Trainee-Programm in der Politik bei Bündnis90/Grüne

Ein Trainee-Programm der etwas anderen Art bieten Bündnis 90/Die Grünen. Ein Top-Politiker geht Dir zur Hand. Und das bei einem Projekt Deiner Wahl. Ob Du Dich dabei mit Afrikapolitik oder einem Konzept zu einer Freiwilligen-Armee beschäftigen möchtest, bleibt Dir überlassen. Im Frühjahr 2010 bieten die Grünen circa 20 Trainee-Stellen an.

Nicht nur „normale“ Unternehmen bieten Trainee-Stellen an. Auch politische Parteien entwickeln Programme für Trainees, so zum Beispiel das Trainee-Programm von Bündnis 90/Die Grünen. Im Frühjahr 2010 ist es wieder so weit: Nach 2006, 2007 und 2008 startet eine neue Runde.

Grünen-Trainees bekommen ein Jahr lang tiefe Einblicke in die praktische Politik

Das Trainee-Programm bei den Gründen geht über ein Jahr. Feste Bestandteile des Programms sind die Betreuung durch einen Politiker der Grünen, der auf Landes- oder sogar auf Bundesebene aktiv ist, und die Erarbeitung eines eigenen Projektes. Bei dem eigenen Projekt ist die Kreativität des einzelnen Trainees gefragt. Jeder Trainee kann mitbestimmen, was für ein Projekt er durchführen möchte. In den letzten Jahren gingen die Ideen von einer bundesweiten Vernetzung von Anti-Rechts-Arbeit bis zu Gründung einer Agentur zur mentalen Unterstützung. Auch regionale Vorhaben können gewählt werden. So hat z.B. ein Grünen-Trainee 2006 ein Positionspapier zu Förderschulen in Sachsen entwickelt. Ein anderer Trainee hat sich 2007 mit einem Jugendwahlprogramm im Land Brandenburg auseinandergesetzt.

Teilnahme an Seminaren und politischen Veranstaltungen

Die Realisierung des Projekts ist nicht die einzige Aufgabe, die die Trainees haben. Sie nehmen an mehreren Seminaren und Versammlungen, wie der Bundesdelegiertenversammlung oder Kreisverbandssitzungen, teil. Auch die Vernetzung unter den Trainees wird befördert. In den vergangenen Trainee-Programmen war zudem die Teilnahme an drei Seminaren obligatorisch. Die Inhalte und Themen der Seminare werden in Absprache mit den Trainees abgesprochen. Auf dem Einführungsseminar präsentieren die Grünen ihr Parteistruktur und -arbeit.

Erfahrene Politiker als Mentoren

Unterstützt werden die Trainees durch erfahrene Politiker, die dem Trainee als eine Art Mentor zur Seite stehen. Unter den Mentoren der letzten Jahrgänge befanden sich auch die aktuelle Bundesvorsitzende Claudia Roth oder der Spitzenkandidat der letzten Landtagswahl in Hessen, Tarek Al-Wazir. Sie helfen dem Trainee jedoch nicht nur bei der Durchführung des Trainee-Projekts, sondern binden ihn auch in ihre politische Arbeit ein. Dadurch erfährt der Trainee, wie ein Politiker arbeitet und wie praktische Politik funktioniert. Außerdem wird er in das grüne Netzwerk eingebunden. Zum Abschluss des Trainee-Jahres erhalten die Absolventen ein Zeugnis über ihre Fähigkeiten und Leistungen.

Zielgruppe für das Programm sind junge Menschen, die sich schon im Vorfeld in grünen Projekten engagiert haben. Sie sollen tiefer in die grüne Materie eintauchen und durch die enge Zusammenarbeit mit einem Mitglied des Bundesvorstands dessen politischen Alltag kennen lernen. Genauere Informationen, welche Voraussetzungen ein Kandidat erfüllen muss, bieten die Grünen leider nicht auf ihrer Homepage an und verweisen stattdessen auf ihren Newsletter.

Der Haken: Das Trainee-Programm ist unbezahlt

Das Trainee-Programm bei den Grünen ist kein klassischer Fulltime-Job, sodass der Trainee parallel anderen Tätigkeiten nachgehen kann. Circa zehn Wochenstunden müssen die Trainees für die Verwirklichung ihres Projektes aufwenden, dazu kommen noch die Termine mit den politischen Tandempartnern und der Besuch von Seminaren. Das durchaus interessante Trainee-Programm hat jedoch einen Haken: Es ist unbezahlt. Sogar die Anreisekosten müssen die Trainees selbst übernehmen. Das Trainee-Programm kann zwar Türen in die Politik öffnen, bedeutet aber auch einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand. Für das Trainee-Programm bei den Grünen muss man als Bewerber als eine gehörige Portion Enthusiasmus für die Sache mitbringen.

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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