonders vermögende Kunden betreut.

Gibt es neben der Jobrotation auch Weiterbildungen und Seminare?

Im Laufe des Jahres findet eine Seminarreihe mit vier verschieden Veranstaltungen statt. Themen sind u.a. Persönlichkeitsentwicklung, Etikette und Kommunikation. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass man nicht nur mit den anderen Trainees, sondern auch mit weiteren jungen Kollegen aus der Bank zusammen ist.

Wie sind beim Bankhaus Lampe Einarbeitung, Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Die Einarbeitung erfolgt in aller Regel durch einen oder zwei Ansprechpartner in der jeweiligen Abteilung/Niederlassung. Auf diese kann man auch während der gesamten Zeit zugehen, sofern Fragen auftauchen. Darüber hinaus erhält man eine Art „Ausbildungsplan“ als Leitfaden mit allen Themen, die besprochen bzw. bearbeitet werden sollen. Was sich vielleicht zunächst ein wenig abschreckend anhören mag, hat sich für mich in der Praxis als äußerst hilfreich erwiesen. Man hat eine Orientierungshilfe und weiß, welche Themen in der jeweiligen Abteilung von besonderer Relevanz sind.

Durch die hohe Anzahl der Abteilungen und Niederlassungen, die man in dem einen Jahr durchläuft, hat man dementsprechend auch häufig die Chance, ein Feedback zu bekommen. Daneben gibt es übergeordnet eine Kollegin aus der Personalabteilung, die federführend für die Trainees verantwortlich ist und für alle Themen, die uns Trainees auf dem Herzen lagen, ein offenes Ohr hat. Besonders toll fand ich das Mentoren-Programm: Jeder Trainee bekommt ein Mitglied der Erweiterten Geschäftsleitung als Mentor, mit dem man sich in regelmäßigen Abständen austauscht. Mit meiner Mentorin treffe ich mich auch heute noch zum Mittagessen, sofern es ihr Terminkalender erlaubt.

„Training-off-the-job“ vs. „Training-on-the-job“ – Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Ganz eindeutig: „Training-on-the-job“. Der Fokus liegt ganz klar auf einer praxisnahen Ausbildung, da man das Erlernte auch direkt anwenden muss.

Was sind die wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Arbeitsalltag als Trainee?

Dies ist von Abteilung zu Abteilung sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, welches Vorwissen man mitbringt. Je mehr man sich bereits einbringen kann, desto dankbarer sind die Kollegen. In der Regel arbeitet man nach einer kurzen Einarbeitungsphase im normalen Tagesgeschäft mit. So lernt man auch am schnellsten die jeweiligen Tätigkeitsfelder kennen und kann für sich persönlich feststellen, ob dies eine mögliche Position im Anschluss an das Traineeprogramm darstellt.

Stichwort Work-Life-Balance: Auf wie viele Arbeitsstunden kommst Du pro Woche?

Im Durchschnitt bin ich auf ca. 40 Stunden/Woche gekommen. Dies variiert aber je nach Abteilung, in den Kapitalmarktabteilungen ist es tendenziell etwas mehr.

Wie empfindest Du die Arbeitsatmosphäre beim Bankhaus Lampe?

Ich habe die Atmosphäre in der gesamten Bank als sehr kollegial und offen erlebt. Besonders als Trainee kann man dies sicherlich gut beurteilen, da man in dem Jahr mit so vielen Kollegen wie sonst kaum ein anderer Mitarbeiter der Bank in Kontakt kommt und viele unterschiedliche Teams kennenlernt, die sehr gut miteinander harmonieren.

Vielleicht ist dies der überschaubaren Größe der Bank – ca. 680 Mitarbeiter deutschlandweit – geschuldet oder der geringen Fluktuation an Mitarbeitern. Zumindest unterscheidet uns dies sicherlich von vielen anderen Banken.

Ist der Arbeitsvertrag auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Nein. Man erhält bereits zu Beginn einen unbefristeten Arbeitsvertrag!

Was war Dein persönliches Highlight in der Trainee-Ausbildung?

Die „Oetker-Woche“. In der letzten Woche des Traineeprogramms hatten wir vier Trainees die Chance, noch einmal zusammen ein ganz anderes Unternehmen der Oetker-Gruppe zu sehen. Wir waren für eine Woche bei der Dr. Oetker Nahrungsmittel KG. Im Rahmen eines Trainee-Austauschs haben wir durch Besichtigungen und Fachgespräche gesehen, wie ein Industrieunternehmen funktioniert. Zwei Trainees der Dr. Oetker Nahrungsmittel KG haben sich eine Woche um uns gekümmert und waren im Gegenzug danach auch im Bankhaus Lampe, um sich einen Überblick über das Geschäftsmodell einer Privatbank zu verschaffen. Das war eine tolle Erfahrung und sehr spannend.

>> Alle Infos zum Berufseinstieg als Trainee beim Bankhaus Lampe bietet das Unternehmensprofil

Über den Autor

Luise Koehler
Luise Koehler
Luise schreibt seit 2011 für TRAINEE-GEFLÜSTER und kümmert sich dabei um die Bedürfnisse, Interessen und Fragen junger Berufseinsteiger.

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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