Individuelles Cross-Mentoring für Trainees

Individuelles Cross-Mentoring für Trainees

Wie sich die Geschichte mit Mentor, dem Freund des Odysseus entwickelte, ist bekannt (…einst, als Odysseus von dannen zog, betreute der Freund namens Mentor seinen Sohn Telemachos…..). Dabei verbarg sich mal wieder die Göttin Athene hinter Mentor, um Odysseus, ihrem auserkorenen Liebling, zu Hilfe zu eilen. Spätestens seit Raoul Schrotts neuem Buch zu Homers Ilias müssen wir allerdings vermuten, dass auch manches mit der Mentor-Legende nicht stimmt.

Mentoren-Programme finden in den Personalabteilungen immer mehr Zuspruch

Was aber macht dieses so gelungene Storyboard, selbst wenn die Geschichte „gesponnen“ ist, reizvoll für die Personalentwicklung in Unternehmen, Kommunalverwaltung und Forschung?! Unter den heutigen Wettbewerbsbedingungen wird es immer schwieriger, Entscheidungen halbwegs gesichert zu fällen. Auch Nachwuchskräfte sind davon betroffen. Der Sog, immer mehr in kürzerer Zeit auch allein zu verantworten, verlangt viel Kraft und ausreichend Authentizität. Jemanden kurzfristig um Rat zu fragen, stößt schnell an die unternehmensinternen Grenzen der Abteilungen. Ein unabhängiger Rat von außen durch eine kompetente Führungskraft schafft Entlastung und sorgt dafür, dass Trainees auch am Anfang ihrer Führungsaufgaben verantwortlich mit sich und ihrer Arbeitswelt umgehen

Cross-Mentoring für Trainees als Führungsanfänger besonders gut geeignet

Cross-Mentoring ist insbesondere für Trainees spannend. Cross meint in diesem Fall, dass Mentees und MentorInnen aus verschiedenen Branchen kommen und Gender unabhängig teilnehmen. Quer durch alle Führungsetagen sind erfahrene und aktive Profis bereit, sich für ein Jahr im Tandem den Fragen von Nachwuchskräften aus anderen Branchen zu stellen. Statt grauer Theorie erfahren die Mentees bewährte Lösungen aus der Praxis. Anders als im Coaching ergreifen die unabhängigen MentorInnen Partei, haben Meinungen, streiten sich gern konstruktiv und stehen auch mit einer starken Schulter zur Seite. Die hierarchische Unabhängigkeit und die sorgfältige Auswahl der externen MentorInnen vorab sind dabei die wichtigste Grundlage für eine vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit. Themen wie „bin ich überhaupt eine Führungskraft“, Präsentationen, Arbeitsrecht, Rollen- oder Aufgabenwechsel, Demografie Management, Personalentwicklung und tagesaktuelle Fragen stehen im Mittelpunkt.

Beispiel für den Ablauf eines Cross Mentoring Programmes

Ein Beispiel aus der Hansestadt Bremen soll den Nutzen für die Unternehmen und ihre MitarbeiterInnen darstellen. Am Programm von Cross Mentoring Deutschland (CMD) haben seit 2006 mehr als 250 Führungs- und Nachwuchsführungskräfte in über 15 Durchgängen teilgenommen. Mario Stadelmann als Inhaber von CMD, leitet in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Bremen(WFB) die jeweils einjährigen Cross Mentoring Durchgänge.

Individuelle Tandembildung von Mentor und Mentee

Interessenten führen als potenzielle Mentees oder Mentoren Einzelgespräche mit der Programmleitung – eine Art Bewerbungsgespräch. Dabei wird geklärt, ob das Programm den Erwartungen, Kenntnissen und Aufgaben entspricht und eine Teilnahme sinnvoll erscheint. Ergänzt wird die Bewerbung durch schriftliche Profile. Nach Vorauswahl des Programmleiters werden potenzielle Tandems den jeweiligen BewerberInnen vorgeschlagen. In einem gemeinsamen und freiwilligen Treffen zwischen Mentee, MentorIn und Programmleitung, überprüft sich das potenzielle Tandem auf „Herz und Nieren“. Für die Mentees ist wichtig, welche Fachkompetenzen, Motivation und Beraterhaltung auf Seiten der MentorInnen vorhanden sind. MentorInnen wünschen sich von den Mentees vor allen Dingen Offenheit und die Bereitschaft, wichtige Themen auch anfassen zu wollen. Cross Mentoring ist erfahrungsgemäß sehr vertrauensvoll und verlangt Einsatz auf beiden Seiten. Sollten Mentee und MentorIn sich einigen, ist das Rückgrat des Programms gebildet. Wenn es nicht passt, gibt es ein erneutes Matching.

Zeitlicher Aufwand

In einem einjährigen Programm sind in aller Regel zwölf Treffen pro Jahr mit dem/ der MentorIn, vier Workshops und jeweils Auftakt, Halbjahresbilanz und Abschluss vorgesehen. Der Jahresaufwand beträgt zwischen 40 und 50 Stunden für eine/n Mentee. Die Qualitätssicherung wird durch regelmäßige QM-Maßnahmen gesichert. Die Kosten für die Teilnehmer am Bremer Cross Mentoring (2350 Euro) werden von den ausbildenden Unternehmen übernommen.

Also: Etwas maßgeschnittenes gefällig? Wer den Blick über den Tellerrand wagt, dabei auch Imbalancen aushält, liegt mit Cross-Mentoring richtig. Wer sich für Führungsarbeit interessiert, sollte sich nach einem Cross-Mentoring Programm umschauen oder sich einen ersten Überblick verschaffen. Weitere Informationen gibt es auf www.crossmentoring-deutschland.de und bei www.forum-mentoring.de.

Gastbeitrag von Mario Stadelmann, Inhaber Cross Mentoring Deutschland

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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