Berufseinstieg als Trainee

Nach dem Studium ist vor dem Berufseinstieg. Nur wie und wo soll er am besten gemeistert werden? Die Möglichkeiten für Hochschulabsolventen sind vielfältig: Volontariat, Referendariat, Assistenz-Stellen oder Direkteinstieg. Letzterer ist die häufigste Variante des Berufseinstiegs. Doch immer mehr Firmen bieten Hochschulabsolventen für den Start ins Berufsleben auch Trainee-Programme an. Waren es bis Mitte der neunziger Jahre in erster Linie große Konzerne, die Trainees ausbildeten, schreiben mittlerweile ein Großteil der Unternehmen (Schätzungen liegen bei 75 Prozent) Trainee-Stellen aus  – Tendenz steigend.

Trainee soll abteilungsübergreifend denken und handeln

Trainee-Programme richten sich in aller Regel an Hochschulabsolventen. Die ursprüngliche Idee dahinter ist es, den Trainee zu einer vielseitig einsetzbaren Nachwuchskraft aufzubauen. Dazu durchläuft ein Trainee während des meist zwölf bis 24 Monate dauernden Programms für jeweils einige Wochen oder Monate verschiedene Abteilungen – bei international tätigen Firmen teilweise auch im Ausland - um das Unternehmen in seiner Gesamtheit samt seiner Organisationsstruktur kennenzulernen. Beispielsweise lernen Trainees bei Daimler die gesamte Wertschöpfungskette kennen, von der Fließbandarbeit über die Logistik und das Marketing bis zur der Arbeit auf Managementebene. Der Trainee soll dadurch lernen, abteilungsübergreifend zu denken und zu handeln, so dass er in seinem späteren Werdegang innerhalb der Firma nicht nur seinen eigenen Fachbereich sieht, sondern die Auswirken auf andere Unternehmensbereiche in seine Überlegungen und sein Denken und Handeln mit einbezieht. Das soll  dem Unternehmenserfolg mittel- und langfristig zu Gute kommen.

Hohe Ausbildungskosten zahlen sich für die Unternehmen aus

Die Ausbildung eines Trainees ist für ein Unternehmen oft kostenintensiv (Gehalt, Einarbeitung, Reisekosten, Weiterbildungen, Mentorenprogramm, Soft-Skills-Seminare etc.). Aus dem Grund haben die Unternehmen in der Regel auch ein großes Interesse daran, ihre Trainees nach Ablauf des Programms weiter an sich zu binden. Zum Teil bekommen Trainees deswegen schon bei Antritt ihres Trainee-Programms einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Netzwerkaufbau verbessert die Karriereperspektive

Durch den Einsatz in verschiedenen Abteilungen bieten sich einem Trainee im Vergleich zu einem Direkteinsteiger deutlich mehr Möglichkeiten für den Netzwerkaufbau innerhalb des Unternehmens. Das ist von den Firmen auch gewollt, damit der Trainee andere (zukünftige & gegenwärtige) Führungs- und Fachkräfte des Unternehmens persönlich kennenlernt, um zukünftig besser zusammenarbeiten zu können, auch abteilungsübergreifend. Positiver Nebeneffekt: Ein dichtes Netzwerk erleichtert es, die Karriereleiter innerhalb des Unternehmens hochzuklettern.

Trainees werden in der Regel etwas schlechter bezahlt als Direkteinsteiger. Die hohen Investitionen in das Humankapital – sowohl fachlich als auch überfachlich - gleichen das allerdings wieder aus, zumal dem Trainee im Anschluss an ein gut bezahlter Job als Fach- oder Führungskraft winkt.

Fach-Traineeprogramme

Neben dem klassischen „allgemeinen Trainee-Programm“ bieten Unternehmen Hochschulabsolventen zunehmend auch spezielle „Fach-Traineeprogramme“ an. Der Unterschied zum allgemeinen Traineeprogramm besteht darin, dass der Trainee dabei nur die für seinen Fachbereich relevanten Abteilungen der Firma durchläuft. Insofern ist ein Fach-Traineeprogramm quasi eine Mischung aus Traineeprogramm und Direkteinstieg. Fach-Traineeprogramme eigenen sich in erster Linie für Absolventen, die ihr Studium konsequent auf einen bestimmten Bereich ausgelegt haben und schon konkrete Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft haben.

Vorher Informationen über Ablauf, Inhalte und Perspektiven  einholen

Doch Vorsicht: Der Begriff “Traineeprogramm” ist nicht geschützt. Dadurch kann jedes Unternehmen ein solches Einstiegsprogramm ausschreiben, ganz gleich welche Inhalte und Abläufe sich dahinter verbergen. Bei vielen Firmen hat ein Trainee-Programm kaum etwas mit der eigentlichen Idee gemeinsam. Im schlechtesten Fall ist der Trainee lediglich ein „besserer Praktikant“ oder es handelt sich um einen „Berufseinstieg light“, ohne gute Perspektiven und Aufstiegschancen. Absolventen sollten sich vorher gründlich über Aufgaben, Tätigkeiten und Perspektiven informieren, denn Traineeprogramm ist nicht gleich Traineeprogramm.

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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