Deine Entscheidung für einen erfolgreichen Berufseinstieg: Direkteinstieg oder Trainee-Programm?

Nach dem Studium ist vor dem Berufseinstieg. So weit, so gut – doch wie genau soll der aussehen? Neben dem Direkteinstieg bietet sich vor allem bei großen Unternehmen an, über ein Trainee-Programm einen Fuß in die Tür zu kriegen. Wir verraten dir die Vor- und Nachteile der beiden Optionen und helfen dir herauszufinden, was die richtige Wahl für dich ist!

Inhalt:

  1. Verteilung
  2. Ablauf
  3. Sicherheit
  4. Gehalt
  5. Karriereaussichten
  6. Direkter Vergleich

Trainee-Programme vs. Direkteinstieg: Verteilung in Unternehmen

Der Direkteinstig ist nach wie vor die häufigste Variante des Berufseinstiegs: Laut einer Statistik aus dem Jahr 2015 erfolgen 84 Prozent der Einstellungen von Hochschulabsolventen direkt, während 47 Prozent via Trainee-Programm ins Unternehmen finden.

Quelle: statista.de (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/408725/umfrage/einstiegsformen-fuer-hochschulabsolventen-in-deutschen-unternehmen/)

Wie man sieht, bieten Unternehmen auch oft kurze Einstiegsprogramme an, die dem Direkteinstieg vorgeschoben werden. Hier liegt dann eine Mischung aus Trainee-Programm und Direkteinstieg vor: Du hast eine längere Einarbeitungsphase, bei der du einen Gesamtüberblick bekommst, aber steigst danach langfristig in deinen Fachbereich ein.

Inhaltliche Unterschiede: Das erwartet dich als Trainee und Direkteinsteiger

Ein Trainee-Programm hält – wie der Name schon sagt – Trainings für dich bereit, und zwar jede Menge. Diese finden sowohl on-the-Job in der Berufspraxis als auch off-the-Job, zum Beispiel durch Seminare oder Coachings, statt. In der Regel wird das Weiterbildungsangebot individuell auf dich zugeschnitten, sodass du gezielt deine Stärken weiterentwickeln und Defizite ausgleichen kannst. Einfluss nehmen auf den Ablauf deines Trainee-Programms kannst du auch oft, wenn es um einzelne Stationen geht: Als Trainee bist du in der Regel nicht nur in einer Abteilung, sondern schaust über den Tellerrand hinaus und arbeitest auch in verwandten und fachfremden Abteilungen im Tagesgeschäft sowie in abteilungsübergreifenden Projekten mit. Eine Ausnahme bildet das Fachtrainee-Programm, bei dem du von Beginn an intensiv in einen Bereich eingearbeitet wirst und dich so eher spezialisierst, als beim klassischen Trainee-Programm. Bei letzterem bekommst du einen guten Überblick über Prozesse und Strukturen – eine Kompetenz, die die als Führungspersönlichkeit später zugute kommt. In der Job-Rotation wirst du intensiv betreut und bekommst nach jeder Station Feedback. Außerdem wird dir in der Regel ein erfahrener Mentor zur Seite gestellt, der dich bei Fragen und in deiner Entwicklung unterstützt. Du siehst: Das Trainee-Programm hält viele Herausforderungen bereit – wie zum Beispiel das ständige Einleben in neue Teams und eigenverantwortliche Projektarbeit. Aber dafür wirst du auch nie allein gelassen, langsam in die steile Lernkurve hineingeleitet und es wird stets das Beste aus dir herausgeholt. Viele Unternehmen bieten dir außerdem die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes während des Trainee-Programms an, schaffen Gelegenheiten zum Netzwerken mit Führungskräften oder anderen Trainees oder schaffen spezielle Module wie zum Beispiel ein soziales Projekt.

Ein Direkteinstieg hingegen bedeutet, sich weitgehend auf eine berufliche Zielrichtung festzulegen, da du (zunächst) nur die eigene Abteilung kennenlernst, nicht aber die anderen Unternehmensbereiche. Das heißt auch, dass du dich in ein Team arbeitest, statt alle zwei, drei Monate an einem anderen Platz mit anderen Kollegen zu sitzen. Während bei Trainees oft zum Zeitpunkt der Einstellung noch gar nicht feststeht, welche Zielposition sie bekleiden werden – es sei denn, es handelt sich um Fach-Trainees – wirst du gezielt eingestellt und bist somit auch thematisch festgelegt, das heißt, du spezialisierst dich auf ein Thema. Dadurch werden dir schneller auch große Projekte anvertraut, da du nicht immer wieder Einarbeitungsphasen hast und so Zeit sparst. In der Regel bietet sich nicht direkt die Möglichkeit, eine Zeit im Ausland zu verbringen, sondern erst, wenn du eine Zeitlang beim Unternehmen tätig bist. Als Direktsinsteiger werden dir Weiterbildungen keineswegs vorenthalten, aber sie sind in der Regel nicht so fest in den Arbeitsalltag eingebunden, wie es bei einem Trainee-Programm der Fall ist.

Sicherheiten: Wer bietet mehr?

Als Direkteinsteiger bekommst du – es sei denn, die Stelle ist zeitlich begrenzt aufgrund einer Elternzeitvertretung oder aus ökonomischen Gründen von Firmenseite – einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Nachdem du die meist sechsmonatige Probezeit überstanden hast, bist du also auf deiner Position gesetzt. Als Trainee ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag eher eine Ausnahme, die es aber auch gibt. In der Regel bekommst du zuerst einen befristeten Arbeitsvertrag, der auf die Zeit des Trainee-Programms begrenzt ist. Das heißt aber nicht zwingend, dass du als Trainee in eine unsichere Zukunft segelst: Da das Unternehmen in der Regel das Ziel verfolgt, dich gezielt auf eine hohe Position vorzubereiten, kannst du davon ausgehen, dass du nach deiner Trainee-Ausbildung einen unbefristeten Vertrag bekommst.

Gehaltsunterschiede: Big Spender oder Hungertuch?

Bei den meisten Unternehmen fällt das Trainee-Gehalt niedriger aus als das, was du bei einem Direkteinstieg verdienst. Wie viel weniger du bekommst, lässt sich nicht pauschal beantworten, aber es gilt die Faustregel: Bei einem guten Trainee-Programm verdienst du maximal fünf bis zehn Prozent weniger.

Das durchschnittliche Trainee-Gehalt liegt bei ca. 39.600 Euro im Jahr – und wie viel es konkret ist, ist stark abhängig von der Branche, in der du anfängst. Die Gehälter schwanken zwischen 23.000 und 52.000 Euro im Jahr. Spitzenreiter sind hier

  • die Pharmaindustrie,
  • das Bankwesen,
  • die Stahlindustrie und
  • die Automobilbranche.

Das Schlusslicht bilden 

  • der öffentliche Dienst,
  • der Tourismus,
  • die Werbebranche und
  • die Medienbranche.

Außerdem spielt es eine Rolle, in welchem Bundesland du Trainee bist: Hessen, Baden-Württemberg und Bayern haben hier die Nase vorn, während Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt nicht so viel springen lassen. Mit einem Master bekommst du in der Regel mehr als mit einem Bachelor-Abschluss. Ein weiterer Faktor ist die Unternehmensgröße – logischerweise verdienst du bei einem Konzern weitaus mehr als bei einem Start-up.

Unternehmensgröße Gehalt
Kleine Agenturen & Start-ups Das Gehalt kann auf bis zu 12.000 bis 24.000 Euro im Jahr sinken
Unter 100 Mitarbeiter ca. 30.000 Euro im Jahr
100 bis 1.000 Mitarbeiter  ca. 36.000 Euro im Jahr
über 1.000 Mitarbeiter ca. 44.000 Euro im Jahr

Das durchschnittliche Direkteinsteiger-Gehalt liegt bei ca. 42.000 Euro im Jahr und damit nur knappe sechs Prozent drüber. Auch hier gelten dieselben Faktoren wie bei einem Trainee-Programm, die Einfluss auf das Gehalt nehmen. Natürlich verdienst du auf den ersten Blick als Direkteinsteiger besser, aber als Trainee wird durch umfassende Weiterbildungsmaßnahmen dafür in deine Zukunft investiert, und oft verdienst du im zweiten Jahr mehr als im ersten. Du siehst, rein geldtechnisch hat beides Vor- und Nachteile bzw. ist abhängig davon, was du sonst noch erwartest – und bist du bei einem großen Unternehmen in einem entsprechenden Bereich tätig, wirst du früher oder später gehaltstechnisch bei beiden Varianten große Sprünge machen.

Karriereaussichten: Ich Chef, du nix?

Als Trainee wirst du im Idealfall auf eine Fach- oder Führungsposition vorbereitet. Das heißt, dass gezielt nach Kandidaten gesucht wird, die karriereaffin sind. Hier ist der Karriereweg also zwar nicht thematisch von Beginn an festgelegt, aber es ist relativ sicher, dass es diesen Weg nach ein bis zwei Jahren geben wird. Wichtig ist hier, dass es im Hintergrund auch Vakanzen gibt – ist dies nicht der Fall, ist Vorsicht geboten, denn dann kann es sein, dass man dich nur als relativ günstige Arbeitskraft für die Zeit des Trainee-Programms benötigt.

Als Direkteinsteiger hast du zwar die Sicherheit eines unbefristeten Arbeitsvertrages mit einem ansehnlichen Gehalt, aber ob und wann ersehnte Beförderungen kommen, steht nicht von vorneherein fest. Dennoch kannst du auch hier dich im Vorfeld informieren, wie mögliche Karrierestufen aussehen und was gegeben sein muss, damit du sie auch erreichst.

Der direkte Vergleich: Alles Typsache?

Ob letztendlich der direkte Berufseinstieg oder ein Trainee-Programm das Richtige für dich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Varianten bringen Vor- und Nachteile mit sich – und was für den einen ein Vorteil ist, ist für den anderen vielleicht ein Nachteil. Hier findest du nochmal auf einen Blick, was für welchen Typ die richtige Wahl ist.

Du bist perfekt für den Direkteinstieg, wenn du ...

  • Spezialist bist

  • Schnell große Projekte bearbeiten willst

  • Viel Wert auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag sowie ein hohes Einstiegsgehalt legst

  • Gerne an einem Ort bleibst

Ein Trainee-Programm ist das Richtige für dich, wenn du....

  • Generalist bist

  • Wissbegierig bist und karriereaffin

  • Kontaktfreudig bist

  • Eine Mischung aus Verantwortung und Sicherheitsnetz magst

  • Reisefreudig und mobil bist

 

Du bist der richtige Typ für ein Trainee-Programm?

>> Hier kannst du dich über Trainee-Programme informieren
>> Hier findest du freie Trainee-Stellen
 

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Bettina wilde

Bettina Wilde

Trainee-Expertin, Redaktion TRAINEE-GEFLÜSTER

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